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OptiMedium Dezember 2017

Aus den Regionen

Viele Beratungen im ersten Gesundheitskiosk Deutschlands

Gesundheitskiosk 01Der Ende September 2017 eröffnete Gesundheitskiosk liegt in zentraler Lage am Billstedter Marktplatz. Foto: Kira UngerBegleitet von einem überwältigenden medialen Interesse wurde Ende September 2017 der bundesweit erste Gesundheitskiosk im Hamburger Stadtteil Billstedt eröffnet. Seitdem haben in den Räumen am Billstedter Marktplatz rund 600 Beratungen (Stand Mitte Dezember 2017) stattgefunden – und jeden Tag kommen mehr Menschen mit ihren Fragen und Nöten in den Kiosk. Das multiprofessionelle Team berät die Patienten zu allen Fragen der Gesundheit, bereitet Arztbesuche vor und nach und vermittelt an Einrichtungen und Vereine im Stadtteil. Eine der wichtigen Aufgaben ist es, die Wirkung der ärztlichen Empfehlungen zu erhöhen und die Patienten nachhaltig zu unterstützen, ihr Verhalten zu verändern. Insbesondere für Ratsuchende aus anderen Kulturen ist es hilfreich, dass auch in den im Stadtteil am häufigsten gesprochenen Sprachen beraten wird, darunter z. B. Türkisch, Russisch, Polnisch und Farsi.

Zur Vorbereitung auf seine Arbeit hat das Team über mehrere Monate ein intensives Training absolviert. Bestandteil waren Schulungen durch das Institut und die Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf sowie Hospitationen in Arztpraxen und Stadtteileinrichtungen. Außerdem wurde das Konzept des Gesundheitskiosks im Rahmen einer dreimonatigen Testphase in Mümmelmannsberg erprobt.

Gesundheitskompetenz der Einwohner stärken

Kiosk innenSechs Tage die Woche berät ein medizinisch geschulte Team Patienten in den großzügigen Räumlichkeiten des Gesundheitskiosks. Foto: OptiMedis AG

Mit dem breiten Angebot im Kiosk wollen die Projektinitiatoren – die Gesundheit für Billstedt/Horn UG – und ihre Partner nicht nur bestehende Versorgungslücken schließen, sondern auch Gesundheitsförderung und Prävention in den sozial schwachen Stadtteilen Billstedt und Horn stärken. Hier treten Erkrankungen wie Diabetes fast zehn Jahre früher auf als im Hamburger Durchschnitt. „Unser Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz der Patienten zu verbessern und sie zu mehr Eigeninitiative in Bezug auf ihre Gesundheit zu aktivieren“, erklärt Dr. h. c. Helmut Hildebrandt, Geschäftsführer der Gesundheit für Billstedt/Horn UG. Hier sieht auch die Ärzteschaft aus den Stadtteilen große Vorteile, wie der niedergelassene Facharzt Dr. Gerd Fass, einer der Initiatoren des Gesundheitsnetzwerks, nach der erfolgreichen Pilotphase resümiert: „Die Beratungen erhöhen die Wirkung unserer ärztlichen Empfehlungen und unterstützen die Patienten nachhaltig bei der Verhaltensänderung. Vor allem Patienten mit sprachlichen Schwierigkeiten profitieren von der Beratung und der Vermittlung.”

Eine starke Gemeinschaft für bessere Gesundheitschancen

Der Gesundheitskiosk ist Teil des Gesundheitsnetzwerks, das die Gesundheit für Billstedt/Horn UG mit der lokalen Ärzteschaft, den sozialen Einrichtungen und zahlreichen Vereinen und Initiativen aus der Region aufbauen. Hauptgesellschafter der UG ist das Ärztenetz Billstedt-Horn, die OptiMedis AG ist mit 30% und der NAV-Virchowbund sowie eine Stadtteilklinik mit je 5% beteiligt. Gefördert wird das Projekt vom Innovationsfonds mit Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung. 

Gesundheitskiosk 03v.l.n.r.: Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks, Dr. Gerd Fass (Ärztenetz Billstedt-Horn), Matthias Mohrmann (AOK Rheinland/Hamburg), Dr. Helmut Hildebrandt (Gesundheit für Billstedt/Horn), Alexander Fischer (Gesundheit für Billstedt/Horn) bei der Eröffnungsfeier des bundesweit ersten Gesundheitskiosks. Fotos (2): Kira Unger

Die AOK Rheinland/Hamburg hat das Projekt bereits in der Vorbereitungsphase unter anderem mit statistischen Auswertungen unterstützt und bereits einen IV-Vertrag über die Förderungsphase hinaus abgeschlossen. Die BARMER, die DAK Gesundheit und die Servicegesellschaft GWQ für ihre Mitgliedskrankenkassen haben ihre Bereitschaft zum Abschluss eines längerfristigen IV-Vertrags erklärt und erarbeiten dazu mit der UG und OptiMedis und unter Begleitung durch die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg ein Modell.

Um den Erfolg des Gesundheitskiosks beurteilen zu können, evaluiert das Hamburg Center for Health Economics (HCHE) an der Universität Hamburg unter der Leitung von Prof. Dr. Jonas Schreyögg das Projekt. Dazu werden unter anderem die Zufriedenheit der Patienten und ihr 

Aktivierungsgrad ermittelt. Das Projekt ist langfristig angelegt. Angestrebt ist, dass weitere Akteure und Krankenkassen hinzukommen.

Fernsehtipp: Billstedter Gesundheitskiosk in NDR 45 Minuten „Arm und krank – Das unfaire Gesundheitssystem“

Mehrere Monate lang hat der Autor Klaus Balzer mit seinem Filmteam Patienten und Ärzte aus den Hamburger Stadtteilen Billstedt und Horn begleitet und gleichzeitig den Aufbau des Gesundheitsnetzwerks „Gesundheit für Billstedt/Horn“ mit dem deutschlandweit einmaligen Gesundheitskiosk mitverfolgt. In dem Beitrag „Arm und Krank – das unfaire Gesundheitssystem“, der am 27. November in der Reihe NDR 45 Minuten erscheint, zeigt Balzer auf, wo die Probleme in den beiden, durch eine hohe Arbeitslosenquote und einen hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund gekennzeichneten Stadtteilen liegen. Und er beschreibt, warum der Gesundheitskiosk ein Hoffnungsschimmer für die dort lebenden Menschen ist.

Den Beitrag finden Sie in der Mediathek des NDR (bis Frühjahr 2018 abrufbar).