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OptiMedium Juni 2019

Blick in die Praxis: Wie zwei hessische Landkreise mit OptiMedis zusammen Case Management starten

CaseManagerCase Manager unterstützen seit Ende 2018 in zwei hessischen Landkreisen insbesondere hochaltrige, chronisch kranke oder mobilitätseingeschränkte Menschen und deren Angehörige. Foto: Adobe StockOptiMedis setzt gemeinsam mit Kommunen verschiedene Maßnahmen zur besseren Gesundheitsversorgung um – unter anderem Case Management in den Landkreisen Vogelsbergkreis und Darmstadt-Dieburg. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, wie wichtig die Arbeit der neuen Case Manager vor allem für ältere Menschen ist und welchen Nutzen dies für das Gesundheitssystem hat.

Anna ist 79 Jahre alt und betreut ihren drei Jahre älteren, an Demenz erkrankten Ehemann. Er hat den Pflegegrad 3, einmal am Tag kommt der ambulante Pflegedienst zu ihm. Ihre Wohnung können die beiden kaum noch verlassen, sodass sie fast keine sozialen Kontakte haben. Anna ist zunehmend körperlich und seelisch von der Pflege ihres Partners ausgezehrt und kann sich nicht mehr um ihre eigene Gesundheit kümmern.

Eine Nachbarin vermittelt Anna den Kontakt zu einer kommunalen Case Managerin, die das Ehepaar dann im Rahmen eines präventiven Hausbesuchs aufsucht. In diesem Entlastungsgespräch bekommt sie wichtige Informationen über die Lebens- und Wohnsituation, ermittelt Annas persönlichen Gesundheitszustand und den Versorgungsbedarf der beiden. Gemeinsam besprechen sie, welche Hilfs- und Unterstützungsleistungen sinnvoll wären. Z. B. gibt es im Stadtteil seit kurzem eine Tagespflege. Und da Anna gern wieder mit anderen Menschen Zeit verbringen möchte, bietet sich der wöchentliche Seniorennachmittag der Kirchengemeinde an. Nach dem Besuch bittet die Case Managerin den Pflegestützpunkt des Landkreises, das Paar ebenfalls zu besuchen, um sie über weitere Pflegeangebote und Möglichkeiten zu informieren und eine Wohnraumberatung vorzunehmen.

Unterstützung reduziert Arzt- und Krankenhausbesuche

Annas Geschichte illustriert die Situation vieler alter Menschen, deren eigene Gesundheit durch eine belastende Lebenssituation gefährdet ist. Und sie zeigt nur einen Ausschnitt der vielfältigen Tätigkeiten von Case Managern, die unter anderem in den hessischen Landkreisen Vogelsbergkreis und Darmstadt-Dieburg tätig sind. Neben den Besuchen in der Häuslichkeit von Hilfebedürftigen und der Ermittlung von deren Bedarfen gehören das Initiieren und Koordinieren von Hilfs- und Unterstützungsleistungen sowie deren Monitoring zu ihren Aufgaben. Außerdem kontrollieren sie die Wirkung der Maßnahmen und dokumentieren sie.

Wichtig ist, dass die Case Manager die regionalen Angebote im Sozialraum kennen und ein Netzwerk von Akteuren aus Medizin, Pflege, Soziales und Ehrenamt aufbauen, die dadurch häufig zum ersten Mal miteinander vernetzt werden. Die ausgedünnte Infrastruktur, speziell in kleineren Gemeinden, kann dabei zur Herausforderung werden. Oftmals gibt es in ländlichen Gemeinden keine Hilfs- und Unterstützungsangebote, die den tatsächlichen Bedarfen von hochaltrigen, chronisch kranken oder mobilitätseingeschränkten Menschen entsprechen. Diese finden sich häufig nur in den Mittel- oder Oberzentren von Landkreisen. Hier können die Case Manager aber fehlende Angebote anstoßen und so dazu beitragen, dass gesundheitsfördernde bzw. seniorengerechte Strukturen in den Kommunen aufgebaut werden.

Die Landkreise Darmstadt-Dieburg und Vogelsbergkreis beschäftigten seit Ende letzten Jahres Case Manager. Die Projekte werden durch Fördergelder des Landes, Stiftungsmittel und durch die Landkreise finanziert. OptiMedis hat neben der Fördermittelakquise auch die Versorgungskonzepte für das Case Management des jeweiligen Landkreises mitentwickelt, ein Anforderungsprofil für die Stellen erstellt, die Mitarbeiter intern und extern weitergebildet, Assessmentinstrumente gesichtet, Formulare entwickelt und beim Marketing unterstützt. Und sie begleitet die Case Manager von Beginn an bei der Umsetzung ihrer Tätigkeiten in den Gemeinden und Städten. Für Projektleiter Ulf Werner liegen die Vorteile auf der Hand: „Die Klienten werden in ihrem Wohn- und Lebensumfeld gestärkt, wodurch sowohl stationäre Einweisungen in Krankenhäuser oder Pflegeheime reduziert als auch Fehlinanspruchnahmen des Hausarztes vermindert werden können. Die Kommunen können unter anderem von dem Aufbau gesundheitsfördernder kommunaler Strukturen sowie von geringeren Aufwendungen für die Hilfe zur Pflege profitieren.“