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Aktuelles | OptiMedis AG

OptiMedium 09/2011

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einer neuen Ausgabe des OptiMedium melden wir uns aus der Sommerpause zurück. Eine Pause bietet ja auch immer etwas Zeit für Reflexionen neben dem operativen Alltagsgeschehen. Wir haben diese genutzt, um die aktuelle Diskussion um die Notwendigkeit von Effizienzgewinnen im Energiesektor – als Folge von Fukushima, dem Ausstieg aus der Kernenergie sowie dem Klimawandel – mit der im Gesundheitswesen zu vergleichen. Eine ganz zentrale Rolle für die Effizienzsteigerung in der Energieversorgung wird im Aufbau sog. „Smart Grids“ gesehen, worunter intelligente kleinräumig-regionale Vernetzungen von Stromproduzenten und -verbrauchern verstanden werden. Der optimale, auch zeitlich gut ausbalancierte Energieeinsatz verbunden mit IT-gestützter Information und Rückkopplung mit den Verbrauchsstellen und möglichst geringem Energieverlust durch lange Transporte und Speicherungen wird unter diesen „Smart Grids“ verstanden.

Wir sehen darin eine gute Übertragbarkeit auf die Konzeption von intelligenten regionalen Gesundheitsnetzen und einer Integrierten Regionalen Vollversorgung und schlagen dafür den Begriff „Smart Grids in Health“ vor. Ihre Funktion bestünde analog zum Energiesektor darin, den Gesundheitsnutzen für eine definierte Region und Bevölkerung zu optimieren. Dazu müssen sie sich als „Kümmerer“ um den optimierten Verlauf des Heilungsprozesses verstehen. Im weitesten Ausbaustadium integrieren sie zielgerichtete Prävention quer über die Versorgungssektoren, investieren in strukturierte Behandlungsprogramme und eine verbesserte elektronische Vernetzung und arbeiten als Coach für die Patienten an der stetigen Optimierung von Medizin und Pflege. Sie sind bestrebt, den Gesundheitsnutzen für alle Versicherten einer Kasse in einer Region zu verbessern und die medizinische Versorgung, insbesondere in ländlichen Regionen, zu sichern. Idealerweise werden sie dafür nicht zusätzlich vergütet, sondern wie Gesundes Kinzigtal analog zum Energieeinsparcontracting aus den erzielten Effizienzgewinnen refinanziert.

Diese Art der Finanzierung minimiert Anreize zur Überversorgung. Denn der Vergütungsmix aus kollektivvertraglichen Einnahmen für die beteiligten Ärzte und selektivvertraglichen Zusatzvergütungen für eine zielgerichtete und effizientere Kostenminderung schafft für den einzelnen Arzt Anreize für eine optimale Versorgung. Insbesondere, wenn Verträge zwischen Kassen und Netzen die freie Arztwahl nicht eingrenzen und die Netze sich durch patientenfreundliche Angebote und Qualität von den anderen Anbietern absetzen müssen, produzieren derartige Systeme auch einen hohen Standard an Patientensouveränität. Mit dem Änderungsantrag von CDU/CSU und FDP zum § 87b Abs.2 und Abs. 4 (Vernetzte Praxen) wird ein Teil unserer Vorschläge aufgegriffen – mehr dazu siehe weiter unten.

Intelligente Gesundheitsnetze sehen sich noch erheblichen Problemen gegenüber. Eine zentrale Schwierigkeit ist die Vorabinvestition. Die Politik sollte im Rahmen des Versorgungsstrukturgesetzes die Möglichkeit von privaten Investitionen ausweiten und nicht – wie geplant – eingrenzen! Eine entsprechende gesetzliche Regulierung wäre ein entscheidender Erfolgsfaktor für die nachhaltige Zukunftssicherung des Gesundheitswesens. Hier sehen wir noch dringenden Handlungsbedarf.

Gern möchten wir mit Ihnen darüber diskutieren – wir haben dazu ein Internet-Forum in Verbindung mit unserer Vision 2015 zur Zukunft der regionalen Gesundheitsversorgung eingerichtet. Wir freuen uns über eine rege Diskussion.

