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OptiMedium 12/2011

Neue Perspektiven für Integrierte Versorgungsmodelle

Am 25. und 26. November fand in Hamburg die Jahresklausur mit den Vorständen der OptiMedis-Netze bzw. den Vertretern der Managementgesellschaften statt. Unter dem Motto „Neue Anforderungen an regional integrierte Versorgungsmodelle“ wurden die Ansprüche an die Finanzierung und die Qualität von Praxisnetzen aus verschiedenen Blickwinkeln erörtert. Hierzu wurden hochkarätige Referenten eingeladen. Helmut Hildebrandt eröffnete die Klausur mit der These, dass die Kassen sich aufgrund des Zusatzbeitrags-Vermeidungswettbewerbs derzeit äußerst schwer tun, größere Summen zu investieren. Der benötigte Finanzierungsbedarf für die Anschubfinanzierung einer regionalen Managementgesellschaft müsse somit u. a. auf dem Kapitalmarkt geholt werden. Daraufhin erläuterten Dr. Martin Pape, Direktor Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung und Management, Klaus Doblinger, Abteilungsdirektor Deutsche Apotheker- und Ärztebank, und Dr. Johannes Thormählen, Vorstand GWQ ServicePlus AG, ihre Anforderungen an eine Anschubfinanzierung bzw. Investment in kooperative Versorgungsstrukturen.

Herr PimperlHerr DiedrichHerr Fichtner

 

Die OptiMedis AG befindet sich derzeit mit Dr. Pape als Vertreter einer Private Equity Gesellschaft, die primär  in nachhaltige und sozial verantwortliche Lösungen im Gesundheitswesen investieren will, in Gesprächen über einen Health Efficiency Fonds. Dieser soll die Anschubfinanzierung für die geplanten Managementgesellschaften sowie für andere Lösungen in Richtung Gesundheitseffizienz sicherstellen.Herr Pape Dr. Pape betonte, dass der Gesundheitsmarkt mit seinem Volumen von knapp 200 Mrd. Euro für Investoren zweifellos interessante langfristige Entwicklungsaussichten verspreche. Allerdings gebe es von Investorenseite angesichts der stetigen gesetzgeberischen Veränderungen und der Komplexität von Interventionen erhebliche Vorbehalte gegenüber einer Festlegung von Kapital. Deshalb befürworte er ein Trust-Center, eine unabhängige dritte Partei, die zwischen den Partnern aus der Gesundheits- und Finanzwelt vermittle und sowohl gesundheitspolitisches Know-How als auch praktisches Anwenderwissen und Kenntnisse der Krankenkassen miteinander verbinde. Diese Rolle könne der geplante Health Efficiency Fonds spielen. Managementgesellschaften der Integrierten Versorgung obliege dann auch die Steuerungsfunktion in der regionalen Versorgung, denn diese Funktion könne nicht von den Kassen wahrgenommen werden, da sie nicht steuern sollten, was sie versichern. Dr. Pape bescheinigte Gesundes Kinzigtal Modellcharakter für andere Regionen. Kinzigtal erfülle wesentliche Anforderungen an ein Investment: Es sei übertragbar auf andere Managementgesellschaften bzw. Regionen, die Ergebnisse ließen eine hohe Wertschöpfungskette erkennen, es weise eine professionelle Managementstruktur auf und nicht zuletzt sei es innovativ.

Herr ThormählenDen Modellcharakter von Gesundes Kinzigtal unterstrich auch Dr. Thormählen. Er bestätigte die Eingangsthese von Helmut Hildebrandt: Momentan finde unter den Krankenkassen ein Zusatzbeitrags-Vermeidungswettbewerb und nicht ein Wettbewerb um die beste Versorgung statt. Als Anforderungen der Kassen an einen IV-Vertrag nannte er daher u. a. vertrauensbildende Maßnahmen zwischen Kasse und Netz, die Begrenzung finanzieller Risiken, z. B. durch ein klares Regel- und Vertragswerk, den Nachweis der Qualität der Diagnosekodierung sowie standardisierte Verwaltungsprozesse. Dr. Thormählen zog ein positives Resümee: Wenn Transparenz, Fairness und eine klare Zielsetzung gegeben seien, werde es mehr „Kinzigtäler“ geben.

