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OptiMedium 11/2010

Hersteller werden Vertragspartner für Integrierte Versorgung – negative Erfahrungen in den USA

Die künftige Beteiligung von Arzneimittelherstellern als direkte Vertragspartner bei der Integrierten Versorgung (IV), wie sie das Gesetz über die Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) vorsieht, ist umstritten. In den Anhörungen wurden von Krankenkassen Hoffnungen laut, die Industrie über diesen Weg zu Anschub-Investitionen in IV-Lösungen verleiten zu können. Die Opposition dagegen kritisierte, dass ein eingeschriebener Patient sich nicht sicher sein könne, weshalb ein Arzt ihm ein bestimmtes Medikament verordnet habe. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein verwies in diesem Zusammenhang in der Ärztezeitung (19.11.2010) insbesondere auf onkologische Medikamente. Sie hat die Sorge, „dass die medizinische Versorgung in Deutschland an die Pharmaindustrie abgetreten wird“.

Der Rechtsanwalt Dr. Ingo Pflugmacher wies in der Ärztezeitung (23.11.2011) auf das berufsrechtliche Verbot hin, für die Verordnung von Arzneimitteln eine Vergütung oder einen anderen Vorteil anzunehmen. Er warnte davor, dass Ärzte möglicherweise bereits gezahltes zusätzliches Honorar zurückzahlen müssten, wenn ein Vertrag gegen das Berufsrecht verstoße.

In den USA hat die Pharmaindustrie als direkte Partnerin in Managed Care-Systemen mehrheitlich negative Erfahrungen gemacht. Aus den anfänglich hochbepreisten Pharmaceutical Benefit Management-Organisationen zogen sich die Hersteller wieder zurück. Die zusätzlichen Umsatzerwartungen wurden nicht erfüllt. Ärzte, Öffentlichkeit und Presse sahen die Beteiligung der Unternehmen äußerst kritisch.

Dr. Hans-Nikolaus Schulze-Solce, Aufsichtsrat der OptiMedis AG, der viele Jahre in der Pharmaindustrie in Deutschland und den USA tätig war, kommentiert: „Arzneimittelentwicklung bzw. -vertrieb und Versorgungsmanagement sind völlig verschiedene Geschäftsbereiche, die jeweils ein sehr spezielles Know-How und unterschiedlichen Kapitalbedarf erfordern. Ein gutes Versorgungsmanagement muss sicherstellen, dass Auswahl und Einsatz von Arzneimitteln auf der Basis von wissenschaftlicher Evidenz, ärztlicher Erfahrung und Patientenpräferenzen erfolgt. Ein Hersteller als direkter Vertragspartner kann diese Anforderungen prinzipiell auch erfüllen, aber der Verdacht wird immer im Raum stehen, dass er das nicht tut.“