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Bessere Zusammenarbeit von Ärzten und Patienten: Kinzigtal-Mitglieder leben länger

Studie weist verbesserte Ergebnisqualität und effizientere Versorgung im Kinzigtal nach

Pressemitteilung vom 31. Oktober 2012

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Haslach/Hamburg. 31. Oktober 2012. Versicherte, die sich in die Integrierte Versorgung Gesundes Kinzigtal einschreiben, leben länger. Ihr Sterbezeitpunkt verzögert sich gegenüber nicht eingeschriebenen Versicherten im Schnitt um 1,4 Jahre.1 Dies bildet sich in der Sterberate ab, die bei Kinzigtal-Mitgliedern um 53% geringer ist als bei Nicht-Mitgliedern: Es verstarben 81 Mitglieder (1,76%), aber 172 Nicht-Mitglieder (3,74%) innerhalb eines Beobachtungszeitraums von zehn Quartalen nach Einschreibung [siehe Grafik 1]. Dieser Unterschied ist statistisch signifikant und bleibt es selbst dann, wenn mögliche Verzerrungen wie eine Kurzzeit-Mortalität ausgeschlossen werden.

Das ist ein Ergebnis der Studie „Drei Dimensionen im internen Vergleich“, mit der drei Zieldimensionen von Gesundes Kinzigtal, die Ergebnisqualität, die Effizienz und die Mitgliedertreue, anhand aussagekräftiger Indikatoren gemessen wurden. „Erstmals konnten in einem Integrierten Vollversorgungsprojekt Ergebnisendpunkte wie die Mortalität evaluiert werden“, betont Helmut Hildebrandt, Geschäftsführer Gesundes Kinzigtal GmbH und Vorstand der OptiMedis AG. Dies geschah im Rahmen einer Kohortenstudie, bei der jeweils 4.596 Mitglieder und Nicht-Mitglieder der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal hinsichtlich ihrer Risiko- und Strukturmerkmale mittels Propensity Score-Matching vergleichbar gemacht wurden. Die Auswertung erfolgte auf Basis der anonymisierten Routinedaten der AOK Baden-Württemberg.

Mehrfacher Nutzen für Kassen und Versicherte

Nicht nur die Ergebnisqualität, auch die Effizienz der Versorgung verbessert sich zugunsten der Kinzigtal-Mitglieder. Das zeigt sich in der Entwicklung der relativen Gesamtkosten, die auf die deutschlandweiten Durchschnittskosten (Morbi-RSA) referenzieren. Diese entwickeln sich für Kinzigtal-Mitglieder deutlich positiver: Die Differenz zu den Nicht-Mitgliedern beträgt nach zwei Jahren 151 Euro pro Kopf. „Die Krankenkassen haben einen dreifachen Nutzen. Sie profitieren von der verbesserten Versorgung ihrer Versicherten und den wirtschaftlichen Vorteilen in der Integrierten Versorgung. Zusätzlich nützt ein IV-Vertrag den Kassen ebenfalls zur Kundenbindung“, unterstreicht Hildebrandt [siehe Grafik 2].

Die Rate der Kassenwechsler gibt ihm recht. Von den eingeschriebenen Versicherten konnten 55% mehr in der Kasse gehalten werden als in der Vergleichsgruppe. Innerhalb von vier Kalenderjahren verließen 129 eingeschriebene Versicherte, aber 200 nicht eingeschriebene Versicherte ihre Kasse. „Die positiven Effekte im Kinzigtal erklären wir uns damit, dass Ärzte und Therapeuten mit den Patienten enger zusammenarbeiten, sich im Rahmen der Integrierten Versorgung mehr Zeit für die Vereinbarung gemeinsamer Ziele nehmen und ein gutes therapeutisches Bündnis entwickeln können“, erläutert der Hornberger Allgemeinarzt Martin Wetzel, Vorsitzender des Kinzigtaler Ärztenetzes MQNK. Er betont: „Ich erlebe mehr und mehr ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein bei unseren Patienten. Da spielen unsere vielen Aufklärungskampagnen, unsere Schulungen im Selbstmanagement und unsere Projekte mit den Sportvereinen, den Gemeinden und den Betrieben in der Region eine wichtige Rolle.“

Gesundes Kinzigtal wird zum Vorbild für andere Regionen

Die Akzeptanz in der Region und bei den Versicherten ist da. Geschäftsführer Hildebrandt freut sich darüber hinaus über die positive Resonanz, die Gesundes Kinzigtal im Ausland erfährt. „Inzwischen kommen vermehrt ausländische Krankenkassen oder Studiengruppen nach Südbaden ins Kinzigtal, um sich unsere Vorgehensweise und unsere Ergebnisse vorstellen zu lassen. Vor kurzem hatten wir eine Delegation einer holländischen Krankenkasse bei uns, davor waren Besuchergruppen aus Dänemark, Österreich und der Schweiz im Kinzigtal.“

Neben dem Kinzigtal gibt es eine weitere Integrierte Versorgungslösungen in anderen Regionen Deutschlands, die zu positiven wirtschaftlichen Ergebnissen kommen. Allgemeinarzt Wetzel sieht großes Potenzial für derartige Lösungen, die die Gesundheitssituation in Deutschland verbessern können: „Wir wissen heute viel mehr darüber, wie wir Gesundheit erhalten und fördern können. Das Problem ist die Umsetzung auf der regionalen Ebene. Wenn der Kinzigtal-Ansatz der Integrierten Versorgung für Deutschland zum Vorbild würde, könnten wir mit sehr viel größerer Ruhe der Zukunft entgegen gehen“.

Die Studie erweitert die wissenschaftliche Begleitung im Kinzigtal

Seit Beginn der Integrierten Versorgung im Jahr 2006 werden die Ergebnisse und Prozesse im Kinzigtal hinsichtlich verschiedener Dimensionen intern und extern evaluiert. Hierzu wurde eigens eine Koordinierungsstelle an der Abteilung für Medizinische Soziologie an der Universität Freiburg gegründet. Die externe Evaluation fokussiert vor allem auf Prozessindikatoren, nicht aber auf Zielindikatoren oder Ergebnis-Endpunkte. Das war ein Grund, die Effekte der Integrierten Versorgung zwischen den eingeschriebenen und nicht eingeschriebenen Versicherten relativ zum jeweiligen Einschreibezeitpunkt in der aktuellen Studie zu vergleichen.

Diese erweitert die Evaluation im Kinzigtal um eine bislang noch nicht analysierte Ergebnisperspektive. Der Vergleich zwischen den eingeschriebenen und nicht eingeschriebenen Mitgliedern ist eine gängige Methode, um den Erfolg in Integrierten Versorgungsprojekten oder Praxisnetzen zu messen. So wird zusätzlich eine bessere Vergleichbarkeit mit anderen IV-Projekten ermöglicht. „Zukünftige Detailauswertungen sollen uns noch genauere Hinweise liefern, wodurch sich die Effekte der Studie erklären lassen. Dazu sollen beispielsweise detailliertere Kostenanalysen nach Sektoren durchgeführt und die Mortalitätsrate nach Subgruppen differenziert untersucht werden“, verspricht Hildebrandt.

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Weiterführende Links:

Download Studie „Drei Dimensionen im internen Vergleich“: images/.docs/aktuelles/121026_drei_dimensionen.pdf
Evaluations-Koordinationsstelle zur Integrierten Versorgung (EKIV): www.ekiv.org


Infografik 1:

 

Infografik 2:




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