OptiMedium November 2019

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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Ruf nach Patientenlotsen, Coaches oder Case-Managern, also nach Menschen, die Patienten im Weg durch das Gesundheitssystem begleiten und im Hinblick auf ihre gesundheitliche Situation beraten, wird immer lauter. Die neue Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke, möchte Patientenlotsen nun sogar ins Sozialgesetzbuch V aufnehmen. Doch bisher gibt es Lotsen nur in wenigen Modellprojekten und oft ausgerichtet auf spezielle Zielgruppen wie chronisch Kranke oder Pflegebedürftige beim Übergang vom Krankenhaus in die Betreuung zu Hause.

Im Gesunden Werra-Meißner-Kreis gehen wir einen Schritt weiter: Unsere Gesundheitslotsen beraten alle Versicherten der Partnerkrankenkassen in der Region rund um Gesundheit – egal wie alt oder wie krank sie sind. Sie finden heraus, welche Unterstützung sie brauchen, vereinbaren Gesundheitsziele und vermitteln passende Angebote. Denn es geht ja auch darum, Patienten zu aktivieren, Gesundheit zu fördern und Krankheiten hinauszuzögern. Wer Gesundheitslotse werden kann und wie sie eingesetzt werden, lesen Sie weiter unten.

Ein weiterer Schwerpunkt in dieser Ausgabe ist die Versorgung mit Medikamenten, vor allem bei älteren und chronisch kranken Menschen. Wie können wir sie gezielt verbessern und so unerwünschte Interaktionen und Krankenhausaufenthalte verhindern? Prof. Dr. Martin Wehling erklärt im Interview, wie der neu entwickelte Algorithmus FORTA-EPI Verbesserungspotenziale in der Arzneimitteltherapie ermittelt und für wen er nutzbar ist.

Spannend geht es auch im Kinzigtal weiter. Nach der erfolgreichen Testphase der Vernetzungssoftware elpax, folgen nun die praktische Anwendung und der Rollout. „Für die teilnehmenden Ärzte wurde deutlich, dass elpax tatsächlich eine Lücke schließt, die vorher nur unter Inkaufnahme eines immensen administrativen Aufwands als überwindbar galt. Denn die Software sorgt dafür, dass die Praxen trotz unterschiedlicher Praxisverwaltungssysteme schnell tagesaktuelle patientenbezogene Informationen austauschen können“, berichtet Dr. Christoph Löschmann, seit kurzem Geschäftsführer von Gesundes Kinzigtal, im Interview.

Lesen Sie außerdem u. a. in dieser Ausgabe, an welchen neuen EU-Projekten wir arbeiten, wie es im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement weiter geht, wie Wettbewerb in einem gesundheitsorientierten Gesundheitswesen gestaltet sein könnte (Kommentar von Dr. Albrecht Kloepfer vom Institut für Gesundheitssystem-Entwicklung) und wie Sie sich als Arzt am Projekt „FRAG MICH! des Bundesgesundheitsministeriums beteiligen können.

Ein herzlicher Glückwunsch geht an unsere Kollegen in England. Unser Joint Venture OptiMedis-COBIC hat gemeinsam mit Partnern den renommierten Health Service Journal Awards für die beste Initiative zur Weiterentwicklung des englischen Gesundheitssystems gewonnen.

Viel Spaß beim Lesen – wir freuen uns über Feedback!

Helmut 05

 

Ihr Helmut Hildebrandt
Vorstandsvorsitzender OptiMedis

 

 

 

Gleichberechtigung ist uns sehr wichtig. Damit aber unsere Texte im OptiMedium besser lesbar sind, nutzen wir die männliche Schriftform für personenbezogene Wörter. Entsprechende Begriffe sind im Sinne der Gleichberechtigung für alle Geschlechter zu verstehen.

Gesamtausgabe des OptiMediums als PDF


     
Aus den Regionen 

Aus den Regionen

  

Innovation im Gesunden Werra-Meißner-Kreis: Interprofessionelle Gesundheitslotsen beraten Einwohner

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Christoph Löschmann: „elpax soll digitale Standardlösung für Arztnetze werden“ – Interview

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Innovatives BGM-Konzept im Kinzigtal kommt an – 23 Unternehmen an Bord

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Aus Politik und Verbänden 

Aus Politik und Verbänden

  

Albrecht Kloepfer: „Mehr (Qualitäts-)Transparenz im Kassenwettbewerb“ –  Kommentar

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DNGfK-Seminar: Startschuss für neues BGM-Fortbildungssystem

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OptiMedis tritt German Health Alliance bei – globale Gesundheit vorantreiben und internationale Vernetzung fördern

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Aus Wissenschaft und Forschung 

Aus Wissenschaft und Forschung

  

Martin Wehling: „Mit dem FORTA-Algorithmus optimieren wir die Arzneimittelversorgung“ – Interview

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OptiMedis 

Neues von OptiMedis

  

FRAG MICH! – Projekt zur Fehlerprävention sucht Ärzte für Teilnahme

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OptiMedis sucht neue Teammitglieder

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Internationales 

Internationales

  

Renommierte Auszeichnung: Health Service Journal Award geht an OptiMedis-COBIC

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Zuschlag für zwei neue Forschungsprojekte: ADLIFE und OECD Proms

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COMPAR-EU: Spannende News jetzt im Selbstmanagement-Blog

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Straßburg: Von OptiMedis begleitetes Versorgungsmodell überzeugt im Innovationswettbewerb der französischen Regierung

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Das OptiMedis-Modell in China: Einsparcontracting-Verträge entwickeln sich zu einem Motor für Population Health Management

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Schlaglichter 

Schlaglichter

  

Tagesthemen stellen den Gesundheitskiosk in Hamburg-Billstedt vor

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DAK-Pflegereport 2019: OptiMedis analysiert Auswirkungen durch neuen Begriff der Pflegebedürftigkeit

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Landkreis Darmstadt-Dieburg startet Qualitätsdialog zur geriatrischen Versorgung

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Wie kommt die Integrierte Versorgung in Europa an? WHO sucht Experten für Umfrage

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Buchrezension: „Das Gesundheitswesen in China: Strukturen, Akteure, Praxistipps“ von Ulrike Reisach (Hrsg.)

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Termine 

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Presseschau 

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Aus den Regionen

Innovation im Gesunden Werra-Meißner-Kreis: Interprofessionelle Gesundheitslotsen beraten Einwohner

Von einer gut erreichbaren, niedrigschwelligen und kostenfreien Beratung zu Gesundheit und Gesundheitsförderung profitieren seit einigen Wochen die Einwohner* einer ländlich geprägten nordhessischen Region. Innerhalb des integrierten Gesundheitsnetzwerks Gesunder Werra-Meißner-Kreis werden seit August sogenannte „Gesundheitslotsen“ ausgebildet. Sie beraten vor allem präventiv und aktivierend, unterstützen aber auch Menschen, die bereits erkrankt sind.
„Wir haben eine neuartige, berufsbegleitende Weiterbildung entwickelt, die wir gemeinsam mit Experten verschiedener Fachbereiche durchführen. Zwölf Gesundheitslotsen haben ihre Arbeit vor Ort bereits aufgenommen, acht weitere Teilnehmer schließen in Kürze die Weiterbildung ab“, berichtet Dr. h.c. Helmut Hildebrandt, Geschäftsführer der regionalen Managementgesellschaft Gesunder Werra-Meißner-Kreis GmbH.

