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Innovationsfonds: Hamburger Projekt INVEST wird gefördert

Konsortium will eine integrierte Gesundheitsversorgung im Hamburger Osten etablieren

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Hamburg. 09.11.2016 Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) will das Hamburger Projekt INVEST[1] Billstedt/Horn ab 2017 für drei Jahre mit bis zu 6,3 Millionen Euro fördern. Im Rahmen des Modellprojektes sollen die gesundheitlichen Chancen der Bevölkerung in zwei sozial benachteiligten Hamburger Stadtteilen verbessert werden. Ein breites Bündnis von Gesundheitsmanagern, Krankenkassen, Praxen, Kliniken, Wissenschaft und Unternehmen will hierzu in Billstedt und Horn ein integriertes, patientenorientiertes Versorgungsmodell etablieren und die Übertragbarkeit auf andere Regionen evaluieren.

Höhere Krankheitslast in sozial benachteiligten Großstadtregionen

„Die Bevölkerung in Billstedt und Horn hat aufgrund der sozioökonomischen Bedingungen schlechtere Lebens- und Gesundheitschancen als die übrige Hamburger Bevölkerung“, erläutert Alexander Fischer, Projektleiter bei der eigens für das Projekt gegründeten Managementgesellschaft Gesundheit für Billstedt/Horn UG (haftungsbeschränkt). In diesen Stadtteilen leben im Hamburger Vergleich überdurchschnittlich viele Empfänger von Sozialleistungen, Migranten, Menschen mit niedrigen Schulabschlüssen und Alleinerziehende. „Eine im letzten Jahr durchgeführte Analyse zeigte, dass die Bevölkerung in den beiden Stadtteilen früher und häufiger an chronischen Krankheiten wie Diabetes, COPD oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkrankt und auch früher stirbt“, so Fischer.

Gesundheitsversorgung neu organisieren

„Die höhere Krankheitslast der Bevölkerung geht einher mit einem schlechteren Versorgungsgrad in den Stadtteilen“, unterstreicht Dr. Gerd Fass, Facharzt für Chirurgie in Billstedt und Vorsitzender des Ärztenetzes Billstedt-Horn e. V. Beide Stadtteile haben eine unterdurchschnittliche Haus- und Facharztdichte. Dies hat zur Folge, dass unter anderem die Zahl der Notaufnahmen in den Kliniken seit Jahren steigt.

Die Gesundheitsversorgung in Billstedt und Horn soll im Rahmen des Projektes neu organisiert, der öffentliche Gesundheitsdienst integriert und der medizinische und soziale Sektor vernetzt werden. „Wir wollen in den kommenden Jahren die Versorgungsdefizite im ambulanten medizinischen Sektor mindern und den Zugang der Bevölkerung zur Gesundheitsversorgung verbessern“, betont Dr. h. c. Helmut Hildebrandt, Vorstand der OptiMedis AG, die zusammen mit dem NAV-VirchowBund die Idee zur Umsetzung gebracht hat. Der Zugang der Bevölkerung zum Gesundheitssystem soll künftig erleichtert werden, indem beispielsweise ein Gesundheitskiosk an einem zentralen Ort in den Stadtteilen eröffnet wird. Dort sollen Gesundheitsberatung, Patientenschulungen oder Casemanagement niedrigschwellig angeboten werden. Und die digitale Kommunikation zwischen den Ärzten sowie zwischen dem Arzt und seinen Patienten soll dazu beitragen, die Diagnostik und Therapie zu verbessern. So soll eine elektronische Patientenakte den Austausch von Patientendaten zwischen den behandelnden Ärzten ermöglichen und eine mobile Anwendung für ein Smartphone soll bei dem Transfer der Gesundheitsdaten zwischen Arzt und Patient helfen.

Gesundheitsversorgung vor Ort verbessern

Die schlechtere sozioökonomische Situation der Bevölkerung korreliert mit einer höheren Krankheitslast. „Wir wollen nicht, dass weniger betuchte Menschen schlechtere Gesundheitschancen als andere haben“, sagt Matthias Mohrmann, Mitglied im Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg, die über 32.000 Menschen in Billstedt und Horn versichert, zum Engagement der AOK. „Wir wollen die Qualität der Gesundheitsversorgung vor Ort verbessern und die Gesundheitskompetenz der Betroffenen stärken. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, dass die Mittel an die richtige Stelle fließen.“ Vermeiden die geplanten innovativen Maßnahmen überflüssige Kosten, beispielsweise bei Krankenhäusern oder in der Arzneimitteltherapie, könnten frei werdende finanzielle Mittel in eine weitere Verbesserung der Versorgung reinvestiert werden.

IV-Vertrag sichert Nachhaltigkeit

Um das Projekt über die drei Jahre hinaus nachhaltig zu verankern, hat die AOK Rheinland/Hamburg bereits Mitte des Jahres einen Integrierten Versorgungsvertrag (IV) mit der regionalen Managementgesellschaft Gesundheit für Billstedt/Horn geschlossen. Das Ziel ist, die Versicherten besser und wirtschaftlicher zu versorgen. „Mit dem IV-Vertrag signalisieren wir, dass das neue sektorenübergreifende Versorgungsmodell aus unserer Sicht das Potenzial hat, dauerhaft in die Versorgung aufgenommen zu werden“, so Mohrmann. Die Grundlage für den IV-Vertrag bildet das von der OptiMedis AG entwickelte und erprobte regionale Versorgungsmodell. Dr. h. c. Hildebrandt ergänzt: „Wir wollen mit der AOK unser IV-Modell weiterentwickeln und in einer Großstadt umsetzen.“

Breites Hamburger Bündnis tritt an

Projektträger ist die regionale Managementgesellschaft Gesundheit für Billstedt/Horn UG (haftungsbeschränkt), deren Gesellschafter die Beteiligungs- und Managementgesellschaft OptiMedis AG (30 % Gesellschaftsanteile), das Ärztenetz Billstedt-Horn e. V. (60 %), die SKH Stadtteilklinik Hamburg GmbH und der NAV Virchow-Bund e. V. (je 5 %) sind. Die Konsortialpartner des Projektes sind neben der OptiMedis AG die AOK Rheinland/Hamburg und die BARMER GEK, das Institut für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf und das Digital Health-Unternehmen connected-health.eu GmbH mit dem Produkt LifeTime. Das Projekt wird durch das Hamburg Center for Health Economics (HCHE) an der Universität Hamburg unter Leitung von Prof. Dr. Jonas Schreyögg wissenschaftlich begleitet, um die Übertragbarkeit zu evaluieren. Zahlreiche weitere Kooperationspartner aus dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungssektor, unter anderem das Billenetz, die Arbeiterwohlfahrt und der Hausärzteverband, sowie die kommunale Verwaltung wollen das Projekt in den kommenden Jahren unterstützen.

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Ein Bild der Konsortialpartner finden Sie in unserem Newsroom unter Pressebilder.


[1] Das Akronym INVEST steht für INtegrierte gesundheitliche VollVErsorgung in deprivierten großSTädtischen Regionen