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OptiMedium April 2017

Gesundes Kinzigtal: Deutlich seltener ins Krankenhaus

Die Vermeidung unnötiger stationärer Behandlungen ist eine gesamtgesellschaftlich lohnende Herausforderung: Denn abgesehen von der hohen individuellen Belastung für den Patienten und sein soziales Umfeld, kostet jeder Tag im Krankenhaus die Krankenkasse pro Patient einen mindestens dreistelligen Beitrag. Die Integrierte Versorgung Gesundes Kinzigtal setzt hier seit Jahren an und kann in ersten Auswertungen zeigen, dass die Zahl an vermeidbaren Krankenhausaufenthalten in der Region Kinzigtal im Vergleich zu Deutschland gesamt sinkt.

Grundlage der Bewertung vermeidbarer Krankenhausaufenthalte ist ein Krankheitskatalog mit ICD-10-Diagnosen zu ambulant-sensitiven Krankenhausfällen (ASK) entwickelt von Frau Prof. Leonie Sundmacher im Rahmen eines Delphi-Verfahrens. Der Katalog definiert Erkrankungszustände, bei denen eine stationäre Behandlung durch eine effektive Behandlung im ambulanten Sektor vermeidbar gewesen wäre oder zumindest auf einen geringeren Anteil hätte reduziert werden können. Diese „effektive Behandlung im ambulanten Sektor“ umfasst sowohl eine wirksame Behandlung akuter Erkrankungszustände als auch einen umsichtigen Umgang mit chronischen Beschwerden.

Sinkender Trend bei vermeidbaren Krankenhausaufenthalten

Basierend auf einer Kernliste von 22 Diagnosegruppen des Krankheitskatalogs und mittels Altersstandardisierung auf die deutsche Standardbevölkerung 2011 hat die OptiMedis AG die Anzahl der jeweiligen Krankenhausfälle mit entsprechender Entlass-, beziehungsweise Hauptdiagnose zwischen Deutschland und der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal verglichen. Der Anteil der ASK der Kernliste an allen Krankenhausfällen entsprach sowohl in Deutschland als auch bei Gesundes Kinzigtal gleichermaßen pro Jahr etwa 27,2 %, wobei sich im Gegensatz zu Deutschland bei Gesundes Kinzigtal ein sinkender Trend im Zeitverlauf zeigte.

ASK GK vs BRDAbbildung 1: Vergleich ambulant-sensitiver Krankenhausfälle zwischen Deutschland und dem Einzugsgebiet der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal.

Aus den Ergebnissen der Jahre 2012 bis 2015 wurden nach Altersstandardisierung jeweils Durchschnittswerte gebildet, um jahresweise Schwankungen in der kleineren IV-Population auszugleichen. Die Durchschnittswerte der ASK-Fälle pro Jahr von Deutschland und Gesundes Kinzigtal wurden zum Vergleich danach auf eine Population von 30.000 Individuen hochgerechnet, was etwa der regionalen Versichertenpopulation entspricht, die aufgrund des Wohnorts in die Erfolgsberechnung der integrierten Versorgungsverträge von Gesundes Kinzigtal eingeschlossen ist.

Die Gegenüberstellung in Abbildung 1 zeigt, dass im Versorgungsbereich Kinzigtal im Schnitt 352 weniger ambulant-sensitive Krankenhausfälle entstehen als in Deutschland. Lediglich bei den Indikationen Herzinsuffizienz, depressive Störungen, Gonarthrose und sonstige vermeidbare psychische und Verhaltensstörungen lassen sich durchschnittlich etwas mehr ASK-Fälle beobachten. In den restlichen 18 der 22 Diagnosegruppen der ASK-Kernliste liegt die IV-Region Kinzigtal unter dem Bundesdurchschnitt.

Besseres Management chronischer Erkrankungen

Bewertet man jeden Krankenhausfall mit den durchschnittlichen Fallkosten, ergibt sich durch die geringere Anzahl an ASK in der Region Kinzigtal pro Jahr eine durchschnittliche Einsparung von ca. 850.000 Euro, wobei hier ein steigender Trend festzustellen ist. Insbesondere die geringeren Fallzahlen bei ischämischer Herzkrankheit und Rückenschmerzen haben einen bedeutenden Anteil daran.

Als wichtigstes Werkzeug zur Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte gilt die Verbesserung des Managements chronischer Erkrankungen. Weitere positive Faktoren sind die Reduktion medizinischer Unsicherheiten, die Verbesserung der Versorgungskontinuität und finanzielle Anreize. Ähnlich sieht es die WHO in ihren Empfehlungen zur Reduktion von ASK-Fällen. Es kann entsprechend angenommen werden, dass die Versorgungskontinuität, das Einschreiben in Versorgungsprogramme sowie die Patientenaktivierung inklusive des Case Managements in Gesundes Kinzigtal Maßnahmen sind, die einen wichtigen Beitrag zum sinkenden Trend der ASK-Fälle im Vergleich zu Deutschland leisten. Den Ärzten und der Geschäftsführung von Gesundes Kinzigtal ist bewusst, dass die Aufrechterhaltung dieses positiven Trends einer steten Wachsamkeit und eines beständig fortgesetzten Engagements verlangt.