Gesundheitslotsen kommen aus gesundheitsbezogenen Berufen

Gesundheitslotsen 1Marianne König (rechts) aus dem Versorgungsmanagement der Gesunder Werra-Meißner-Kreis GmbH überreicht Anja Küllmer (Mitte), MFA in der Praxis von Dr. Oliver Kühlke (links), nach erfolgreicher Teilnahme am neuen Weiterbildungsprogramm ihr Gesundheitslotsen-Zertifikat. Foto: Gesunder Werra-Meißner-Kreis Um über die gesamte Region verteilt qualifizierte Anlaufstellen für erste Fragen rund um die Gesundheit zu etablieren, werden Fachkräfte quer über alle Professionen des Versorgungssystems hinweg für die Weiterqualifizierung rekrutiert. Insbesondere adressiert werden zum Beispiel Medizinische Fachangestellte (MFA) aus Arztpraxen, Pharmazeutisch-Technische Assistenten (PTA) aus Apotheken, Pflegekräfte in der Alten- oder Krankenpflege, Therapeuten und Fitnesstrainer sowie Berufsgruppen aus Physio-, Logo- und Ergotherapiepraxen, Ökotrophologen und Hebammen.
Marianne König aus dem Versorgungsmanagement der Gesunder Werra-Meißner-Kreis GmbH erklärt, wie die Gesundheitslotsen arbeiten: „Sie führen die Beratungen zusätzlich zu ihren normalen Tätigkeiten vor Ort in den Praxen und Einrichtungen durch. In rund 30 Minuten informieren sie die Versicherten individuell über gesundheitsfördernde Maßnahmen, erfragen Unterstützungsbedarfe, vereinbaren Gesundheitsziele und vermitteln passende Angebote.“ Außerdem seien sie Ansprechpartner für die Teilnahme am besonderen Versor-gungsangebot des Gesunden Werra-Meißner-Kreises und somit eine wichtige Verbindungsstelle zwischen der medizinisch-therapeutischen Versorgung und diesem zusätzlichen Gesundheits- und Versorgungsmanagement.

Berührungsängste abbauen und Arbeitgeber sensibilisieren

Gesundheitslotsen 2Gesundheitslotsen in Apotheken, wie Pharmazeutin Carmen Franke (Mitte) aus der Rübezahl Apotheke von Carla Schäfer (rechts) Apotheken, spielen bei der flächendeckenden Ausbeitung der des niedrigschwelligen Beratungsansatzes eine wichtige Rolle. Foto: Gesunder Werra-Meißner-Kreis Das zusätzliche Engagement der Praxen, Apotheken und Einrichtungen für die Gesundheit der Bevölkerung wird durch die regionale Managementgesellschaft vergütet. Ein nächster Schritt sei jetzt, so Marianne König, die Arbeitgeber der Gesundheitslotsen weiter dafür zu sensibilisieren, wie elementar zeitliche Freiräume für die Beratungen seien und wie diese erfolgreich geschaffen werden könnten. Darüber hinaus soll das Weiterbildungsprogramm fortentwickelt werden. „Es ist großartig zu sehen, wie motiviert unsere Lotsen bei der Sache sind. Wir bleiben mit ihnen nach der Weiterbildung im Austausch und feilen gemeinsam daran, Berührungsängste, z. B. bei der Ansprache der Versicherten, abzubauen. Außerdem nutzen wir ihr Feedback, um den Kurs künftig noch genauer an die Bedürfnisse der Lotsen und ihre Arbeitsumgebungen anzupassen“, berichtet Marianne König, die bereits den Aufbau eines Gesundheitslotsen-Stammtischs für den regelmäßigen Austausch der Fachkräfte untereinander plant.

Weitere Informationen zu den Gesundheitslotsen unter: www.gesunder-wmk.de/gesund-leben/gut-beraten (Seite für Einwohner)

*aktuell für alle Einwohner, die bei der BKK Werra-Meissner versichert sind (Anteil von knapp 25 Prozent der gesetzlich Krankenversi-cherten); weitere Krankenkassen sollen in Kürze als Partner hinzukommen.


Christoph Löschmann: „elpax soll digitale Standardlösung für Arztnetze werden“ – Interview

Loeschmann ChristophDr. Christoph Löschmann ist seit Sommer Geschäftsführer der Gesundes Kinzigtal GmbH. Foto: Gesundes KinzigtalDie Testphase der von Gesundes Kinzigtal und axaris entwickelten Vernetzungssoftware elpax, die Anfang 2019 beim Kongress für Gesundheitsnetzwerker einen Sonderpreis für technische Umsetzung bekommen hat, ist fast vorüber. Wir sprachen mit Dr. Christoph Löschmann, der in diesem Sommer die Geschäftsführung der Gesundes Kinzigtal GmbH von Dr. Brigitte Stunder und Dr. Alexander Pimperl übernommen hat, über den aktuellen Stand.

Herr Dr. Löschmann, wie kommen Sie mit der Implementierung von elpax voran?

Wir liegen voll im Zeitplan. Die Testphase hat uns weitere Erkenntnisse geliefert, die wir zur Optimierung des Produkts nutzen werden. Wir sind nun dabei, auf dieser sehr guten Basis das Konzept für den Rollout zu erarbeiten.

Was ist das Besondere an elpax?

In einem Verbund ärztlicher Praxen ist die interne Kommunikation ein zentraler Schlüssel für den Erfolg der Unternehmung. Die Stärke von elpax liegt darin, zu bestimmten Zeitpunkten definierte Daten aus Praxen mit verschiedenen Praxisverwaltungssystemen (PVS) unterschiedlicher Hersteller auf einer Plattform zusammenzubringen. Die Software sorgt also dafür, dass Praxen trotz unterschiedlicher PVS schnell tagesaktuelle patientenbezogene Informationen austauschen können. Für Versorgungs- oder Arztnetze entfallen damit aufwendige Schnittstellen oder Insellösungen, da elpax eben plattformübergreifend arbeitet. Natürlich läuft die Kommunikation datenschutzkonform getrennt und über Server in Deutschland ab.

Wie kommt elpax bei den Ärzten an?

Die Resonanz der Testphase stimmt uns sehr zuversichtlich. Für die teilnehmenden Ärzte wurde deutlich, dass elpax tatsächlich eine Lücke schließt, die vorher nur unter Inkaufnahme eines immensen administrativen Aufwands als überwindbar galt. Jetzt ist die Neugier groß, wie sehr elpax in der praktischen Anwendung und mit den weiteren Modulen die tägliche Arbeit sowohl in der Praxis als auch innerhalb des Netzes erleichtert.

Kann elpax auch in anderen Regionen eingesetzt werden?

Wir wollen elpax hin zu einer digitalen Standardlösung für Arztnetze entwickeln. Einzelne Module, wie zum Beispiel die elektronische Patientenakte (ePa), können aber auch in anderen Bereichen, wie beispielsweise in Notfallpraxen, eingesetzt werden. Das hat mit der Region oder Örtlichkeit weniger zu tun. Letztendlich muss sie nur installiert und netzspezifisch kalibriert werden. Unser generelles Ziel ist es, die Arbeit in den Praxen zu erleichtern und keine weiteren Hürden aufzubauen.