Der zweite Tag stand im Zeichen der Qualität bzw. der Extravergütung von qualitativ hochwertigen Praxisnetzen durch die Kassenärztlichen Vereinigungen im Rahmen des novellierten §87b SGB V. Hierzu berichtete Dr. Bernhard Gibis, Dezernatleiter bei der KBV, aus erster Hand, wie die Gesetzesumsetzung durch die KBV gestaltet werden soll und wie die Kriterien an die Netze aussehen könnten. Entscheidend sei, dass die Netze in der Lage seien, die erhöhte Qualität der durch sie erbrachten Versorgung zu demonstrieren und nachzuweisen, betonte Dr. Gibis. Dafür erhielten die Netze dann eine erhöhte Vergütung und die Honorarautonomie. Wichtige Erkenntnisse bei der Entwicklung von praxisnahen Qualitätsindikatoren verspricht sich Dr. Gibis von der Zusammenarbeit zwischen der KBV und OptiMedis bzw. Gesundes Kinzigtal. Dort werden derzeit die von der KBV entwickelten Indikatoren aus dem AQUIK-Set® getestet und evaluiert. Ergebnisse hierzu sind im Laufe des kommenden Jahres zu erwarten.

In einem exklusiven Interview mit Dr. Gibis in dieser Ausgabe erfahren Sie mehr über die Umsetzung des Gesetzes und die Anforderungen der KVen an die Netze.

Dr. Ingrid SchubertWeiterhin präsentierte Dr. Ingrid Schubert von der PMV Forschungsgruppe (Universität zu Köln) die aktuellen Ergebnisse des Zwischenberichts zur Evaluation der Integrierten Versorgung in Gesundes Kinzigtal. Die PMV-Forscher haben für diverse Krankheitsbilder wie chronische KHK, Herzinsuffizienz, Depression oder Osteoporose über 30 Indikatoren und Kennziffern entwickelt, die darlegen, ob und wie die Integrierte Versorgung im Kinzigtal die  Über-, Unter- oder Fehlversorgung reduziert. So konnten Frakturen bei Osteoporose-Patienten in einem signifikanten Maß vermieden werden. Dr. Schubert betonte, dass auch mit Primärdaten aus den Praxisverwaltungssystemen Qualitätsindikatoren entwickelt werden könnten. Im Anschluss stellte Timo Schulte, verantwortlich für die gesundheitsökonomischen Auswertungen bei der OptiMedis AG, die geplanten Schritte zur Entwicklung von Qualitätsindikatoren auf Basis von GKV-Routinedaten, PVS-Daten, Daten der lokalen Managementgesellschaft und externen Vergleichsdaten vor. Erstmalig würden hierbei in Deutschland Krankenkassenabrechnungsdaten sowie klinische Praxis- und Befunddaten zusammengeführt werden können, und zwar datenschutzrechtlich abgesichert. Dazu solle ein universitäres Trust Center genutzt werden. Die Zusammenführung solle bis Ende 2012 erfolgt sein.

Die Netzvorstände zeigten sich sehr zufrieden mit den Themen, Vorträgen und der Organisation der Veranstaltung. „Die Klausur eröffnete den Teilnehmern neue und erweiterte Perspektiven für ihre Praxisnetze. Wir wollen gemeinsam mit den Netzen die kooperativen Versorgungsstrukturen in den einzelnen Regionen weiter ausbauen“, betont Helmut Hildebrandt.

   
Vision 2015: Diskutieren Sie mit uns über die Zukunft der regionalen Gesundheitsversorgung.

Vision 2015Die Kassenärztlichen Vereinigungen werden im kommenden Jahr im Rahmen des novellierten
§87b Abs. 2 und 4 SGB V Richtlinien zur Förderung von Praxisnetzen erlassen. Danach sollen Praxisnetze eine gesonderte Vergütung erhalten, wenn sie zur Verbesserung der ambulanten Versorgung beitragen. Die OptiMedis AG wird diesen Prozess im Dialog mit der KBV intensiv begleiten.

Anhand welcher Kriterien und Qualitätsanforderungen sollten Praxisnetze zukünftig gefördert werden?

Diskutieren Sie hier mit uns.
 

 

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