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Rauchfrei in den OP – Innovatives Präventionsprogramm startet

Pressemitteilung vom 26. Februar 2015

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Anhänge zu dieser Pressemitteilung: Ein Foto der Kooperationspartner bei der Auftaktveranstaltung zu "Rauchfrei in den OP" finden Sie hier.

Offenburg, Haslach, 26.02.2015. Das von Gesundes Kinzigtal und dem Ortenau Klinikum entwickelte Programm „Rauchfrei in den OP“ geht an den Start. Ziel des Programms ist es, Raucher mindestens vier Wochen vor einer geplanten Operation vom Nikotin zu entwöhnen. „Das reduziert das Risiko für postoperative Komplikationen wie beispielsweise Herz-, Kreislauf- und Gerinnungsstörungen deutlich", erläutert Dr. med. Michael Neuburger, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin am
Ortenau Klinikum Achern-Oberkirch. Raucher haben im Vergleich zu Nichtrauchern ein sechsmal höheres Risiko für perioperative pulmonale Komplikationen und ein drei- bis sechsfach höheres Risiko für Wundheilungsstörungen, teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg mit.

Großes Versichertenpotenzial

In den Häusern des Ortenau Klinikums werden jährlich bis zu 3.000 geplante Eingriffe an Rauchern vorgenommen. Darunter fallen Operationen an der Hüfte, dem Kniegelenk, der Bandscheibe oder der Schilddrüse. Die Zeit zwischen Indikationsstellung und OP-Termin beträgt häufig mehrere Wochen, wenn nicht Monate. „Hier setzen wir mit dem Programm an, indem die Raucher über die Risiken einer Operation durch ihren Arzt oder die Klinik frühzeitig informiert und bei der Entwöhnung gezielt unterstützt werden“, berichtet Dirk Konnegen, zuständiger Projektleiter bei Gesundes Kinzigtal. Die Raucher haben zwei Entwöhnungsmethoden zur Auswahl: Akupunktur bei niedergelassenen Ärzten mit entsprechender Zusatzausbildung oder eine Gruppentherapie nach dem Modell des Tübinger Arbeitskreises Raucherentwöhnung. Diese wird in Kooperation mit den Suchtberatungsstellen des baden-württembergischen Landesverbandes für Prävention und Rehabilitation angeboten.

Weitere Krankenkasse an Bord

An „Rauchfrei in den OP“ beteiligen sich alle neun Standorte des Ortenau Klinikums. Die Kreisärzteschaft im Ortenaukreis unterstützt das Projekt aktiv, mitmachen können alle der mehr als 800 Vertragsärzte im Ortenaukreis. „Um möglichst viele Versicherte zu erreichen, wollen wir das Programm nicht auf die Integrierte Versorgung Gesundes Kinzigtal beschränken. Es ist ein Präventionsprogramm für den gesamten Ortenaukreis“, betont Helmut Hildebrandt, Geschäftsführer der Gesundes Kinzigtal GmbH und Vorstand der OptiMedis AG. Neben den beiden Partnerkassen von Gesundes Kinzigtal, der AOK Baden-Württemberg und der Landwirtschaftlichen Krankenkasse der SVLFG, beteiligt sich auch die Barmer GEK an dem Programm. Dirk Fischbach, Regionalgeschäftsführer der Barmer GEK in Freiburg i. Br., unterstützt dies aus zwei Gründen: „Mit ,Rauchfrei in den OP‘ werden die Versorgung und die Vorsorge verbessert.“ Die drei Krankenkassen ersetzen ihren Versicherten die entstandenen Kosten anteilig oder komplett. Das Programm findet aber nicht nur Anklang bei Ärzten und Krankenkassen. Die baden-württembergische Sozialministerin Katrin Altpeter ist davon so überzeugt, dass sie die Schirmherrschaft für „Rauchfrei in den OP“ übernommen hat.

Präventionsprogramm bundesweit etablieren

Die Idee zu „Rauchfrei in den OP“ stammt aus Schweden und lehnt sich an das Programm „En rökfri Operation“ an. „,Rauchfrei in den OP‘ im Ortenaukreis soll eine Initialzündung sein, ähnliche Programme bundesweit zu etablieren. Wir wollen damit eines der sieben nationalen Gesundheitsziele erreichen, den Tabakkonsum zu reduzieren“, fasst Hildebrandt zusammen. Die nationalen Gesundheitsziele, die unter der Beteiligung von Bund, Ländern und Sozialversicherungsträgern entwickelt wurden, sollen von den Krankenkassen bei den zukünftigen Präventionsanstrengungen berücksichtigt werden. Dies sieht der Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Präventionsgesetz vor. „Das Programm ,Rauchfrei in den OP‘ ist ein weiterer Baustein in unseren Präventionsmaßnahmen gegen den Tabakkonsum. Er erweitert unser bestehendes Programm ,Rauchfreies Kinzigtal‘, das wir 2007 initiiert haben“, so Konnegen.

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