Aus Politik und Verbänden

Innovatives BGM-Konzept im Kinzigtal kommt an – 23 Unternehmen an Bord

Kinzigtal Gesunde BetriebeUnabhängig von der Branche und der Unternehmensgröße bilden inzwischen 23 Unternehmen der Region Kinzigtal das Netzwerk „Gesunde Betriebe“ und treiben so das Thema BGM für ihre Mitarbeiter voran. Foto: Gesundes KinzigtalBetriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) spielt auch in kleinen und mittleren Unternehmen eine immer größere Rolle. Im Netzwerk Gesunde Betriebe Kinzigtal, das von Gesundes Kinzigtal 2015 initiiert worden ist, haben sich mittlerweile 23 Unternehmen aus der Region zusammengetan. Die Bandbreite reicht vom Verpackungsspezialisten mit mehr als 400 Mitarbeitern über Stadtverwaltungen, Fachkliniken und Geldinstitute bis hin zu kleineren Pflegeeinrichtungen.

In gemeinsamen Runden lernen die Verantwortlichen voneinander, tauschen sich aus und schaffen so Synergieeffekte. Zudem lassen sich Angebote entwickeln, an denen Mitarbeiter unterschiedlicher Firmen teilnehmen können. So haben auch kleine Unternehmen die Chance, ihren Mitarbeitern gesundheitsfördernde Angebote zu machen. Darüber hinaus begleitet Gesundes Kinzigtal die Unternehmen im Netzwerk mit verschiedenen Angeboten auf ihrem Weg zu einem gesünderen Arbeitgeber.
Mehr dazu lesen Sie unter www.gesundes-kinzigtal.de/gesunde-betriebe-kinzigtal.

Hinweis für die nächste Ausgabe: Im Werra-Meißner-Kreis und den nordhessischen Nachbarkreisen ist OptiMedis ebenfalls mit dortigen regionalen Unternehmen in der Vorbereitung von Aktivitäten rund um das betriebliche Gesundheitsmanagement und dessen Verknüpfung mit der klassischen Gesundheitsversorgung vor Ort. Mehr dazu im nächsten OptiMedium.


Aus Politik und Verbänden

Albrecht Kloepfer: „Mehr (Qualitäts-)Transparenz im Kassenwettbewerb“ – ein Kommentar

Wie der Wettbewerb in einem gesundheitsorientierten Gesundheitswesen aussehen sollte, das beschreibt Dr. Albrecht Kloepfer vom Institut für Gesundheitssystem-Entwicklung (iX) in einem Kommentar fürs OptiMedium.

KlöpferDr. Albrecht Kloepfer vom Institut für Ge-sundheitssystem-Entwicklung. Foto: privatEs ist mehr als verwunderlich, dass sich nicht schon längst mal jemand der massiven Fehlanreize in unserem Gesundheitssystem systematisch angenommen hat, um danach zu forschen, welche Wettbewerbsfelder und welche Wettbewerbsparamater einem tatsächlich gesundheitsorientierten Gesundheitswesen angemessen sind. Denn wenn – wie im aktuellen System – Preis und Menge die dominanten Wettbewerbskriterien darstellen, dann bekommt man eben, beispielsweise, möglichst viele und möglichst billige Knie-Endoprothesen. Ganz einfach.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und das Institut für Gesundheitssystem-Entwicklung (iX) haben nun ein Eckpunktepapier formuliert, das versucht, zumindest den preisorientierten Kassenwettbewerb auf qualitätsorientiert Füße zu stellen. Schließlich setzte Ulla Schmidts Diktum, mit dem Zusatzbeitrag könne eine „gut wirtschaftende Kasse von einer schlecht wirtschaftenden unterschieden werden“, schon vor mehr als zehn Jahren die falschen Schwerpunkte: Denn den Versicherten sollte primär nicht interessieren, ob eine Kasse gut oder schlecht wirtschaftet (was immer das sein mag). Ihn interessiert, ob „seine“ Krankenkasse für ihn da ist, wenn er sie braucht. Oder ob sie ihn mit schikanösen Anträgen malträtiert, wenn er (oder sie natürlich!) damit gerade am allerwenigsten anfangen kann.

Mit anderen Worten: Die derzeitigen Wettbewerbsregeln für Krankenkassen regen in der Tat dazu an, beispielsweise einem Palliativpatienten Leistungen zu verweigern (und ihn auf einen Widerspruch oder den Klageweg zu verweisen), in der Hoffnung, der Patient werde diesen Weg nicht einschlagen – oder nicht überleben. Alle Krankenkassen werden dieses zynische Vorgehen mit Abscheu und Empörung zurückweisen, aber wenn die Logik des Wettbewerbs gerade ein solches Verhalten nahelegt. wäre es sehr verwunderlich, wenn es nicht passierte (und ich kenne konkrete Beispiele, die diese Vermutung zumindest sehr plausibel erscheinen lassen).

Damit, so vzbv und iX, soll jetzt Schluss sein! Denn ein solcher, dem Gesundheitswesen angemessener Wettbewerb ist im Grunde ganz einfach. Helmut Hildebrandt hat dazu bereits Anfang des Jahres in der „Welt der Krankenversicherung“ einen Aufschlag gemacht. Allerdings ist es – aus unserer Sicht – für eine morbiditätsorientierte Erfolgskontrolle, wie Hildebrandt sie mit seinem Ansatz „Value based Healthcare“ verfolgt, noch zu früh. Wir würden stattdessen einen sehr einfachen Einstieg empfehlen.

Harte Fakten, wie die Ablehnungs-, Widerspruchs- und Klagerate bei Anträgen könnten – zum Einstieg – der eine harte Parameter sein, den Kassen zu veröffentlichen haben (und der beispielsweise auf einem Web-Portal abgebildet werden könnte), Erreichbarkeit (persönlich, telefonisch und per Mail) könnte ein weiterer sein und ließe sich beispielsweise gut an die Versichertenzufriedenheit koppeln. Alles also zunächst kein Hexenwerk – und schon hätte der Versicherte eine erste Orientierung, was er zu wählen hätte. Man muss nur wollen!

„Mehr Transparenz im Kassenwettbewerb“ lautet also die Forderung von vzbv und iX, die sie in einem Positionspapier „(Qualitäts-)Transparenz für Krankenkassen“ formuliert haben. Dass mehr als 25 Jahre nach Etablierung freien Kassenwettwahl noch niemand auf diese Idee gekommen ist (zumindest nicht auf „breiter Front“), ist blamabel für die Politik – aber auch für die Vertreter der Volkswirtschaft, der Gesundheitsökonomie und der Kassen.

Mehr dazu lesen Sie im Heft „Qualitätswettbewerb in der GKV“ der Reihe „iX-Forum“ (www.ix-media/de.forum) und im Heft 1/2019 der „Welt der Krankenkassen“.
Das Positionspapier „(Qualitäts-)Transparenz für Krankenkassen“ finden Sie unter diesem Link.

Den angesprochenen Artikel „Ergebnistransparenz: Der Qualitätswettbewerb unter Krankenkassen braucht einen neuen Rahmen“ von Helmut Hildebrandt finden Sie hier als pdf-Datei. Seine Forderungen sind außerdem nachzulesen in dem 5-Punkte-Sofortprogramm für den Gesetzgeber von OptiMedis.


DNGfK-Seminar: Startschuss für neues BGM-Fortbildungssystem

Wie lässt sich Gesundheitskompetenz von Patienten gezielt stärken? Wie können Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen ihre Umgebung daraufhin ausrichten? Welche Ansätze gibt es und wie können wir sie gemeinsam vorantreiben? Das diskutierten die Teilnehmer eines interaktiven Seminars, das das Deutsche Netz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (DNGfK) in Kooperation mit dem Deutschen Netzwerks Gesundheitskompetenz (DNGK) am 23. September 2019 in Hamburg ausgerichtet hat.

