Die Drei Dimensionen - OptiMedis AG

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Bessere Gesundheitsergebnisse, höhere Wirtschaftlichkeit, positives Erleben der Gesundheitsversorgung

Die Integrierte Versorgung Gesundes Kinzigtal verfolgt den Triple Aim-Ansatz in Anlehnung an Donald M. Berwick mit den drei Zielen: Bestmöglicher Gesundheitsstatus, bessere Gesundheitsversorgung erleben, höhere Wirtschaftlichkeit.

Die externe und interne Evaluation zeigt, dass in allen drei Bereichen Erfolge realisiert werden.

Für die Evaluation der Effekte der komplexen, integrierten Versorgungsintervention Gesundes Kinzigtal wird ein Mix aus quantitativen und qualitativen Methoden eingesetzt, die sowohl von der OptiMedis AG als auch von externen wissenschaftlichen Instituten durchgeführt werden (Triangulation). Dadurch sichern wir eine möglichst hohe Transparenz und Validität.

Verbesserung der Gesundheitsergebnisse der Bevölkerung

Mortalitätskennzahlen gelten als herausragende qualitative Ergebnisparameter medizinischer Interventionen und eines realen patientenorientierten Nutzens, da sie relativ manipulationsresistent, verlässlich zu messen sowie einfach zu interpretieren sind. Die Studie „Ergebnisqualität Gesundes Kinzigtal – quantifiziert durch Mortalitätskennzahlen“ vom Juni 2014 zeigt, dass die Mortalitätsrate bei Mitgliedern der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal (Untersuchungsgruppe) in den ersten drei Jahren nach Intervention geringer ist als bei den Nicht-Teilnehmern (Kontrollgruppe).

Insgesamt versterben in den vier Folgejahren nach Einschreibung 33 Versicherte weniger in der Untersuchungsgruppe als in der Kontrollgruppe. Mögliche Verzerrungen wie das Kurzzeitsterbe-Risiko wurden ausgeschlossen.

Zusätzlich ergeben sich bei der Untersuchungsgruppe auch signifikant längere Überlebenszeiten (Kaplan-Meier-Kurven). Und auch bei Betrachtung einer modifizierten Years of potential life lost (YPLL)-Kennzahl, die nicht wie die originäre YPLL nur verlorene, sondern auch gewonnene Lebensjahre berücksichtigt, sind die Ergebnisse positiv: Insgesamt ergeben sich über den Betrachtungszeitraum von vier Jahren um 635,59 weniger „verlorene Lebensjahre“ in der Untersuchungsgruppe. Die aktuelle Auswertung untermauert die Ergebnisse unserer Studie „Drei Dimensionen im internen Vergleich“ aus dem Jahr 2012.

Auch in anderen Krankheitsbereichen zeigen sich positive Gesundheitsergebnisse – hier stellen wir exemplarisch das Beispiel Osteoporose vor:

Gesundes Kinzigtal bietet ein Präventions- und Therapieprogramm für Osteoporose-Patienten mit einem leichten, einem erhöhten oder einem stark erhöhten osteoporotischen Frakturrisiko („Starke Muskeln – Feste Knochen“). Ziele sind die Prävention von Frakturen, die Stabilisierung der Knochenstruktur und eine höhere Lebensqualität bei Osteoporose-Patienten.

Bei den Auswertungen der OptiMedis AG wurden jeweils zwei Gruppen miteinander verglichen:

  • Gruppe der Programmteilnehmer – Versicherte mit Osteoporose, die mindestens zwei Jahre in das Programm eingeschrieben waren (n = 438)
  • Risikoadjustierte Vergleichsgruppe – Versicherte mit Osteoporose, die nicht in das Programm eingeschrieben waren und deren behandelnde Ärzte größtenteils nicht zu den Leistungspartnern von Gesundes Kinzigtal gehörten (Matched Pairs im Verhältnis 1:1, n = 438)

Es zeigte sich, dass bei den Programmteilnehmern die Anzahl stationär versorgter Frakturen zwei Jahre nach Einschreibung um 44,4% gesunken war (absoluter Rückgang von 9 auf 5 Patienten mit Fraktur), während sich die Frakturprävalenz in der Vergleichsgruppe mehr als verdoppelt hatte (absolute Zunahme von 7 auf 19 Patienten mit Fraktur). 

Verbesserung der Wirtschaftlichkeit

Eine qualitativ gute oder sogar bessere Versorgung führt zu geringeren Gesamtkosten für die Krankenkasse, das zeigen die Auswertungen der sechs Jahre zwischen Start der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal und 2014. Dieser Gesundheitsgewinn betrug im Jahr 2014 für die insgesamt 33.000 Versicherten der beiden Vertragspartnerkassen, AOK Baden-Württemberg und Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) in der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, gut 5,5 Millionen Euro. Jeder Kinzigtaler Versicherte kostete somit im Durchschnitt 166 Euro weniger im Jahr als im Bundesdurchschnitt. Der Gesundheitsgewinn ergibt sich aus der Differenz zwischen den zu erwartenden Kosten und den tatsächlichen Kosten der Versicherten im Kinzigtal. Bei der Berechnung des Betrages wird die gesamte Versichertenpopulation der beiden Krankenkassen zugrunde gelegt.

Verbesserung der Patientenorientierung und des Versorgungserlebens der Versicherten

Die Zufriedenheit der Patienten mit der Versorgung durch niedergelassene Ärzte in Gesundes Kinzigtal und der Integrierten Versorgung als solcher wird durch die im Jahr 2012 gestartete und noch laufende Gesundes Kinzigtal-Mitgliederbefragung (GeKiM) untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine sehr hohe Gesamtzufriedenheit: 92,1 Prozent der Befragten gaben an, sie würden die Mitgliedschaft in Gesundes Kinzigtal „bestimmt“ oder „wahrscheinlich“ weiterempfehlen.

Ähnliche Ergebnisse zeigte die Studie „Drei Dimensionen im internen Vergleich“. Dort wurde die Mitgliedertreue als Surrogatparameter für die Verbesserung der Patientenorientierung untersucht. Das Ergebnis: Die Mitgliedschaft in der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal verbessert die Kundenbindung an die Krankenkasse. Die Daten der Versicherten im Kinzigtal, die zwischen 2006 und 2009 ihre Mitgliedschaft bei einer der Partner-Krankenkassen oder ihren Wohnsitz im Kinzigtal aufgaben, zeigen: Die Mitglieder von Gesundes Kinzigtal wechselten ihre Kasse deutlich seltener als die Nicht-Mitglieder.

 

* Köster I, Ihle, P, Schubert I (2014) Evaluationsbericht 2004-2011 für Gesundes Kinzigtal GmbH: hier: LKK-Daten, Köln
Köster I, Ihle, P, Schubert, I (2014) Evaluationsbericht 2004-2011 für Gesundes Kinzigtal GmbH: hier: AOK-Daten, Köln