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Schlaglichter

Patientenbriefe steigern die Gesundheitskompetenz: Studie empfiehlt Übernahme in die Regelversorgung

Die Gesundheitskompetenz von Patienten lässt sich durch automatisiert erstellte Patientenbriefe signifikant steigern. Das zeigen die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Patientenbriefe nach stationären Aufenthalten“ der „Was hab‘ ich?“ gGmbH, zu deren Beirat OptiMedis-Vorstand Dr. h. c. Helmut Hildebrandt gehört. Das Projekt wurde durch den Innovationsfonds der Bundesregierung gefördert, am Herzzentrum Dresden Universitätsklinik durchgeführt und durch die Technische Universität Dresden evaluiert. Jetzt liegt der Evaluationsbericht vor – mit der Empfehlung, automatisiert erstellte Patientenbriefe in die Regelversorgung zu übernehmen.

Bereits seit 2017 hat das Sozialunternehmen „Was hab‘ ich?“ an dem Forschungsprojekt zur Wirkung automatisiert erstellter Entlassbriefe gearbeitet, die Patientenbrief-Software entwickelt und tausende leicht verständliche Textbausteine geschrieben. Von Juni 2019 bis Juni 2020 konnte die Software dann produktiv eingesetzt werden, Patienten der Herzzentrum Dresden GmbH Universitätsklinik erhielten nach ihrem Krankenhausaufenthalt laienverständliche Entlassbriefe. Das Besondere: Die Patientenbriefe wurden nicht vom medizinischen Klinik-Personal geschrieben, sondern mittels der von „Was hab‘ ich?“ entwickelten Software vollautomatisiert erstellt.

Patientenbriefe können effektiv in das Entlassmanagement integriert werden

Die Wirkung der Patientenbriefe untersuchte der Bereich Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden in einer randomisierten kontrollierten Studie mit 738 Patienten. Die Evaluation belegt, dass sich Patientenbriefe signifikant positiv auf die Gesundheitskompetenz auswirken. Die Studie zeigt außerdem, dass Patientenbriefe von den meisten Patienten ausführlich gelesen (93 %) sowie als verständlich (95 %), informativ (93 %) und hilfreich (93 %) bewertet werden. Die Wissenschaftler der TU Dresden empfehlen daher eine Übernahme von automatisiert erstellten Patientenbriefen in die Regelversorgung.

Gleichzeitig hat das Forschungsprojekt durch den Einsatz der Patientenbriefe an der Pilotklinik den Nachweis erbracht, dass Patientenbriefe effektiv in das Entlassmanagement von Kliniken integriert werden können. Die Patientenbrief-Software setzt die Patientenbriefe individuell auf Basis der in der Klinik vorliegenden Diagnose- und Prozeduren-Codes zusammen. Dafür greift sie auf über 20.000 ärztlich erstellte, qualitätsgeprüfte Textbausteine zu. Durch die Komplett-Automatisierung konnten die verständlichen Entlassbriefe ohne zusätzlichen Zeitaufwand für das medizinische Personal erstellt werden. Damit könnten die Patientenbriefe zukünftig auch im großen Maßstab eingesetzt werden.

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