Ein Thema stellte sich als besonders wichtig für die Einrichtungen heraus – die Entwicklung eines modularen Fortbildungssystems für Betriebliches Gesundheitsmanagement, das auch die Förderung der organisationalen Gesundheitskompetenz integriert. Die Teilnehmer arbeiteten in Kleingruppen Hürden und Treiber heraus und diskutierten, welche Punkte ihnen besonders wichtig sind: zusätzlichen Personalaufwand gering halten und klare Ansprechpartner für das BGM, ein Zertifikat zur Vermarktung des Angebots gegenüber Arbeitnehmern sowie mehr Anleitung bei der internen Kommunikation der Maßnahmen. Der erste Schritt zur Umsetzung ist bereits getan. „Wir haben die Rückmeldungen der Teilnehmer in unser Konzept aufgenommen und verhandeln nun exklusive Kooperations- und Fördermöglichkeiten für unsere Mitglieder“, berichtete Dipl. Med. Olaf Haberecht, Vorstandsvorsitzender des DNGfK, im Nachgang der Veranstaltung. Wie die Gespräche weitergehen, erfahren Sie über unseren Newsletter.

Bewährte Strategien zur Verankerung von Gesundheitskompetenz

DNGFK GesundheitskompetenzDas Thema Gesundheitskompetenz im Fokus: Die Teilnehmer des DNGfK-Seminars diskutierten einzelne Schwerpunkte in Kleingruppen. Foto: OptiMedisEinen Überblick über bewährte Ansätze zur Stärkung der Gesundheitskompetenz gaben auch die eingeladenen Experten. „Wie gut sich ein Mensch in den Institutionen des Gesundheitswesens zurechtfindet, hängt nicht nur von persönlichen und situativen Determinanten ab. Auch soziale und umweltbezogene Faktoren spielen eine Rolle“, erklärte Prof. Eva Maria Bitzer, Vorstandsmitglied DNGK. Die Rahmenbedingungen für persönliches Empowerment müssten in den Einrichtungen geschaffen werden, sagte auch DNGK-Vorsitzende Corinna Schäfer. Dazu zähle eine ausreichende Aufklärung, das Mitspracherecht in der medizinischen Entscheidungsfindung und die Autonomie des Patienten über seine eigene Gesundheit.

Die Stärkung von Gesundheitskompetenz ist in Deutschland noch ein relativ neues Feld. Das DNGfK hat dieses Feld aber schon vor zehn Jahren entdeckt und Strategien und Standards zur Bewertung und Förderung entwickelt. Eins der bekanntesten Instrumente ist das von der WHO entwickelte und bereits seit vielen Jahren in der Praxis eingesetzte Standardset zur Gesundheitsförderung, das aktuell überarbeitet wird. Einen ersten Einblick gab Dr. Oliver Gröne, der auch für die Entwicklung des originalen WHO-Standardsets verantwortlich war: „Neu ist auf der einen Seite ein stärkerer Fokus auf die Themen Tabak- und Alkoholkonsum, Ernährung und Bewegung und damit auf die gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen der Bevölkerung, andererseits die Berücksichtigung eines umfassenderen Rahmenkonzepts für Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz.“


OptiMedis tritt German Health Alliance bei – globale Gesundheit vorantreiben und internationale Vernetzung fördern

GHA logoOptiMedis ist der German Health Alliance (GHA) beigetreten, die Stakeholder aus den unterschiedlichsten Bereichen vernetzt: Regierungen, Privatsektor, Nichtregierungsorganisationen und Stiftungen sowie Wissenschaft und Akademien. In diesem Sommer hat sich die GHA – als eine Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie – neu formiert und besteht nunmehr aus über 110 Mitgliedern aus Industrie, Wissenschaft, Stiftungen, NGOs, Gesundheitseinrichtungen und staatlichen Entwicklungsorganisationen. Die vormals drei Akteure German Healthcare Partnership (GHP), German-Sino Healthcare Group (GSHCG) und German Healthcare Export Group (GHE) bündeln damit ihre Expertise. Sie nutzen ihre Synergien mit einem besonderen Fokus auf globaler Gesundheit, auf exzellenter, hochqualitativer Medizintechnik sowie auf medizinischen Lösungen und Gesundheitsleistungen, die für eine breite Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung erforderlich sind. Die Erfahrungen von OptiMedis mit Integrierten Versorgungslösungen sowie dem speziellen Modell des „Value-Based Population Health Payment“, also dem Einsparcontracting auf Basis aller Versicherten einer Region, sind für das GHA ein besonderer Grund gewesen, OptiMedis zur Mitgliedschaft zu bewegen.
Die Mitglieder im GHA arbeiten an Schwerpunktthemen und bilden im eigenen Netzwerk wie auch mit externen Partnern und Organisationen Kooperationen, Projekte und strategische Allianzen.


Aus Wissenschaft und Forschung

Martin Wehling: „Mit dem FORTA-Algorithmus optimieren wir die Arzneimittelversorgung“ – Interview

Der Pharmakologe Prof. Dr. med. Martin Wehling, Leiter des Instituts für Klinische Pharmakologie an der Universitätsmedizin Mannheim, engagiert sich seit vielen Jahren für die Verbesserung der Arzneimittelversorgung. Wir sprachen mit ihm über den neu entwickelten Algorithmus FORTA-EPI. Ebenfalls mit im Gespräch: Andree Rabenberg, Manager Business Intelligence & Data Warehouse Development bei der OptiMedis AG, der an der Entwicklung des Algorithmus beteiligt war und für die Auswertungen zuständig ist.

Herr Prof. Wehling, Sie haben gemeinsam mit OptiMedis einen Algorithmus entwickelt, der die Arzneimitteltherapie älterer Patienten analysiert. Worum geht es da genau?

WehlingProf. Dr. med. Martin Wehling, Leiter des Instituts für Klinische Pharmakologie an der Universitätsmedizin Mannheim. Foto: privatFür Ärzte ist es enorm schwierig, die richtige Balance zwischen Über- und Unterversorgung zu finden, erst recht, wenn Patienten multimorbide sind und zahlreiche Medikamente parallel einnehmen. Risiken wie schwere Neben- oder Wechselwirkungen müssen vermieden, gleichzeitig Chancen, wie zum Beispiel die Verhinderung von Schlaganfällen, genutzt werden. Mit dem datenbasierten Algorithmus FORTA-EPI können wir die Arzneimittelversorgung auf Basis der FORTA-Liste (Erläuterung s.u.) auf regionaler und auf Praxisebene in Bezug auf Unter- und Überversorgung auswerten. Wir können also zeigen, ob die empfohlene Medikation zu der dokumentierten Diagnose verordnet wurde, ob Medikamente verordnet wurden, ohne dass die entsprechende Diagnose vorlag, oder ob in derselben Indikation schlecht statt gut bewerteter Medikamente verordnet wurden. Das Ergebnis der Bewertung ist der so genannte FORTA-Score.

Für wen sind die Ergebnisse nutzbar?