Viel Spaß bei der Lektüre und beste Grüße

Ihr Helmut Hildebrandt


Inhalt

Editorial
Aus den Regionen
Erfolgreiches Symposium in Lauenburg
IV-Vertrag wird erweitert
Therapievorschlag Ehrenamt
Gesundes Kinzigtal und OptiMedis go Europe
Psychisch krank: Kinzigtaler seltener in Klinik
Erfolgsfaktoren für eine sektorübergreifende Partnerschaft
Aus Politik und Verbänden
Agentur deutscher Arztnetze gegründet. OptiMedis ist Mitglied.
CDU und FDP wollen das Versorgungsstrukturgesetz zugunsten von Praxisnetzen ändern
Mehr Transparenz bei den Krankenkassen
Die sechs größten Missverständnisse über Integrierte Versorgung
Neues von OptiMedis
Dr. Richter-Reichhelm mit Klemperer-Medaille geehrt
Helmut Hildebrandt veräußert seine Anteile an HGC
Neuer Öffentlichkeitsarbeiter
Der Buchtipp
Kennzahlensysteme: ein neuer Ansatz auch für das deutsche Gesundheitswesen?
The end of Healthcare … as we know it?

 

Veranstaltungskalender
Presseschau
Redaktion
Alle Seiten

Erfolgreiches Symposium in Lauenburg

Dr. Heiner GargAm 2. September hatte das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg in das Kreismuseum Ratzeburg geladen, um die bereits erzielten Erfolge und die weiteren Planungen für eine Integrierte Versorgung im Landkreis vorzustellen. Gekommen waren knapp 100 Interessierte sowie hochkarätige Referenten. Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg sprach das Grußwort. Er lobte die Arbeit des Praxisnetzes als ein Paradebeispiel dafür, wie man es machen solle. Die sektorübergreifende Zusammenarbeit im Landkreis sei mustergültig, so der Minister. Im Anschluss stellte Angelika Foster von der AOK Nordwest die Ergebnisse des IV-Vertrages Diabetischer Fuß vor. Seit fünf Jahren besteht der Vertrag zwischen Kasse und Praxisnetz für diese Indikation. Die Zusammenarbeit zwischen medizinischen und nicht-medizinischen Leistungserbringern, z. B. Orthopäden und Podologen, rechne sich. In 2009 sei für die eingeschriebenen Versicherten nach Gegenrechnung der Aufwände eine Netto-Einsparung von über 650 Euro pro Patient erzielt worden. Die Kosten seien gesunken, die Versorgung habe sich verbessert, bilanzierte Foster. Daher wurde der IV-Vertrag zum 1.9. auf vier weitere Regionen ausgeweitet (siehe nächsten Artikel). Aus Nürnberg angereist waren Dr. Volkmar Männl und Norbert Lindenthal vom Gesundheitsnetz Qualität & Effizienz eG. Die beiden stellten die Arbeit ihres Gesundheitsnetzes vor. Die Integrierte Vollversorgung einer Region und nicht mehr das Verdienen an der Krankheit sondern die Belohnung der erfolgreichen Gesundheitserhaltung sei das Gebot der Zukunft, unterstrich Dr. Männl.

Das kreisweite Praxisnetz im Herzogtum Lauenburg umfasst 100 Ärzte und Psychotherapeuten, vier Kliniken und diverse medizinische Dienstleister, die seit 2004 sektorübergreifend zusammenarbeiten, sei es in Form gemeinsamer Fortbildungen oder patientenbezogener Fallkonferenzen. Die OptiMedis AG ist der Partner des Ärztenetzes für die Etablierung einer Regionalen Integrierten Vollversorgung.


IV-Vertrag wird erweitert

Auf dem Symposium des Lauenburger Praxisnetzes lobte Angelika Foster von der AOK Nordwest die erfolgreiche Versorgung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom. Dieses Modell wurde zum 1.9. auf vier weitere Regionen in Schleswig-Holstein übertragen: Flensburg, Schleswig, Kiel und Neumünster. Darauf einigten sich die AOK Nordwest und die Arbeitsgemeinschaft Diabetologischer Schwerpunktpraxen Schleswig-Holstein. In Lauenburg sind zwei Schwerpunktpraxen, eine Fußambulanz, elf Spezialisten und 26 Häusärzte beteiligt. Die Fußambulanz am Krankenhaus Ratzeburg ist der zentrale Koordinations- und Versorgungsschwerpunkt bei der Durchführung des IV-Vertrages und übernimmt u. a. die Überprüfung der Qualitätsziele, die Weiterbildung und Qualifizierung aller Leistungserbringer und hält Fallkonferenzen ab. Das Praxisnetz übernimmt die Funktion einer Managementgesellschaft, rekrutiert die Patienten und kauft alle ärztlichen und nicht-ärztlichen Leistungen inklusive Wundversorgung ein. Die Vergütung erfolgt leistungsbezogen im Rahmen eines kalkulierten Budgets. Im Jahr 2009 waren 35 Patienten eingeschrieben. Die Netto-Einsparung pro Patient betrug in jenem Jahr 651 Euro.


