Meldungen - OptiMedis AG

Direkt zur Hauptnavigation Zum Inhalt wechseln

Meldungen

Bundesweit erster Gesundheitskiosk öffnet in Hamburg-Billstedt

Einfach, kompetent und schnell soll sich der Zugang zum Gesundheitswesen für die Einwohner der Hamburger Stadtteile Billstedt und Horn künftig gestalten. Möglich macht es der erste Gesundheitskiosk Deutschlands, der heute offiziell eröffnet wurde. Das neue niedrigschwellige Angebot nach internationalem Vorbild ist Teil eines Gesundheitsnetzwerks, das die „Gesundheit für Billstedt/Horn UG“ mit ihrem Hauptgesellschafter, dem Ärztenetz Billstedt-Horn, und die „AOK Rheinland/Hamburg–Die Gesundheitskasse“ in den Stadtteilen Billstedt und Horn gemeinsam mit Partnern aus der Region aufbauen. Gefördert wird das Projekt vom Innovationsfonds mit Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung. „Der Gesundheitskiosk ist ein innovatives Projekt, das Patientinnen und Patienten in Billstedt und Horn ein neues, niedrigschwelliges Hilfs- und Beratungsangebot macht, um ihre Gesundheitskompetenz zu stärken. Solche Ansätze sind ein wichtiger Baustein, um die gesundheitliche Versorgung insbesondere in sozial schwächeren Stadtteilen für die Zukunft weiterzuentwickeln und zu verbessern", so Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks bei der Eröffnung.

Kioskeröffnung BillstedtSenatorin Cornelia Prüfer-Storcks eröffnet den bundesweit ersten Gesundheitskiosk – ein wichtiges Puzzleteil im neuen Gesundheitsnetzwerk für Billstedt und Horn. V.l.n.r. Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks, Dr. Gerd Fass (Ärztenetz Billstedt-Horn), Matthias Mohrmann (AOK Rheinland/Hamburg), Dr. h.c. Helmut Hildebrandt (Gesundheit für Billstedt/Horn), Alexander Fischer (Gesundheit für Billstedt/Horn)Das Angebot des Gesundheitskiosks ist vielfältig: Das medizinisch ausgebildete und mehrsprachige Team berät Patienten vor und nach Arztbesuchen, koordiniert Behandlungsschritte und vermittelt an Einrichtungen und Vereine im Stadtteil. Damit wollen die Projektinitiatoren und -partner nicht nur bestehende Versorgungslücken schließen, sondern auch Gesundheitsförderung und Prävention in den Stadtteilen stärken. „Chronische Erkrankungen wie Diabetes treten in Billstedt/Horn fast zehn Jahre früher auf als im Hamburger Durchschnitt. Das wollen wir ändern“, so Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstands der AOK Rheinland/Hamburg. „Der Gesundheitskiosk ist ein wichtiger Schritt hin zu einem Gesundheitswesen, das sich stärker an den Menschen orientiert und sie in ihrem Alltag abholt.“

Durch sein breites Beratungsangebot soll der Gesundheitskiosk Patienten auch dabei helfen, Experten für ihre eigene Gesundheit zu werden. „Das Ziel dabei ist, dass wir die Gesundheitskompetenz der Patienten verbessern und sie zu mehr Eigeninitiative in Bezug auf ihre Gesundheit aktivieren“, erklärt Dr. h. c. Helmut Hildebrandt, Geschäftsführer der „Gesundheit für Billstedt/Horn UG“. Hier sieht auch die Ärzteschaft aus den Stadtteilen große Vorteile, wie der niedergelassene Facharzt Dr. Gerd Fass, einer der Initiatoren des Gesundheitsnetzwerks, resümiert: „Die Beratungen erhöhen die Wirkung unserer ärztlichen Empfehlungen und unterstützen die Patienten nachhaltig bei der Verhaltensänderung.“

Das Beratungsangebot im Gesundheitskiosk ist kostenlos. Die Mitarbeiter im Kiosk sprechen neben Deutsch die in den Stadtteilen am häufigsten genutzten Sprachen, darunter Türkisch, Russisch, Polnisch, Spanisch, Englisch, Portugiesisch, Dari und Farsi. Sie haben zur Vorbereitung auf ihre Arbeit in den vergangenen Monaten ein intensives Training absolviert. Wesentlicher Bestandteil waren Schulungen durch das Institut und die Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf sowie Hospitationen in Arztpraxen und Stadtteileinrichtungen.

In den vergangenen drei Monaten wurde das Konzept des Gesundheitskiosks im Rahmen einer Testphase in Mümmelmannsberg erprobt. „Das Angebot wurde von den Patienten sehr gut angenommen”, so Fass. Insgesamt wurden bisher über 280 Einwohner von Billstedt und Horn beraten. „Vor allem Patienten mit sprachlichen Schwierigkeiten profitieren von der Beratung und der Vermittlung.”

Erfolg und Übertragbarkeit

Um den Erfolg des Gesundheitskiosks beurteilen zu können, evaluiert das Hamburg Center for Health Economics (HCHE) an der Universität Hamburg unter der Leitung von Prof. Dr. Jonas Schreyögg das Projekt. Dazu werden unter anderem die Zufriedenheit der Patienten und ihr Aktivierungsgrad ermittelt. Das Projekt ist langfristig angelegt. Angestrebt ist, dass weitere Akteure und Krankenkassen hinzukommen.

International erprobtes Konzept

Das Modell des Gesundheitskiosks basiert auf dem Terveyskioski in Finnland. Ähnliche Konzepte gibt es auch in den USA: In so genannten Retail Clinics, die in Einkaufszentren, Supermärkten oder Drogerien zu finden sind, werden Leistungen der Primärversorgung sowie Gesundheitsberatungen durchgeführt. Das Angebot basiert auf dem „Walk-In-Prinzip“ ohne vorherige Anmeldung. Im Allgemeinen dienen sowohl die Retail Clinics als auch der Terveyskioski in Finnland zur Erstberatung bzw. zur Bereitstellung von Erstinformationen für die betreffenden Anliegen der Besucher.

Eine Pressemitteilung sowie ein Pressefoto zur Eröffnung finden Sie in unserem Newsroom.