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Pflegereport 2017 der DAK-Gesundheit: OptiMedis liefert wichtige Erkenntnisse zur Versorgungssituation von Menschen mit Demenz

Die OptiMedis AG hat auch in diesem Jahr einen Teil der Versorgungsforschung im Rahmen des Pflegereports der DAK-Gesundheit übernommen. Im Fokus des Reports mit dem Titel „Gutes Leben mit Demenz“ stehen die Versorgungssituation von demenzkranken Patienten sowie die Möglichkeiten, Betroffene und Angehörige intensiver zu unterstützen. OptiMedis hat die Abrechnungsdaten der DAK Gesundheit für alle pflegebedürftigen und demenzerkrankten Versicherten der Jahre 2014 bis 2016 (etwa 100.000 Patienten pro Jahr) ausgewertet.

Der Beitrag liefert zentrale Erkenntnisse zur Struktur der Demenzpatienten sowie dazu, wie sich die Versorgungssituation nach der ersten Diagnose verändert. Rechnet man etwa die Prävalenzen, also den Anteil der insgesamt an Demenz Erkrankten, der DAK-Versicherten auf Deutschland hoch, leiden derzeit schätzungsweise 1,4 Millionen Menschen an einer Demenz und etwa 282.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu. Im Schnitt sind Frauen zum Zeitpunkt ihrer ersten Demenzdiagnose 84 Jahre und Männer 81 Jahre alt. In Dreiviertel der Fälle wird die erste Diagnose vom Hausarzt oder einem anderen Arzt im ambulanten Bereich gestellt. Nach der Erstdiagnose steigt die Inanspruchnahme von Leistungen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung erwartungsgemäß sprunghaft sehr stark an (siehe auch Tabelle 1). Besonders intensiv werden Pflegeleistungen wie häusliche Krankenpflege oder stationäre Pflege in Heimen genutzt, aber auch stationäre Krankenhausaufenthalte treten signifikant häufiger auf: Über 75 Prozent aller Demenzpatienten werden im Zeitraum von einem Jahr nach ihrer ersten Diagnose mindestens einmal im Krankenhaus behandelt. Dort werden sie häufiger als vor der Demenzdiagnose wegen Flüssigkeits- bzw. Elektrolytmangel oder Blutverlust, diverser Frakturen (hauptsächlich Brüche der Oberschenkel, der Lendenwirbelsäule und des Beckens durch erhöhte Sturzneigung) oder deliriösen Zuständen (z. B. Störungen der Wahrnehmung, des Bewusstseins oder der Motorik) behandelt (siehe auch Tabelle 2).

Zahlreiche Arzneimittel werden nach der Demenzdiagnose ebenfalls häufiger verordnet. Dazu gehören einerseits Antidementiva, die das Fortschreiten der Erkrankung verzögern sollen, aber ebenso auch umstrittene Medikamente wie Antipsychotika, Hypnotika und Sedativa, die zur Therapie von Wahnvorstellungen sowie bei Unruhe, Angst und Erregungszuständen vermehrt bei Patienten in Pflegeheimen eingesetzt werden.

Der Beitrag des OptiMedis-Analyseteams Laura Lange, Timo Schulte, Birger Dittmann und Dr. h. c. Helmut Hildebrandt sowie die weiteren Studien im aktuellen Pflegereport der DAK-Gesundheit bieten neben den beschreibenden Ergebnissen zahlreiche Ansatzpunkte, wie eine teilhabeorientierte Lebensweise für Demenzpatienten erreicht und wie die gesellschaftlichen Herausforderungen angegangen werden können.

Weitere Informationen zum Pflegereport finden Sie auf der Webseite der DAK-Gesundheit. Wenn Sie sich über unsere Leistungen im Bereich der Versorgungsforschung informieren möchten, wenden Sie sich bitte an Timo Schulte, Head of Health Data Analytics & IT. Mehr dazu lesen Sie auch in unserer Broschüre „Aus Daten Mehrwert schaffen. Analyse von Versorgungs- und Gesundheitsdaten“.


Tabelle 1: Top 10 Krankenhaus-Entlassungsdiagnosen mit signifikanter Entwicklung im Vergleich der Zeiträume vor und nach Demenz-Erstdiagnose

Top 10 Krankenhaus-Entlassungsdiagnosen mit signifikanter Entwicklung im Vergleich der Zeiträume vor und nach Demenz-Erstdiagnose

(n = 17.450)

- 1 Jahr+ 1 JahrSignifikanz
E86 Volumenmangel2,247,12*
I50 Herzinsuffizienz3,586,56*
S72 Fraktur des Femurs2,756,56*
F05 Delir, nicht durch Alkohol /psychotrope Substanzen bedingt0,855,19*
J18 Pneumonie, Erreger nicht näher bezeichnet1,595,00*
S06 Intrakranielle Verletzung1,933,98*
N39 Sonstige Krankheiten des Harnsystems1,343,63*
S32 Fraktur der Lendenwirbelsäule und des Beckens1,352,64*
R55 Synkope und Kollaps1,352,63*
A41 Sonstige Sepsis0,832,22*

 

Tabelle 2: Kosten pro demenzkranken Pflegebedürftigen vor und nach Demenz-Erstdiagnose

Kosten pro demenzkranken Pflegebedürftigen vor und nach Demenz-Erstdiagnose in €

(n = 17.450)

- 1 Jahr+ 1 Jahr
Ambulant Arzt1.091,97 €1.437,73 €
Krankenhaus4.633,35 €8.123,28 €
Arzneimittel1.418,63 €1.806,07 €
Heilmittel376,03 €579,54 €
Fahrtkosten395,82 €854,64 €
Häusliche Krankenpflege845,74 €1.342,96 €
SAPV4,44 €28,00 €
Pflegeleistungen der SPV3.997,69 €9.949,70 €
Gesamt (GKV und SPV)12.767,83 €24.127,59 €


SAPV= Spezialisierte ambulante Palliativversorgung, SPV = Soziale Pflegeversicherung, GKV = Gesetzliche Krankenversicherung