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OptiMedium August 2017

Konferenz Value-based Healthcare: Erfolgreicher Wissensaustausch zwischen Russland und Deutschland

Petersburger Dialog 2Im Erika-Haus am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf haben sich Gesundheitsexperten aus Russland und Deutschland zum Thema "Value-based Healthcare for Regions" ausgetauscht. Eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung braucht gut vernetzte, regionale Strukturen und muss stärker am Wert und am Nutzen des Patienten ausgerichtet sein. Darüber waren sich mehr als 50 russische und deutsche Gesundheitsexperten bei der Konferenz "Value-based Healthcare for Regions" der Arbeitsgruppe Gesundheit im Petersburger Dialog einig. Bei der vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Veranstaltung in Hamburg diskutierten Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Praxis intensiv über Trends und Entwicklungschancen von value-basierten Versorgungsmodellen in ihren Ländern.

„Ich war beeindruckt von den ähnlichen Sichtweisen auf Konzepte und Herausforderungen für die Implementierung von Value-based Healthcare in beiden Ländern", betonte Prof. Dr. Dr. Martin Härter, einer der wissenschaftlichen Leiter der Konferenz und Direktor des Instituts und Poliklinik für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Eppendorf.  Ebenso positiv fiel das Fazit von russischer Seite aus, für die Prof. Dr. Jewgenij Schljachto als Koordinator und wissenschaftlicher Leiter dabei war. „Solche Treffen sind essentiell, um die Kommunikation zwischen den Experten in unseren Ländern zu unterstützen. Wir hatten die Möglichkeit, Ideen und Erfahrungen auszutauschen, genauso wie neue Kontakte zu knüpfen, die wir hoffentlich in Zukunft weiter ausbauen können.“

Patientennutzen und Versorgungsforschung im Fokus

Zentrale Fragestellungen der Konferenz waren u.a., inwiefern „Value-based Healthcare“ und populationsbezogenes Gesundheitsmanagement den Anforderungen von urbanen Settings gerecht werden, und welche Art von Versorgungs- und Präventionsmodellen speziell in ärmeren Stadtvierteln die Krankheitslast der Menschen verbessern können.

Dr. h. c. Helmut Hildebrandt stellte das vom Innovationsfonds geförderte sektorenübergreifende, gesundheitsfördernde Netzwerk “Gesundheit für Billstedt/Horn” vor, das die Versorgung in zwei sozial benachteiligten Hamburger Stadtteilen durch verschiedene Maßnahmen verbessern will und das dem Prinzip Vergütung für Nutzen (Value) statt für Leistungsmenge (Volume) folgt.

Insgesamt müsse sich die Gesundheitsversorgung stärker auf Prävention und die Förderung von Gesundheitskompetenzen fokussieren, bekräftigte auch Elke Badde, Staatsrätin der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg. Ein Start auf regionaler Ebene sei dabei sehr von Vorteil.

Dass der Wert für die Gesamtheit der Patienten das oberste Ziel sein sollte und dieser mehr umfassen müsse als gute medizinische Einzeleffekte für spezielle Erkrankungen, betonte Prof. Dr. Alexandra Konradi, stellv. Generaldirektorin für Wissenschaftsarbeit am Almazov Federal North-West Medical Research Centre in St. Petersburg, in ihrem Vortrag. “Guter klinischer Outcome für die Gesamtheit erfordert, dass auch das subjektive Empfinden der Patienten erforscht werden sollte.”

Offener und dialogorientierter Austausch wird fortgesetzt

Petersburger Dialogv.l.n.r.: Dr. h. c. Helmut Hildebrandt, Prof. Dr. Alexandra Konradi, Prof. Dr. Jewgenij Schl-jachto und Prof. Dr. Dr. Martin Härter im Gespräch. Fotos: OptiMedis AG

Die Arbeitsgruppe Gesundheit im Petersburger Dialog wurde 2016 gegründet, um einen regelmäßigen Austausch zwischen deutschen und russischen Experten und Multiplikatoren aus dem Gesundheitswesen zu fördern. Die Organisation der ersten Konferenz hatten das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das Hamburger Kooperationsnetzwerk für Versorgungsforschung und die OptiMedis AG in Zusammenarbeit mit Andrea Fischer, Bundesgesundheitsministerin a.D. und Koordinatorin der Arbeitsgruppe Gesundheit auf deutscher Seite, übernommen. „Nach diesem ersten konstruktiven und wirklich sehr dialogorientierten Meeting, wünschen sich beide Seiten eine Fortsetzung der Arbeitsgruppe. Diesem Wunsch wollen wir auch nachkommen. Der offene Informationsaustausch und die perspektivreiche, fachliche Diskussion zwischen den hochrangigen Fachleuten beider Länder hat uns große Motivation für die zukünftige Zusammenarbeit geschenkt“, sagte Andrea Fischer im Anschluss an die Auftaktveranstaltung.

Die Dokumentation der Veranstaltung mit allen Präsentationen finden Sie hier.