Der Algorithmus ist für Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen und -versicherungen, Ärztenetze oder regionale Managementgesellschaften besonders interessant, auch wissenschaftliche Projektgruppen können davon profitieren. Angewandt auf die Daten einer Region bekommen sie eine Übersicht, in welchen Bereichen der Algorithmus das größte Verbesserungspotenzial ermittelt hat. Daneben ist es auch möglich, die Ergebnisse nach Gruppen von Indikationen oder nach Arztgruppen anzeigen zu lassen. Das sind wichtige Voraussetzungen, um die Versorgung mit Arzneimitteln in einer bestimmten Region zu optimieren und Arzneimittelinteraktionen und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.

Herr Rabenberg, welche Daten nutzen Sie?

RabenbergAndree Rabenberg, Manager Business Intelligence & Data Warehouse Develop-ment bei OptiMedis. Foto: OptiMedisGrundlage können im Prinzip sämtliche Quellsysteme sein, die ausreichend Informationen zu Diagnosen und Medikation von Patienten enthalten. Dies sind zum einen Abrechnungsdaten der Krankenkassen und -versicherungen, ambulant-ärztliche Abrechnungsdaten aus den Praxisverwaltungssystemen oder von Kassenärztlichen Vereinigungen.

Wo wird der Algorithmus bisher angewendet?

Bisher haben wir den Algorithmus in Integrierten Versorgungssystemen getestet, an denen OptiMedis beteiligt ist. Auf Basis der Routinedaten konnten FORTA-Score-Werte für 13.557 Patienten ab 65 Jahren berechnet werden. In allen Testregionen zeigte sich, dass etwa ein Drittel zu viel und zwei Drittel zu wenig Arzneimittel verordnet wurden. Am häufigsten und damit etwa bei jedem zehnten Patienten ab 65 Jahren wurde in den IV-Regionen eine Unterversorgung mit passender Schmerzmittelverordnung ermittelt, sofern eine entsprechende Diagnose vorlag. Der häufigste Grund für eine Überversorgung war die Dokumentation von Protonenpumpen-Inhibitoren bei Patienten, die keine begründende Diagnose wie etwa eine gastrointestinale Erkrankung hatten

Herr Prof. Wehling, kann der Algorithmus die persönliche Bewertung wirklich ersetzen?

Eine persönlich und händisch durchgeführte, vollständige FORTA-Bewertung eines Patienten ist natürlich exakter als die datenbasierte. Es können weitere Parameter berücksichtigt werden, die in den Daten nicht abgebildet sind – z. B. das Schmerzempfinden eines Patienten oder welche Unverträglichkeiten bestehen. Sie nimmt dafür im Schnitt aber auch zehn bis fünfzehn Minuten Zeit in Anspruch, wenn entsprechend der FORTA-Prinzipien geschult wurde. Unser datenbasierter Algorithmus kann aber Entscheidungen unterstützen, da potenzielle Problembereiche schneller identifiziert und angezeigt werden. In den Testregionen finden bereits regelmäßig Arzneimittelkonsile basierend auf den FORTA-Empfehlungen statt, die zukünftig durch die datenbasierten Ergebnisse des Algorithmus unterstützt werden.

Zum Hintergrund: Die von Prof. Dr. med. Martin Wehling entwickelte FORTA-Klassifikation (Fit fOR The Aged) bewertet Wirkstoffe in Verbindung mit altersrelevanten Indikationen hierarchisch von A (positiv) bis D (negativ). Die Grundregel ist, dass mit A bewertete Substanzen zuerst gegeben werden sollen bzw. müssen (Pflichtmedikation), dann B-Substanzen additiv oder alternativ eingesetzt werden können, auf C-Substanzen nur zurückgegriffen werden soll, wenn alle besser bewerteten Alternativen ausgeschöpft wurden und D-Substanzen – bis auf wenige Ausnahmefälle – vermieden werden sollen. Hieraus wurde in Zusammenarbeit mit über 25 Experten die FORTA-Liste entwickelt, die in der neuesten Version (veröffentlicht 2019) 296 Bewertungen von Arzneimitteln/Arzneimittelgruppen zu 30 altersrelevanten Diagnosen enthält. Die Anwendung der FORTA-Liste war in einer randomisierten Endpunktstudie (VALFORTA) klinisch erfolgreich und ließ sich als Lerninstrument relativ einfach und effizient vermitteln.

Einen ausführlichen Artikel zum Algorithmus FORTA-EPI lesen Sie in der Ausgabe 5/2019 von Monitor Versorgungsforschung: FORTA: Ein Algorithmus zur Bewertung und Optimierung der Arzneimitteltherapie älterer Patienten


Neues von OptiMedis

FRAG MICH! – Projekt zur Fehlerprävention sucht Ärzte für Teilnahme

Frag michIm Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit entwickelt OptiMedis im Rahmen des Projekts „FRAG MICH!“ einen Fragebogen, mit dem Patienten zu sicherheitsrelevanten Ereignissen in der ambulanten Versorgung befragt werden. Foto: OptiMedisGemeinsam mit Teams aus Arztpraxen wollen die Projektpartner von „FRAG MICH!“ aus Erfahrungen von Patienten lernen. Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit entwickelt OptiMedis einen Fragebogen, mit dem Patienten zu sicherheitsrelevanten Ereignissen in der ambulanten Versorgung befragt werden. Die Befragung soll erste Erkenntnisse zum aktuellen Stand der Patientensicherheit in der ambulanten Versorgung liefern. Später wird dann ein Feedbackmechanismus entwickelt, der den Arztpraxen anonymisiert die Ergebnisse zurückspiegelt, und auch für künftige Projekte nutzbar sein wird. Außerdem werden die Ergebnisse in einem Workshop mit den beteiligten Ärzten diskutiert.
Für das Projekt werden insgesamt 50 Arztpraxen gesucht – vorwiegend im Bereich der Kassenärztlichen Ver-einigung Westfalen-Lippe –, die sich an dem Projekt beteiligen. Auch interessierte Praxen aus anderen Re-gionen sind herzlich eingeladen. Es geht darum, im Zeitraum von Februar bis April 2020 pro Praxis bis zu 250 Fragebögen an Patienten auszugeben. Weitere Details zu den Fragebögen, der Aufwandsentschädigung und dem anschließenden Workshop lesen Sie unter auf der Webseite www.frag-mich.org im Bereich „Für Arztpra-xen“. Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben oder sich näher informieren möchten, wenden Sie sich bitte an Dr. Katja Stahl, Manager Research & Development (040 22621149-0, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).
Kooperationspartner sind das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe.


OptiMedis sucht neue Teammitglieder

Wir stellen aktuell Mitarbeiter in mehreren Bereichen an unserem Standort in der Hamburger Innenstadt ein. Für Details klicken Sie bitte auf die Links.


Internationales

Renommierte Auszeichnung: Health Service Journal Award geht an OptiMedis-COBIC

HSJSystem leadership initiative of the year: OptiMedis-COBIC gewinnen gemeinsam mit dem von der North-East London Commissioning Support Unit (NEL) geführten Konsortium den prestigeträchtigen HSJ Award 2019. Foto: HSJUnser Joint Venture OptiMedis-COBIC in Großbritannien ist zusammen mit der North-East London Commissioning Support Unit, Imperial College Health Partners, Social Finance und der Beraterfirma PPL Gewinner des renommierten Health Service Journal Awards für die beste Initiative zur Weiterentwicklung des englischen Gesundheitssystems. Grundlage war die Adaptation des OptiMedis-Modells einer populationsorientierten Integrierten Versorgung in der englischen Region Hampshire. Der Award wird jährlich für Exzellenz im Gesundheitswesen vergeben.