Therapievorschlag Ehrenamt

Einen außergewöhnlichen Weg beschreiten die Ärzte in der Region Leinetal. Sie ermutigen Patienten, die eine lebensverändernde Diagnose wie Diabetes oder Osteoporose erhalten haben, sich gesellschaftlich zu engagieren. Denn Angst und Depressionen würden sich automatisch bei den Patienten einschleichen, wenn sie aus Krankheitsgründen nicht mehr arbeiten könnten. Diese psychischen Begleitumstände nehme man ernst. Die Ärzte im Leinetal haben deshalb mit den Freiwilligenagenturen in Neustadt, Wunstorf und Garbsen das Kooperationsprojekt „Mehr als gesund“ gestartet. Dieses soll den Patienten einen neuen Horizont eröffnen und ihrem Alltag einen neuen Inhalt geben. Seit dem Start des Projektes, vor gut einem Jahr, haben eine Handvoll chronisch kranker Patienten von dem Angebot Gebrauch gemacht – und helfen bei Haus- oder Gartenarbeiten. Mit Erfolg. Die Ärzte stellen bei ihnen nachweislich eine Verbesserung der Gesundheit und Zufriedenheit fest. Finanziert wird das Projekt aus eigenen Mitteln.

Mit diesem Projekt haben sich die Ärzte aus dem Leinetal mit Unterstützung der OptiMedis AG um den 1. Niedersächsischen Gesundheitspreis beworben.


Gesundes Kinzigtal und OptiMedis go Europe

Prof. Torben LarsenAm 2. August besuchte der Gesundheitsökonom Prof. Torben Larsen die Geschäftsstelle des Gesundes Kinzigtals. Der dänische Professor koordiniert das EU-Projekt Integrated Homecare zur Versorgung von Patienten mit Schlaganfall, Herzinsuffizienz und COPD. Prof. Larsen will das bestehende Projekt in neuer Form über das Jahr 2014 hinaus fortführen, weshalb er in über zehn europäischen Ländern nach Partnern sucht. In Deutschland würde er gerne alle OptiMedis-Partnersysteme inklusive Gesundes Kinzigtal als Partner gewinnen. In einem Gespräch mit Helmut Hildebrandt, der Geschäftsstellenleiterin Dr. Monika Roth und weiteren Mitarbeitern informierte er sich über die Arbeit der Kinzigtaler. Dabei zeigte sich Prof. Larsen interessiert an den praktischen Erfahrungen mit Telemedizin und der Betreuung durch Praxen und Praxis-Assistentinnen im Programm  „Starkes Herz (Herzinsuffizienz)“ sowie den Ergebnissen hinsichtlich der Survival-Kurven und der Deckungsbeitragsverbesserung. Er bestätigte zudem den Bedarf und den Ansatz der neuen Programme, insbesondere  „Im Gleichgewicht – Meinen Blutdruck im Griff (Hypertonie)“. Die Planungen für die Errichtung einer „Gesundheitswelt Kinzigtal“, einem Zentrum für Trainings-, Schulungs- und Bewegungsangebote, konnte er aufgrund der inzwischen erreichten Evidenz für den Nutzen von Bewegungstraining nur unterstreichen. Im Gespräch erläuterte Prof. Larsen die Inhalte, Umsetzung und Finanzierung der europäischen Studie. In den kommenden Monaten wird Prof. Larsen den Projekt-Antrag ausarbeiten. Ein Treffen der Interessenten soll am Rande des nächsten Kongresses des International Network of Integrated Care (INIC) am 29. und 30. März in San Marino in Italien erfolgen. Helmut Hildebrandt ist eingeladen, in San Marino das Eröffnungsreferat zu halten. Die europaweite Ausschreibung des EU-Projektes soll im Sommer des kommenden Jahres erfolgen, OptiMedis übernimmt die Steuerung der deutschen Beteiligung.


Psychisch krank: Kinzigtaler seltener in Klinik

Während in den letzten fünf Jahren die Krankenausweinweisungen bei psychischen Erkrankungen bundesweit um 22 % stiegen, sanken sie im Kinzigtal um knapp 2 %. OptiMedis hat diese und weitere Kennzahlen für das Kinzigtal erhoben und mit den Zahlen des aktuellen Krankenhausreports der Barmer GEK verglichen. So schnitt Gesundes Kinzigtal auch bei Krankenhaus-Fällen besser ab. Während 2010 aufgrund psychischer Störungen unter Barmer GEK-Versicherten 15,3 (Männer) bzw. 13,1 (Frauen) je 1.000 Versicherte stationär behandelt wurden, waren es im Kinzigtal über alle Versicherte der AOK hinweg nur 12,6 bzw. 10,4. „Wir sind uns möglicher regionaler Effekte bewusst. Die Daten lassen trotzdem eine positive Entwicklung erkennen, die wir auf die Integrierte Vollversorgung und insbesondere auf die Programme für psychisch Kranke im Kinzigtal zurückführen“, betont Helmut Hildebrandt.

