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OptiMedium April 2017

Gesundes Kinzigtal führt 2018 Direkthonorierung für ärztliche Leistungspartner ein

Ab Januar 2018 wird in Deutschland erstmals eine Alternative zum etablierten Vergütungssystem über die Kassenärztlichen Vereinigungen erprobt. Dann werden die vertragsärztlichen Leistungen und das entsprechende Budget für die eingeschriebenen AOK-Versicherten der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal vollumfänglich an die Managementgesellschaft Gesundes Kinzigtal GmbH ausgegliedert. Die Partner – die Gesundes Kinzigtal GmbH, das Medizinische Qualitätsnetz Kinzigtal (MQNK) und die OptiMedis AG – haben ein eigenes Vergütungsmodell entwickelt, das vor allem auf Vereinfachung, Vertrauen und Transparenz setzt. Es umfasst alle budgetierten Leistungen innerhalb der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung sowie alle nicht budgetierten Einzelleistungen.

Der Kinzigtal-Fallwert: Einfacher geht es nicht

Pro Arzt wird für jedes neue Quartal ein durchschnittlicher individueller Fallwert über die letzten vier Quartale gebildet. Für jedes neue Quartal wird für jeden Arzt ein durchschnittlicher KV-Fallwert aus den vergangenen vier Quartalen errechnet. Auf diesen Durchschnittswert werden pauschal zehn Prozent aufgeschlagen. Er bildet den arztindividuellen Kinzigtal-Fallwert, der durch jeden Patientenkontakt im neuen Quartal – Arzt wie nicht-ärztliche Praxisassistentin – ausgelöst wird. Zusätzliche Vergütungen für bestimmte Leistungen wie z.B. gezielte Prävention, die die an der Integrierten Versorgung teilnehmenden Ärzte früher schon erhalten haben, kommen auch weiterhin dazu.

Ein großer Vorteil der neuen Lösung ist, dass die praxisindividuelle Pauschale keiner neuen Abrechnungsziffer oder zusätzlicher Behandlungsdokumentation bedarf. Die Abrechnung läuft durch Datenweiterleitung an die Gesundes Kinzigtal GmbH automatisiert ab. Neue Abrechnungsziffern, Fallzahlbegrenzung oder Abstaffelungsregelungen gibt es bei dem Vergütungsmodell nicht. „Wir wollen vermeiden, dass unsere Ärzte bei der Behandlung an wirtschaftliche Vorgaben denken müssen, anstatt sich auf den Patienten zu konzentrieren“, erläutert Dr. h. c. Helmut Hildebrandt, Vorstand der OptiMedis AG und Geschäftsführer der Gesundes Kinzigtal GmbH. Ein solch extrem vereinfachtes Modell der Direkthonorierung sei aber nur in einem Netzwerk möglich, dass auf Zusammenarbeit, Qualitätsbewusstsein und persönlichen Einsatz der Leistungspartner ausgerichtet ist. „Die nötige Transparenz über die tatsächlich erbrachten Leistungen und die Wahrung der Versorgungsstandards ermöglichen unter anderem die gemeinsam genutzte elektronische Patientenakte, die Auswertungen des Controllings sowie die Evaluation“, ergänzt er.