Mehr Infos zur Auszeichnung mit dem HSJ Award finden Sie hier (englischsprachig).
Zur Beschreibung der Gewinner-Initiative geht es hier (englischsprachig).

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Zuschlag für zwei neue Forschungsprojekte: ADLIFE und OECD Proms

Forschungsprojekte EmpowermentDie beiden Forschungsprojekte ADLIFE und OECD Proms, an denen OptiMedis mitarbeitet, rücken die Versorgungsqualität und das Empowerment von chronisch kranken Menschen in den Fokus. Foto: iStock / OptiMedisMit der Beteiligung an Forschungsprojekten will OptiMedis die Versorgung innerhalb Deutschlands und international voranbringen. Einen Überblick über unsere Arbeit in diversen Projekten finden Sie auf unserer Webseite. Neu hinzugekommen sind aktuell die Projekte ADLIFE und OECD Proms.
In dem EU-Projekt ADLIFE zu „large scale pilots for integrated outcomes-based care“ ist OptiMedis Konsortialpartner. Es zielt darauf ab, die Umsetzbarkeit einer personalisierten, integrierten Versorgungsplattform zu evaluieren, die es älteren Patienten mit fortgeschrittener chronischer Erkrankung ermöglicht, länger im eigenen Zuhause zu leben. Dabei schließt ADLIFE in seiner Toolbox neben der Patient-Empowerment-Plattform auch Prädiktionsmodelle zur besseren Früherkennung relevanter Versorgungsmaßnahmen ein. OptiMedis leitet in dem Projekt das Arbeitspaket Business Exploitation und unterstützt den Gesunden Werra-Meißner-Kreis bei der Pilotierung der Patient-Empowerment-Plattform.
Als Teil eines internationalen Konsortiums hat OptiMedis die Ausschreibung der OECD zum „International Survey on Outcomes and Experiences of Patients with Chronic Conditions” gewonnen. Es werden Messverfahren zur Bewertung der Versorgungsqualität aus Sicht chronisch kranker Patienten entwickelt und damit in den OECD-Mitgliedsländern Daten erhoben. OptiMedis ist in dem Projekt für die Entwicklung eines Fragebogens für die Leistungserbringer zuständig. Gemeinsam mit den Konsortialpartnern wird sie die Datenerhebung in bis zu 15 OECD-Mitgliedsländern unterstützen.


 

COMPAR-EU: Spannende News jetzt im Selbstmanagement-Blog

Blog selfmanagementSeit Juni 2019 berichtet der Self-Management-Blog – betreut im Rahmen des Projekts COMPAR-EU – rund um Selbstmanagement und relevante Entwicklungen in Forschung, Politik und Praxis. Foto: OptiMedisInformationen rund um Selbstmanagement und relevante Entwicklungen in Forschung, Politik und Praxis werden im Rahmen des Projekts COMPAR-EU seit Juni 2019 in einem Online-Blog veröffentlicht. Leser finden dort Selbsterfahrungsberichte, Interviews, Gastartikel sowie Tipps für interessante wissenschaftliche Artikel.
COMPAR-EU zielt darauf ab, die effektivsten Interventionen zum Self-Management (SMI) für Erwachsene in Europa zu ermitteln, zu vergleichen und zu bewerten. Dabei stehen Patienten im Fokus, die an einer der folgenden vier chronischen Erkrankungen leiden: Typ-2-Diabetes, Adipositas, chronisch obstruktive Lungenerkrankung und Herzinsuffizienz. Aufbauend auf dem Vergleich verschiedener Selbstmanagement-Interventionen werden Entscheidungshilfen für Ärzte, Patienten, Leitlinienentwickler und politische Entscheidungsträger entwickelt. An dem Projekt arbeiten sieben Partner aus fünf Ländern für insgesamt fünf Jahre – unter ihnen die OptiMedis AG. Sie leitet das Arbeitspaket Communication and Exploitation und ist damit unter anderem für die Plattform www.self-management.eu verantwortlich.


Straßburg: Von OptiMedis begleitetes Versorgungsmodell überzeugt im Innovationswettbewerb der französischen Regierung

Infografik.pdfDas OptiMedis-Modell eines regionalen, integrierten Versorgungssystems – zum Öffnen bitte auf das Bild klicken. Bild: OptiMedisEinen großen Erfolg feiert die Stadt und Eurometropole Straßburg: Unterstützt durch die OptiMedis AG hat sie bei dem nationalen Innovationswettbewerb „Territoires d`Innovation“ der französischen Regierung den Zuschlag für ein Großprojekt zur Verbesserung von Prävention und Versorgung in der Region erhalten. Insgesamt ca. 13 Millionen Euro stehen dafür jetzt zur Verfügung, aufgestockt mit weiteren 24 Millionen Euro Beteiligungskapital für neue Unternehmensentwicklungen.
OptiMedis entwickelte im Rahmen der Antragsvorbereitung ein Konzept für den Aufbau eines regionalen Integrierten Versorgungssystems im Landkreis Saverne, ähnlich den Modellen von OptiMedis im baden-württembergischen Kinzigtal und im hessischen Werra-Meißner-Kreis. Innerhalb von drei Jahren soll für Saverne entsprechend den Vorbildern ein regionales Versorgungsunternehmen unter kommunaler Mitwirkung und mit Beteiligungskapital des französischen Staates entstehen. Das Modell wird in dieser Zeit durch das Planungsteam von OptiMedis auf die Regulationen und Akteure im französischen Gesundheitswesen angepasst.
Das Gesamtprojekt „La santé en mouvements, une ambition partagée“ („Gesundheit in Aktion, ein gemeinsames Ziel“) zielt darauf ab, innovative und partizipative Gesundheitsaktionen in den teilnehmenden Gemeinden zu fördern. Insgesamt sind über 30 Partner aus dem kommunalen Bereich, den Verbänden und Professionen sowie Universitäten und Krankenkassen beteiligt, mehr als 34 Einzelprojekte sind vorgesehen.
Die offizielle Pressemitteilung auf französisch finden Sie auf dieser Webseite.


 

Das OptiMedis-Modell in China: Einsparcontracting-Verträge entwickeln sich zu einem Motor für Population Health Management

Mit einem Besuch von Dr. med. Steven Shao, dem Medizinischen Direktor der Chinese Pacific Insurance Company (CPIC), bei OptiMedis in Hamburg wurde der Anstoß zu einer internationalen Kooperation in Sachen Integrierter Versorgung und Population Health Management gegeben.

