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Innovationsfonds: Hamburger Projekt INVEST wird gefördert

Pressegespraech INVESTPressegespräch zur Förderbekanntgabe INVEST, v.l.n.r. Matthias Mohrmann, Mitglied Vorstand AOK Rheinland/Hamburg, Alexander Fischer, Projektleiter Gesundheit für Billstedt/Horn UG, Dr. h.c. Helmut Hildebrandt, Vorstand OptiMedis AG, Dr. Gerd Fass, Vorsitzender Ärztenetz Billstedt-Horn e.V.Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) will das Hamburger Projekt INVEST[1] Billstedt/Horn ab 2017 für drei Jahre mit bis zu 6,3 Millionen Euro fördern. Im Rahmen des Modellprojektes sollen die gesundheitlichen Chancen der Bevölkerung in zwei sozial benachteiligten Hamburger Stadtteilen verbessert werden. Ein breites Bündnis von Gesundheitsmanagern, Krankenkassen, Praxen, Kliniken, Wissenschaft und Unternehmen will hierzu in Billstedt und Horn ein integriertes, patientenorientiertes Versorgungsmodell etablieren und die Übertragbarkeit auf andere Regionen evaluieren. Das teilten die Partner des Projekts heute in einem Pressegespräch mit.

Höhere Krankheitslast in sozial benachteiligten Großstadtregionen

Hintergrund ist, dass die Bevölkerung in Billstedt und Horn aufgrund der sozioökonomischen Bedingungen schlechtere Lebens- und Gesundheitschancen hat als die übrige Hamburger Bevölkerung. In diesen Stadtteilen leben im Hamburger Vergleich überdurchschnittlich viele Empfänger von Sozialleistungen, Migranten, Menschen mit niedrigen Schulabschlüssen und Alleinerziehende. Eine im letzten Jahr durchgeführte Analyse der OptiMedis AG zeigte, dass die Bevölkerung in den beiden Stadtteilen früher und häufiger an chronischen Krankheiten wie Diabetes, COPD oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkrankt und auch früher stirbt

Gesundheitsversorgung neu organisieren

Die Gesundheitsversorgung in Billstedt und Horn soll im Rahmen des Projektes neu organisiert, der öffentliche Gesundheitsdienst integriert und der medizinische und soziale Sektor vernetzt werden. Die eigens für diesen Zweck gegründete Gesundheit für Billstedt/Horn UG (haftungsbeschränkt) will in den kommenden Jahren die Versorgungsdefizite im ambulanten medizinischen Sektor mindern und den Zugang der Bevölkerung zur Gesundheitsversorgung verbessern. Der Zugang der Bevölkerung zum Gesundheitssystem soll künftig erleichtert werden, indem beispielsweise ein Gesundheitskiosk an einem zentralen Ort in den Stadtteilen eröffnet wird. Dort sollen Gesundheitsberatung, Patientenschulungen oder Casemanagement niedrigschwellig angeboten werden. Und die digitale Kommunikation zwischen den Ärzten sowie zwischen dem Arzt und seinen Patienten soll dazu beitragen, die Diagnostik und Therapie zu verbessern. So soll eine elektronische Patientenakte den Austausch von Patientendaten zwischen den behandelnden Ärzten ermöglichen und eine mobile Anwendung für ein Smartphone soll bei dem Transfer der Gesundheitsdaten zwischen Arzt und Patient helfen.

IV-Vertrag sichert Nachhaltigkeit

Um das Projekt über die drei Jahre hinaus nachhaltig zu verankern, hat die AOK Rheinland/Hamburg bereits Mitte des Jahres einen Integrierten Versorgungsvertrag (IV) mit der regionalen Managementgesellschaft Gesundheit für Billstedt/Horn geschlossen. Das Ziel ist, die Versicherten besser und wirtschaftlicher zu versorgen. Mit dem IV-Vertrag will die AOK Rheinland/Hamburg signalisieren, dass das neue sektorenübergreifende Versorgungsmodell aus ihrer Sicht das Potenzial hat, dauerhaft in die Versorgung aufgenommen zu werden. Die Grundlage für den IV-Vertrag bildet das von der OptiMedis AG entwickelte und erprobte regionale Versorgungsmodell, das nun erstmals in einer Großstadt umgesetzt wird.

Breites Hamburger Bündnis tritt an

Projektträger ist die regionale Managementgesellschaft Gesundheit für Billstedt/Horn UG (haftungsbeschränkt), deren Gesellschafter die Beteiligungs- und Managementgesellschaft OptiMedis AG (30 % Gesellschaftsanteile), das Ärztenetz Billstedt-Horn e. V. (60 %), die SKH Stadtteilklinik Hamburg GmbH und der NAV Virchow-Bund e. V. (je 5 %) sind. Die Konsortialpartner des Projektes sind neben der OptiMedis AG die AOK Rheinland/Hamburg und die BARMER GEK, das Institut für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf und das Digital Health-Unternehmen connected-health.eu GmbH mit dem Produkt LifeTime. Das Projekt wird durch das Hamburg Center for Health Economics (HCHE) an der Universität Hamburg unter Leitung von Prof. Dr. Jonas Schreyögg wissenschaftlich begleitet, um die Übertragbarkeit zu evaluieren. Zahlreiche weitere Kooperationspartner aus dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungssektor, unter anderem das Billenetz, die Arbeiterwohlfahrt und der Hausärzteverband, sowie die kommunale Verwaltung wollen das Projekt in den kommenden Jahren unterstützen.

Lesen Sie auch unsere Pressemitteilung vom 9. November 2016 dazu.

Weitere Details zu der Gesundheit für Billstedt-Horn UG finden Sie hier.