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Sozialinvestor BonVenture beteiligt sich mit hohem sechsstelligen Betrag an OptiMedis (+ Interviews)

Jochen Herdrich 279x372BonVenture-Partner Jochen Herdrich Die Münchner BonVenture-Gruppe investiert mit ihrem Fonds für soziales Unternehmertum BonVenture III nach intensiver Prüfung des Geschäftsmodells einen hohen sechsstelligen Betrag in die OptiMedis AG, eine gesundheitswissenschaftlich orientierte Managementgesellschaft im Gesundheitswesen. Dies ist die erste Finanzierungsrunde (First Closing), bis Anfang 2018 ist ein weiteres Investment durch BonVenture mit weiteren Investoren geplant (Second Closing). Diesbezüglich ist die OptiMedis AG bereits mit potenziellen Investoren in Gesprächen, die ebenfalls Sozialunternehmer (Social Entrepreneurs) unterstützen.

„Mit dem Investment wollen wir dazu beitragen, dass das innovative und erprobte Versorgungsmodell von OptiMedis in weiteren Regionen umgesetzt werden kann und damit Menschen in ganz Deutschland zugutekommt“, erklärt BonVenture-Partner Jochen Herdrich seine Motivation. „Uns haben sowohl das fundierte Versorgungsmodell als auch das wissenschaftlich orientierte, kompetente und motivierte Management von OptiMedis überzeugt.“

Wachstumspläne: Skalierung Versorgungsmodell, Ausbau Versorgungsforschung, Aufbau Digital & Health Innovation Centre

Hildebrandt Helmut Porträt 02Dr. h. c. Helmut Hildebrandt, Vorstandsvorsitzender der OptiMedis AG

Die OptiMedis AG, die international für ihr innovatives Modell einer umfassenden regionalen Gesundheitsversorgung bekannt ist, erreicht dadurch eine neue Wachstumsphase. „Die Investition von BonVenture und weitere geplante Investments ermöglichen uns die Vorbereitung der Skalierung unseres Versorgungsmodells in Deutschland und Europa sowie den weiteren Ausbau der Analyse von Versorgungs- und Gesundheitsdaten für Krankenkassen, Universitäten, Ärztenetze und viele andere“, erläutert Dr. h. c. Helmut Hildebrandt, Vorstandsvorsitzender der OptiMedis AG. „Außerdem wollen wir bis Ende 2017 ein Digital & Health Innovation Centre aufbauen, in dem wir zum einen eine gemeinsam von Ärzten und Patienten geführte, Einrichtungen übergreifende Patientenakte weiterentwickeln und zum anderen erfolgversprechende Innovationen wie zum Beispiel Apps und Online-Interventionen begutachten, testen und die Ergebnisse anderen strukturiert zur Verfügung stellen werden.“

Zielgruppe des wirkungsorientierten Investierens (Impact Investing) sind Sozialunternehmen wie die OptiMedis AG, die zur nachhaltigen Lösung konkreter sozialer, gesellschaftlicher oder ökologischer Probleme beitragen und dabei Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit verbinden.

Diese Pressemitteilung finden Sie auch im Newsroom unter www.optimedis.de/newsroom/pressemitteilungen.

Ausführlichere Informationen zu der Zusammenarbeit zwischen BonVenture und OptiMedis lesen Sie in unseren Interviews mit Jochen Herdrich und Dr. h. c. Helmut Hildebrandt.


Interview mit Jochen Herdrich

Herr Herdrich, Sie investieren in innovative Geschäftsideen mit sozialer, ökologischer oder gesellschaftlicher Wirkung. Was treibt Sie an?

Grundsätzlich treibt uns an, was auch Sozialunternehmer antreibt. Wir wollen wirtschaftliches und gemeinwohlorientiertes Handeln verbinden und damit zur Lösung drängender sozialer Probleme beitragen. Wir leben im deutschsprachigen Raum in einer relativ reichen Region dieser Welt. Dennoch gibt es absolut gesehen auch hier viel Verbesserungspotenzial in sozialer und ökologischer Hinsicht. Wir unterstützen daher engagierte Unternehmerpersönlichkeiten bei der Umsetzung und Skalierung sozialer und ökologischer Innovationen.

Sie haben das Geschäftsmodell von OptiMedis vor Ihrem Investment intensiv geprüft. Was fasziniert Sie?