Als Antwort auf die massiven Kostensteigerungen infolge extremer demografischer Herausforderungen (ausgelöst u.a. durch die Ein-Kind-Politik Chinas), die Zunahme lebensstilbezogener Krankheiten und die Überlastung der Krankenhäuser, hat Dr. Shao in der Provinz Hebei (südöstlich von Peking) nach Vorbild des OptiMedis-Modells das Projekt „Gesundes Huanghua“ etabliert. Genutzt werden – ebenso wie in den deutschen Vorbild-Regionen Gesundes Kinzigtal und Gesunder Werra-Meißner-Kreis – Shared-Savings-Verträge (Einsparcontracting) mit kommunalen Krankenkassen.

shaoDr. med. Steven Shao, Medizinischer Direktor des drittgrößten chinesischen Versicherungsunternehmens Chinese Pacific Insurance Company (CPIC), war im Oktober 2019 zu Gast beim OptiMedis-Team in Hamburg. Foto: OptiMedis

Zukunftsrelevante Versorgungsthemen: Keine spezielle Landesfrage

Die CPIC ist das drittgrößte Versicherungsunternehmen in China und plant, ihre Arbeit im Gesundheitsbereich sowie mit kommunalen Krankenkassen großflächig zu erweitern. „Im Fokus soll dabei der Ausbau des Präventionsbereichs und der Start zugehöriger Pilotprojekte stehen, die langfristig landesweite Anwendung finden sollen“ erklärt Dr. Shao und tauschte sich mit dem OptiMedis-Team intensiv über konkrete Maßnahmen zur Förderung von Präventivmedizin im ländlichen und städtischen Raum sowie den besseren Ausbau und die Incentivierung der ambulanten Versorgung zur Vermeidung unnötiger Inanspruchnahme von Notaufnahmen und Krankenhausleistungen aus. „Wir haben außerdem überlegt, wie mit Hilfe unserer Erfahrungen in Gesundheitsnetzwerken in Deutschland und einzelnen weiteren europäischen Ländern die Versorgung zur seelischen Gesundheit verschiedener Bevölkerungsgruppen verbessert, und chronischen Erkrankungen – insbesondere Adipositas – in China entgegenwirkt werden kann“, berichtet Dr. h.c. Hildebrandt und betont, dafür sei unter anderem die Qualifizierung und erweiterte Nutzung aller Gesundheitsberufe für eine Bevölkerungsmedizin besonders relevant. „Wir freuen uns darauf, uns auch zukünftig zu diesen Themen mit Dr. Shao auszutauschen und Best-Practice-Beispiele aus beiden Ländern anzuwenden – im nächsten Jahr geht es für die weitere Planung der Zusammenarbeit nach China.“

Pionierarbeit: Interkulturelle Zusammenarbeit zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung

Darüber hinaus stellten Dr. Shao und Dr. h.c. Hildebrandt gemeinsam bei dem 32. Fachsymposium der  Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Medizin (DCGM) und der Chinesisch-Deutschen Gesellschaft für Medizin (CDGM) ihre Praxiserfahrungen vor. Die Vertreter der beiden Gesundheitssysteme – tätig im Management und in der Versorgung – gewährten einen Einblick in die Möglichkeiten der interkulturellen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Der gemeinsame Vortrag folgte einem Beitrag von Prof. Rainer Sibbel, Professor for International Health Management at Frankfurt School of Finance & Management, der die mangelnde nationale Implementierung von Population Health Management-Programmen im internationalen Vergleich (USA, UK, Skandinavien) kritisierte. Und so stießen Dr. Shao und Dr. h.c. Hildebrandt mit ihrem Bericht über „Gesundes Huanghua“ sowie die deutschen Vorbilder „Gesundes Kinzigtal, „Gesundheit für Billstedt-Horn“ und „Gesunder Werra-Meißner-Kreis“ mit ihren konkreten Handlungspunkten und wissenschaftlichen Evaluationen auf viel positive Resonanz: „Dank seiner konkreten, gut umsetzbaren Praxisbeispiele und der bewiesenen Funktionalität in den Bereichen Versorgung, ökonomischer Nutzen und Akzeptanz, erzeugt das OptiMedis-Modell auch in der chinesischen Fachwelt besonderes Interesse“, freute sich Dr. Shao.


Schlaglichter

Tagesthemen stellen den Gesundheitskiosk in Hamburg Billstedt vor

KioskDer erste Gesundheitskiosk Deutschlands am Marktplatz in Hamburg-Billstedt ist seit seiner Eröffnung 2017 eine etablierte Anlaufstelle rund um Fragen zur Gesundheit geworden. Foto: OptiMedis„Der Gesundheitskiosk soll Zeit und unbürokratische Hilfe bieten“ – mit diesen Worten leiten die Tagesthemen einen fast fünfminütigen Beitrag (ab Minute 14:30) zum ersten Gesundheitskiosk Deutschlands in den Hamburger Stadtteilen Billstedt und Horn ein, indem u.a. Patienten, Kioskmitarbeiter und Krankenkassenvertreter zu Wort kommen.

Im Kiosk werden seit Mitte 2017 Patienten in allen Fragen zur Gesundheit beraten – und das in vielen verschiedenen Sprachen, ausgerichtet auf die Bevölkerungsstruktur in den beiden Stadtteilen. Die Mitarbeiter bereiten Arztbesuche vor und nach, aktivieren die Versicherten zu mehr Eigenverantwortung und vermitteln Hilfe im Stadtteil. OptiMedis hat das Konzept für Deutschlands ersten Gesundheitskiosks in Billstedt und Horn im Rahmen eines Entwicklungs- und Handlungskonzepts ausgearbeitet, und zusammen mit dortigen Ärzten, Gesundheitsakteuren und sozialen Einrichtungen weiterentwickelt.

Weitere Informationen unter: www.optimedis.de/netzwerke/gesundheit-fuer-billstedt-horn

Sie haben Interesse in Ihrer Stadt oder Ihrem Stadtteil auch einen Gesundheitskiosk zu etablieren? Wir unterstützen Sie gern. Wir erstellen für Sie eine Machbarkeitsanalyse, verhandeln mit Krankenkassen und helfen Ihnen, das Modell in Ihrer Region aufzubauen. Bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte über die E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Bitte geben Sie dabei schon möglichst viele Details zu Ihrer Region und zum Hintergrund sowie Ihre Kontaktdaten an.

 


 

DAK-Pflegereport 2019: OptiMedis analysiert Auswirkungen durch neuen Begriff der Pflegebedürftigkeit

PflegereportErgebnis einer OptiMedis-Analyse für den DAK-Pflegereport 2019: Die Zahl der Pflegebedürftigen ist nach Einführung der Pflegereform Anfang 2017 deutlich angestiegen, ebenso wie die Gesamtkosten pro Pflegebedürftigen. Foto: IStock-Halfpoint / DAK-GesundheitFür den „Pflegereport 2019" hat OptiMedis nun bereits im vierten Jahr SPV-Routinedaten der DAK-Gesundheit von pflegebedürftigen Patienten ausgewertet, dieses Mal aus den Jahren 2014 bis 2018. Im Fokus stand, welche Auswirkungen der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff auf die Struktur und die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung gehabt hat. Es zeigte sich, dass die Zahl der Pflegebedürftigen nach Einführung der Pflegereform Anfang 2017 deutlich angestiegen ist. Regional ist dieser Anstieg unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Gesamtkosten pro Pflegebedürftigen sind mit der neuen Pflegereform ebenfalls gestiegen – von 2016 auf 2017 um 20,0%. Von 2017 auf 2018 sanken die Ausgaben pro Versicherten dann wieder etwas um 7,1% 10.688€. Die DAK-Gesundheit fordert in ihrem Pflegereport nun eine grundlegende Sozialreform und hat ein detailliertes Konzept zur langfristigen Entlastung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen vorgelegt.

Mehr zu unseren Leistungen im Bereich der Versorgungsforschung lesen Sie in unserer Broschüre „Aus Daten Mehrwert schaffen. Analyse von Versorgungs- und Gesundheitsdaten“.


