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Konferenz Value-based Healthcare for Regions: Erfolgreicher Wissensaustausch zwischen Russland und Deutschland – Vorträge zum Download

 

Erika-Haus am UKEIm Erika-Haus am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf haben sich Gesundheitsexperten aus Russland und Deutschland zum Thema "Value-based Healthcare for Regions" ausgetauscht.Die Gesundheitsversorgung der Zukunft muss nicht nur leistungsfähig, sondern auch werteorientiert sein: Neue Versorgungsmodelle müssen stärker am Wert und am Nutzen des Patienten ausgerichtet sein sowie gut vernetzte, regionale Strukturen geschaffen werden. Darüber waren sich mehr als 50 russische und deutsche Gesundheitsexperten bei der Konferenz "Value-based Healthcare for Regions" der Arbeitsgruppe Gesundheit im Petersburger Dialog einig.

Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Praxis diskutierten bei der vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Veranstaltung intensiv über Trends und Entwicklungschancen rund um „Value-based Healthcare“ in ihren Ländern. „Ich war beeindruckt von den ähnlichen Sichtweisen auf Konzepte und Herausforderungen für die Implementierung von Value-based Healthcare in beiden Ländern", betonte Prof. Dr. Dr. Martin Härter, einer der wissenschaftlichen Leiter der Konferenz und Direktor des Instituts und Poliklinik für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Eppendorf. Ebenso positiv fiel das Fazit von russischer Seite aus, für die Prof. Dr. Jewgenij Schljachto als Koordinator und wissenschaftlicher Leiter dabei war. „Solche Treffen sind essentiell, um die Kommunikation zwischen den Experten in unseren Ländern zu unterstützen. Wir hatten die Möglichkeit, Ideen und Erfahrungen auszutauschen, genauso wie neue Kontakte zu knüpfen, die wir hoffentlich in Zukunft weiter ausbauen können.“ Auch Arfenija Ter-Minassowa, Beraterin des Vize-Gouverneurs von St. Petersburg, betonte: „Die künftige Zusammenarbeit wird durch diesen Tag heute entscheidend beeinflusst werden.“

Patientennutzen und Versorgungsforschung im Fokus

Zentrale Fragestellungen der Konferenz waren u.a., inwiefern „Value-based Healthcare“ und populationsbezogenes Gesundheitsmanagement den Anforderungen von urbanen Settings gerecht werden, und welche Art von Versorgungs- und Präventionsmodellen speziell in ärmeren Stadtvierteln die Krankheitslast der Menschen verbessern können. 

Dr. h. c. Helmut Hildebrandt stellte das vom Innovationsfonds geförderte sektorenübergreifende, gesundheitsfördernde Netzwerk “Gesundheit für Billstedt/Horn” vor, das die Versorgung in zwei sozial benachteiligten Hamburger Stadtteilen durch verschiedene Maßnahmen verbessern will und das dem Prinzip Vergütung für Nutzen (Value) statt für Leistungsmenge (Volume) folgt (Link zum Vortrag). Dr. Matthias Gruhl, Leiter des Amts für Gesundheit der Behörde für Gesundheit 

Petersburger Dialogv.l.n.r.: Dr. h. c. Helmut Hildebrandt, Prof. Dr. Alexandra Konradi, Prof. Dr. Jewgenij Schl-jachto und Prof. Dr. Dr. Martin Härter im Gespräch.

und Verbraucherschutz Hamburg, betonte in diesem Zusammenhang: “Es bedarf weiterer Anstrengungen auf der nationalen und regionalen Ebene, um gerade für Regionen mit sehr unterschiedlichen sozialen Strukturen eine gleichmäßige gesundheitliche Versorgung sicherzustellen.” Insgesamt müsse sich die Gesundheitsversorgung zukünftig zunehmend auf Prävention und die Förderung von Gesundheitskompetenzen fokussieren, sagte auch Elke Badde, Staatsrätin der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg. Ein Start auf regionaler Ebene sei dabei sehr von Vorteil.

Prof. Dr. Alexandra Konradi, stellv. Generaldirektorin für Wissenschaftsarbeit am Almazov Federal North-West Medical Research Centre in St. Petersburg, betonte in ihrem Vortrag, dass der Value für die Gesamtheit der Patienten das oberste Ziel sein müsse und dass dieser mehr umfassen müsse als gute medizinische Einzeleffekte für spezielle Erkrankungen. “Guter klinischer Outcome für die Gesamtheit erfordert, dass auch das subjektive Empfinden der Patienten erforscht werden sollte.” (Link zum Vortrag). Konkrete Ansätze für die Umsetzung von Value-based Healthcare, die zu wirtschaftlich effizienten Lösungen und zur Verbesserung der Lebensqualität der Patienten führen, stellte Prof. Dr. Igor Nikitin, Direktor am Behandlungs- und Rehabilitationszentrum des russischen Gesundheitsministeriums in Moskau, vor – u. a. am Beispiel der Abteilung für Diagnostik (Strahlendiagnostik) der Unfall- und Orthopädiestation seines Zentrums (Link zum Vortrag).

Offener und dialogorientierter Austausch wird fortgesetzt

Die Arbeitsgruppe Gesundheit im Petersburger Dialog wurde 2016 gegründet, um einen regelmäßigen Austausch zwischen deutschen und russischen Experten und Multiplikatoren aus dem Gesundheitswesen zu fördern. Die Organisation hatten das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das Hamburger Kooperationsnetzwerk für Versorgungsforschung und die OptiMedis AG in Zusammenarbeit mit Andrea Fischer, Bundesgesundheitsministerin a.D. und Koordinatorin der Arbeitsgruppe Gesundheit auf deutscher Seite, übernommen. „Nach diesem ersten konstruktiven und wirklich sehr dialogorientierten Meeting, wünschen sich beide Seiten eine Fortsetzung der Arbeitsgruppe. Diesem Wunsch wollen wir auch nachkommen. Der offene Informationsaustausch und die perspektivreiche, fachliche Diskussion zwischen den hochrangigen Fachleuten beider Länder hat uns große Motivation für die zukünftige Zusammenarbeit geschenkt“, sagte Andrea Fischer im Anschluss an die Auftaktveranstaltung.

Über den Petersburger Dialog

Im Jahr 2001 als deutsch-russisches Diskussionsforum ins Leben gerufen, fördert der Petersburger Dialog die Verständigung sowie einen offenen Dialog zwischen allen Bereichen der Zivilgesellschaften beider Länder. Einmal jährlich findet die Hauptveranstaltung abwechselnd in Russland und Deutschland statt, und widmet sich gesellschaftlichen Zeitfragen und Fragen der deutsch-russischen Beziehungen. Rückgrat des Petersburger Dialogs sind zehn themenspezifische Arbeitsgruppen, die einen zusätzlichen Fachaustausch fördern. Die Tagungen der Arbeitsgruppen bieten durch die Einbeziehung zentraler Institutionen und nichtstaatlicher Organisationen weitere Möglichkeiten zur Stärkung bestehender Netzwerke sowie zur Erarbeitung neuer Konzepte und konkreter Projektideen. Finanziert wird der Petersburger Dialog von politischen und privaten Stiftungen, den jeweiligen Bundesregierungen und von Wirtschaftsunternehmen beider Länder.

Alle Dokumente, Präsentationen und einige Impressionen der Konferenz finden Sie hier