Die Grundidee hinter der populationsbasierten integrierten Versorgung à la Gesundes Kinzigtal überzeugt durch das hohe Potenzial an sozialer Wirkung – und das in mehrfacher Hinsicht. So profitieren die Krankenkassen von den erzielbaren Einsparungen und zugleich auch deren Versicherte von der besseren und stärker präventiven Versorgung sowie in Zukunft idealerweise auch von niedrigeren Beitragssätzen. Dadurch wird eine klassische Win-Win-Situation geschaffen, die beiden Seiten Vorteile bietet, ohne dass der jeweils anderen etwas genommen wird. Zusätzlich werden für die Erbringer von Gesundheitsleistungen Anreize innerhalb des GKV-Systems geschaffen, wodurch die vor allem in ländlichen Gebieten zunehmende ärztliche Unterversorgung angegangen wird. Wir sehen darin einen möglichen Lösungsansatz für einige der zunehmenden Herausforderungen des deutschen Gesundheitssystems.

Wo sehen Sie OptiMedis in drei Jahren?

Natürlich auf einem erfolgreichen Weg der Skalierung! Auch wenn wir wissen, dass es immer schwierig ist, etablierte Strukturen und Prozesse zu verändern, sind wir von den Vorteilen des von OptiMedis entwickelten populationsbasierten integrierten Versorgungsmodells überzeugt. Wir werden die OptiMedis daher mit unserem Engagement dabei unterstützen, dass das Erfolgsmodell Gesundes Kinzigtal nach dem Hamburger Stadtteil Billstedt-Horn in weiteren Regionen entfaltet wird und dort zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung sowie zur Senkung der Krankheitskosten beiträgt.


Interview mit Dr. h. c. Helmut Hildebrandt 

Herr Hildebrandt, wie kam es zu der Partnerschaft mit BonVenture?

Den Gedanken, privates Kapital für die Lösung der Probleme im Gesundheitswesen zu mobilisieren, hatte ich bereits vor einigen Jahren. Ich kannte das Prinzip aus den angelsächsischen Ländern, wo das sogenannte wirkungsorientierte Investieren in Sozialunternehmen, die zur nachhaltigen Lösung konkreter sozialer, gesellschaftlicher oder ökologischer Probleme beitragen, schon länger erfolgreich ist.

Im Jahr 2015 wurde dann BonVenture auf uns aufmerksam, nachdem ein Artikel über unsere Arbeit im Magazin enorm erschienen war. Wir stellten schnell fest, dass eine Zusammenarbeit sinnvoll sein könnte, und haben nun nach intensiven Verhandlungen und ausführlicher Prüfung unseres Geschäftsmodells einen Vertrag über ein mehrstufiges Investment geschlossen.

Sind Sie mit weiteren sozialen Investoren im Gespräch?

Mit dem Investment von BonVenture ist der Startschuss für die Skalierung unseres Versorgungsmodells in Deutschland und Europa gegeben. Geplant ist aber tatsächlich, dass weitere Investoren, die ebenfalls Sozialunternehmer unterstützen wollen, hinzukommen – hierbei werden wir von BonVenture unterstützt. Es gibt auch bereits Investoren, mit denen wir im Gespräch sind.

Warum macht es aus Ihrer Sicht Sinn, privates Kapital ins Gesundheitswesen zu bringen?

Der Grundgedanke ist einfach: Gerade im sozialen Bereich, aber auch im Gesundheitssektor, tritt der Nutzen eines Investments oft erst deutlich später ein. Die Kosten allerdings stehen heute schon an. Dieses Anfangsinvestment ist für Krankenkassen meist ein Hinderungsgrund, Versorgungsmodelle zu fördern, die sie prinzipiell sinnvoll finden, selbst wenn diese Modelle ihre Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit bereits nachgewiesen haben. Mit Hilfe von Sozialinvestoren könnten solche Innovationen dennoch umgesetzt werden. Denkbar ist für mich sogar ein privatwirtschaftlicher „Health Impact Bond“, der, ergänzend zum Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses, mutigere und disruptivere Lösungen für eine bessere und koordinierte Gesundheitsversorgung fördert.

Wie werden Sie das Investment von BonVenture bei OptiMedis konkret nutzen?

Dank der Investition und weiterer geplanter Investments können wir nun die Umsetzung unseres Versorgungsmodells in weiteren Regionen in Deutschland und Europa vorbereiten. Außerdem werden wir die Analyse von Versorgungs- und Gesundheitsdaten für Krankenkassen, Universitäten, Ärztenetze und viele andere Akteure im Gesundheitswesen weiter ausbauen und bis Ende 2017 ein Digital & Health Innovation Centre ins Leben rufen. Hier wollen wir zum einen eine gemeinsam von Ärzten und Patienten geführte, Einrichtungen übergreifende Patientenakte weiterentwickeln und zum anderen erfolgversprechende Innovationen wie zum Beispiel Apps und Online-Interventionen begutachten, testen und die Ergebnisse anderen strukturiert zur Verfügung stellen.