 

Landkreis Darmstadt-Dieburg startet Qualitätsdialog zur geriatrischen Versorgung

logo ladadi blauIm hessischen Ober-Ramstadt fand bereits zum zweiten Mal ein neues Fortbildungsformat statt – der von OptiMedis und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg konzipierte „Qualitätsdialog Ambulante Geriatrische Versorgung“. Niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie Klinikärzte können sich dort regelmäßig zu den Themen Altersmedizin und -medikation austauschen und untereinander vernetzen. Dr. med. Martin Schunck, Chefarzt der Klinik für Geriatrie in Groß-Umstadt, betonte in seiner Einführung, wie wichtig es für den Landkreis und seine Bewohner sei, neue Angebote gerade für alte und hochbetagte Menschen zu schaffen. Hier sei der Landkreis bereits sehr aktiv: Zum geriatrischen Netzwerk zählt seit Kurzem eine im Zentrum für Medizinische Versorgung (MVZ) in Ober-Ramstadt tätige Ärztin für Altersmedizin (Geriaterin), die auch ältere Patienten anderer Arztpraxen mitbehandelt. Eine Gesundheitslotsin als Casemanagerin identifiziert die Bedürfnisse alter und hochbetagter Patienten, besucht diese zu Hause und koordiniert die Versorgung, beispielsweise durch Vermittlung an den Pflegestützpunkt im Landkreis, wenn es einen vermuteten Pflegebedarf gibt.


 

Wie kommt die Integrierte Versorgung in Europa an? WHO sucht Experten für Umfrage

Die WHO möchte herausfinden, welche Vorteile die Akteure im Gesundheitswesen in der Integrierten Versorgung sehen. Von Oktober bis Dezember 2019 führt Vilans, das nationale Kompetenzzentrum für Langzeitpflege in den Niederlanden, daher eine Web-Umfrage mit Teilnehmern aus den 28 EU-Mitgliedstaaten durch. Gesucht sind nun deutsche Entscheidungsträger, Forscher, Manager, Fachleute und Patientenvertreter, die sich an der Umfrage beteiligen.

Die Umfrage dauert zwischen 10 und 15 Minuten und ist zugänglich unter: www.vilans.nl/integratedcarestudy.


 

Buchrezension: „Das Gesundheitswesen in China: Strukturen, Akteure, Praxistipps“ von Ulrike Reisach (Hrsg.)

41ygDWCHcZL. SX342 BO1204203200 Weitgehend unbeachtet in der internationalen Diskussion ist China mit seinen rund 1,3 Milliarden Einwohnern inzwischen ein Land geworden, das nahezu der gesamten Bevölkerung einen gewissen Basis-Krankenversicherungsschutz anbieten kann. 

Der Neu-Ulmer Hochschullehrerin und Mitglied der Expertengruppe für den deutsch-chinesischen Innovationsdialog des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Ulrike Reisach, ist es gelungen in einem sehr gut editierten Buch die Organisation des chinesischen Gesundheits- und Pflegewesens und seiner Einrichtungen, aber auch die kulturellen Aspekte und ihre Hintergründe über eine Vielzahl von kompetenten Autoren darzustellen. Ergänzt wird das Buch durch Erfahrungsberichte von deutschen und chinesischen Ärzten sowie Managern und sehr konkreten Praxistipps für Delegationsreisen inklusive Vertragsverhandlungen.

Das 2017 erschienene Buch ist trotz der rapiden Veränderungen in der chinesischen Volkswirtschaft sehr aktuell und beschreibt eindringlich die Herausforderungen, vor denen der chinesische Staat in seiner Gesundheitspolitik steht, u. a. durch die Steigerung der Lebenserwartung, die extreme demografische Entwicklung resultierend aus der Zeit der Ein-Kind-Politik, der Mangel an Fachkräften in Gesundheit und Pflege oder die problematische Fokussierung auf die Krankenhausversorgung einhergehend mit mangelnder Ausrichtung auf eine optimierte ambulante Versorgung.

Als ergänzende Lektüre bietet sich das British Medical Journal mit seiner Open-Access-Sonderausgabe „China's health system reforms: review of 10 years of progress“ vom Juni 2019 an, das von dem China Center for Health Development Studies der Peking Universität kuratiert wurde. Dabei zeigt sich, dass China sich durchaus vor ähnlichen Herausforderungen sieht wie andere Länder: In einem Aufsatz von Xiaochen Ma und Kollegen zu den Anreizsystemen für die Primärversorgung kommen die Autoren zu folgender, nicht nur aber in besonderem Maße für China gültigen Schlussfolgerung: „Further reforms should consider connecting the performance based salary system to an evaluation system linked with quality, ensuring adequate total salaries, and providing career development opportunities for primary healthcare professionals.“ (p.11)

Die Autoren greifen damit ein Thema auf, das von der chinesischen Regierung unter dem Begriff „Healthy China Initiative 2019 – 2030“ zum Ziel der nächsten Reformpolitik gemacht worden ist. Es geht dabei um erfolgreiche Prävention und Gesundheitsförderung, ein besseres Disease Management, um eine Verbesserung des öffentlichen Gesundheitswesens sowie um eine qualitativ hochwertigere Versorgung. Insgesamt zielt die Initiative auf eine Transformation des gesamten Gesundheitswesens ab. Am 15. Juli 2019 wurde die Initiative zusammen mit einem Aktionsplan veröffentlicht, der durch ein neu etabliertes, spezielles Komitee des Staatsrates begleitet werden soll. Bereits 2018 war das Versprechen gemacht worden, bis zum Jahr 2020 jedem Einwohner des Landes die Chance auf eine Basis-Gesundheitsversicherung und die Absicherung gegenüber größeren Gesundheitsrisiken zu gewährleisten.

Ulrike Reisach (Hrsg.): Das Gesundheitswesen in China: Strukturen, Akteure, Praxistipps. Medizinisch-wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Berlin, ISBN: 978-3-95466-303-3. Weitere Infos und Probekapitel auf der Verlagsseite: www.mwv-berlin.de/produkte/!/title/das-gesundheitssystem-in-china/id/492

Weitere Links zum Thema:

https://www.bmj.com/china-health-reform

http://www.chinadaily.com.cn/a/201907/16/WS5d2d2b15a3105895c2e7da51.html

http://www.globaltimes.cn/content/1158000.shtml


Termine

BMC Kongress 2020, 21. bis 22. Januar 2020 in Berlin

Ausgewählte Vorträge

22. Januar 2020, 9:30 - 11:00 Uhr

Gesundheitsförderung im Krankenhaus: Neue Standards setzen auf salutogenetischen Ansatz
Dr. Oliver Gröne, stellvertretender Vorstandsvorsitzender OptiMedis AG, CEO Health Promoting Hospitals

22. Januar 2020, 15:45 - 17:15 Uhr

Arzneimitteltherapie im Alter – ein Drittel zu viel, zwei Drittel zu wenig: FORTA-Algorithmus deckt Verbesserungspotenzial auf
Timo Schulte, Advisor Health Data Analytics OptiMedis AG, Andree Rabenberg, Manager Business Intelligence & Data Warehouse Development OptiMedis AG

Weitere Informationen und Anmeldung

Bitte klicken Sie hier!

HBI 2020 – Facing the Wave Solutions for the ageing/co-morbidity crisis, 20. bis 22. April 2020 in London

Ausgewählte Vorträge

20. April 2020, 13:30 - 14:30 Uhr

Roundtables from around the world: Short presentations followed by small group discussions

"Integrated Healthcare and the OptiMedis Model (“Healthy Kinzigtal”)"
Dr. h. c. Helmut Hildebrandt, Vorstandsvorsitzender OptiMedis AG

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