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OptiMedium Juni 2020

 

Wie das Gesundheitssystem in Frankreich regionalisiert und integriert wird

Bereits seit 2009 regelt in Frankreich ein Gesetz die regionale Gesundheitsversorgung mit der Gründung „Regionaler Interdisziplinärer Vereinigungen“ von Angehörigen der Gesundheitsberufe. Das Gesundheitssystem-Modernisierungsgesetz von 2016, „Loi de modernisation de notre système de santé“, hat die Grundlagen dafür geschaffen, dass diese Gesundheitsberufe nun auch unter einem Dach und gemeinsam in der Patientenversorgung tätig werden können. So genannte „Communautés Professionnelles Territoriales de Santé“ (Interdisziplinäre Gesundheitsnetze, CPTS) können nun durch eigene Finanzierung geschaffen werden. Ziel der CPTS ist es, durch die Verknüpfung ärztlicher, pflegerischer und sozialer Dienstleistungen Patienten wohnortnah und interdisziplinär zu begleiten und die Notfallversorgung zu verbessern, sodass die weniger komplexen Erkrankungen außerhalb der Krankenhäuser behandelt werden können. 

Die Etablierung dieser Gesundheitsnetze hat derzeit noch vielerorts Projektcharakter und einige der Neugründungen stehen nur auf dem Papier. Kernbausteine des Aufbaus von CPTS in der Region Grand Est, der Region in der wir jetzt aktuell zusammen mit der Eurometropole Strasbourg arbeiten, sind: Die Regionalanalyse der Gesundheitsbedarfe, die Erarbeitung von konkreten CPTS-Projekten, die vertraglich mit der regionalen Gesundheitsbehörde (Agence Regional de Santé, ARS) und der Krankenkasse (CPAM) vereinbart werden, und die Evaluierung der Maßnahmen durch die regionale Vereinigung von Angehörigen der Gesundheitsberufe. Für die Regionalanalyse stehen die aggregierten Daten der Krankenkasse auf nationalem oder regionalem Niveau zur Verfügung.

Modernisierungsgesetz stärkt Prävention und Vernetzung

sport FR„Sport auf Rezept“ ist in Frankreich aus einer Kooperation zwischen Gesundheits-versorgung und dem Breitensport entstanden. Foto: PixabayWeitere Themenbereiche des Modernisierungsgesetzes umfassen die Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung, die Verbesserung und Erleichterung der Entwicklung von Patienten-Behandlungspfaden sowie die Effizienzstärkung und Demokratisierung der regionalen gesundheitspolitischen Entscheidungen. Die verschiedenen Gesundheitsberufe werden bei ihrer Vernetzung durch regionale Plattformen unterstützt, zum Beispiel bei der Nutzung telemedizinischer Dienste, der Vernetzung von Allgemein- und Fachärzten, mit medizinischen und sozialen Dienstleistern und dem Austausch medizinischer Daten.

Ein eigener Schwerpunkt besteht in Frankreich in der Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsversorgung und dem Breitensport. Zahlreiche Projekte sind in den vergangenen Jahren unter dem Motto „Sport auf Rezept“ in Kooperationen zwischen den Gemeinden, der Ärzteschaft und dem Sport initiiert worden. Daneben lag ein Schwerpunkt bisher auf der Verbesserung der Behandlung von Krankheiten. Als Teil der Zukunftsstrategie der Regierung Macron soll dies jetzt durch präventive, die Bevölkerung einbeziehende Maßnahmen mit dem Ziel eines besseren Gesundheitsstatus der gesamten regionalen Bevölkerung ergänzt werden. Die lokale digitale Vernetzung, die Wirtschaftsentwicklung, die Zusammenarbeit mit den Hochschulen und die Entwicklung von nachhaltigen Shared-Savings-Vertragsmodellen nach dem OptiMedis-Modell gehört mit dazu. Pilot für eine solche Weiterentwicklung ist die Eurometropole Strasbourg mit einem Großprojekt des französischen Staates „Territoire de Santé“. Mehr dazu lesen Sie in unserem Text Frankreich: Eurometropole Straßburg will OptiMedis-Modell umsetzen.