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Bochum-Wattenscheid im Fokus: Wichtige Schritte in Richtung „Integrierte Versorgungsregion“

OptiMedis hat das von der Stadt Bochum beauftragte Konzept für eine Gesundheitsvernetzung in Bochum-Wattenscheid abgegeben. Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung in einem Stadtteil zu verbessern, in dem es einen hohen Beratungs- und Unterstützungsbedarf gibt und in dem der Gesundheitszustand der Menschen vergleichsweise schlecht ist.

Das Konzept besteht aus drei Teilen: Beurteilung der regionalen Versorgungssituation und der Bedarfe in der Bevölkerung, darauf aufbauende Maßnahmen und Interventionen sowie ein nachhaltiges Finanzierungsmodell inklusive Vorschläge für die Konzeptumsetzung.

Analysen zeigen große Optimierungsmöglichkeiten zugunsten der Bevölkerung

WattenscheidFür den Stadtteil Bochum-Wattenscheid wurde ein umfangreiches Konzept für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung vorgelegt. Foto: istockNeben der Auswertung der Daten aus der Gesundheitsberichtserstattung, hat OptiMedis Routinedaten der Versicherten aus der Region von einer regionalen Krankenkasse genutzt. So konnten auch Details wie regionale Krankheitshäufigkeit, Auffälligkeiten in der Inanspruchnahme von ambulanten und stationären Leistungen sowie Hinweise auf mögliche Abweichungen bezüglich der Einnahmen und Ausgaben der Krankenkassen ausgewertet werden. Zusätzliche Ansatzpunkte für eine Verbesserung der Versorgung ergaben sich aus rund 20 Interviews mit Akteuren aus den Bereichen Medizin, Soziales und Bildung.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zeigen deutlich den hohen Versorgungsbedarf der Bevölkerung und die negativen Auswirkungen, die eine in Teilen ineffiziente Gesundheitsversorgung auf die Ressourcen hat. Ein Beispiel dafür sind eine überhöhte Zahl an Arztkontakten bei gleichzeitig zu vielen Therapieabbrüchen u. a. aufgrund von sprachlichen Missverständnissen.

Neue Versorgungsstrukturen und nachhaltige Finanzierung

Das Konzept skizziert eine regionale, sozialräumlich orientierte, gesundheitsfördernde und vor allem zukunftsfähige Gesundheitsversorgung. Neben neuen Versorgungsstrukturen, wie einem Gesundheitskiosk, in dem niedrigschwellige Gesundheitsberatung und Case Management für multimorbide und versorgungsintensive Patienten erfolgen soll, werden zielgruppenspezifische Gesundheits- und Versorgungsprogramme sowie digitale Lösungen empfohlen. Im gesamten Stadtbezirk sollen Gesundheitslotsen aus- und weitergebildet werden, die den Bürgern in gesundheitlichen Fragen zur Seite stehen und diese auf ihrem Weg zu einem verbesserten Gesundheitszustand unterstützen. Neben diesen neuen Versorgungsstrukturen wurde der Stadt ein Weg zur nachhaltigen Finanzierung der Konzeptinhalte aufgezeigt: Dies sieht u. a. den Abschluss eines Vertrages zur besonderen Versorgung nach § 140a SGB V mit regionalen Krankenkassen und die Gründung einer regionalen Managementgesellschaft, die als Integrator für eine gesundheitsfördernde Stadtteilentwicklung zuständig ist, vor.

Während der Ausarbeitung des Konzeptes konnten bereits viele regionale Partner und Unternehmen gewonnen werden, die sich in einem regionalen Gesundheitsnetzwerk engagieren würden. Es folgen Gespräche mit Krankenkassen, die die Umsetzbarkeit des Konzeptes prüfen. Dies wird ergänzt durch Gespräche mit potenziellen Gesellschaftern und Investoren für die regionale Gesundheitsmanagementgesellschaft.

Das Konzept wurde in Zusammenarbeit mit einem interdisziplinär zusammengesetzten Arbeitskreis aus Bochum entwickelt. Hierzu gehören: das Gesundheitsamt, das Amt für Stadtplanung und Wohnen, das Medizinische Qualitätsnetz Bochum e. V., das Stadtteilbüro „Soziale Stadt Wattenscheid“, das Martin-Luther-Krankenhaus Wattenscheid, die Hochschule für Gesundheit,  die AWO Unterbezirk Ruhr-Mitte und das Institut für Arbeit und Technik.