Gesundes Kinzigtal hat seit 2007 mehrere Programme für psychisch erkrankte Versicherte aufgelegt, u.a. Psycho Akut. Dieses Programm verkürzt bei psychischen Krisen die Wartezeiten auf einen Therapieplatz. Der Versicherte erhält innerhalb einer Woche einen Therapietermin bei einem der beteiligten Psychotherapeuten. Die Therapie endet nach maximal sieben Sitzungen. „Durch die rasche Krisenintervention können eine Verschlechterung des Zustandes und eine damit einhergehende Chronifizierung vermieden werden“, betont Dr. Horst Michalek, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Dank der Integrierten Versorgung konnten im Kinzigtal auch die Ausgaben für die stationäre Versorgung je Versicherter mit psychischer Erkrankung zwischen 2005 und 2009 um 12,9 Prozent gesenkt werden.

Entwicklung der KH-Fälle

   
Arzt und Patient: Partner auf Augenhöhe bei medizinischen Entscheidungen? Im Rahmen der wissenschaftlichen Evaluation von Gesundes Kinzigtal finden u.a. in regelmäßigem Abstand Analysen zur Prozessevaluation aus Sicht der beteiligten Ärzte und anderen Leistungspartner statt. Die aktuelle Ausgabe des kostenlosen Evaluationsnewsletters betrachtet einen speziellen Ausschnitt der letzten Befragung der Leistungserbringer zu ihrer Sicht und ihrer Bewertung der im Kinzigtal eingesetzten Methode von Zielvereinbarungen zwischen Arzt und Patient und dem Shared Decision Making. Die Studienergebnisse sowie weitere aktuelle Evaluationsergebnisse zur Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal lesen Sie im neuen Rundbrief der Evaluations-Koordinierungsstelle Integrierte Versorgung an der Universität Freiburg  (EKIV).
 

 

Den aktuellen Newsletter können Sie hier lesen.


Erfolgsfaktoren für eine sektorübergreifende Partnerschaft

Wie bringt man die Interessen der niedergelassenen Ärzte und einer IV-Managementgesellschaft mit denen eines Akutkrankenhauses überein? Was sind die Erfolgstreiber für eine solche Partnerschaft? Helmut Hildebrandt und Kornelia Buntru, Verwaltungsleiterin des Ortenau Klinikums, geben darauf Antwort. In den im September erscheinenden Praxisberichten des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) beleuchten sie die sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen der Gesundes Kinzigtal GmbH und dem Ortenau Klinikum. Die Liste der gemeinsamen Interessen ist lang. Diese Interessenkohärenz mündet in eine enge Zusammenarbeit bei Gesundheitsprogrammen und -förderung, der IT-Vernetzung (Stichwort: elektronische Patientenakte) oder dem Förderprogramm zur Anwerbung junger Medizin. Doch beide wissen auch: Kooperations- und  Vertrauensaufbau erfordern Zeit und Energie.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in „PRAXISBERICHTE zu aktuellen Fragen des Krankenhausmanagements 2011“, Herausgeber: Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands.
Wir verlosen unter allen Lesern drei Exemplare der Ende September erscheinenden VKD-Praxisberichte. Senden Sie eine E-Mail mit dem Stichwort „Praxisberichte“ an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen


Agentur deutscher Arztnetze gegründet. OptiMedis ist Mitglied.

Am 8. Juli konstituierte sich die Agentur deutscher Arztnetze in Berlin. Neben dem Beschluss der Satzung wurde ein fünfköpfiger Vorstand gewählt. Dieser setzt sich aus vier Vertretern der Ärztenetze und einem Vertreter des NAV-Virchow-Bundes zusammen. Als Vorsitzender wurde der Nürnberger Allgemeinmediziner Dr. Veit Wambach („Qualität und Effizienz eG“) gewählt. Neben den 14 Gründungsmitgliedern ist auch die OptiMedis AG der Agentur als ordentliches Verbandsmitglied beigetreten. „Mit der OptiMedis AG und ihrem Vorstand Helmut Hildebrandt haben wir ein Mitglied gewonnen, das Vordenker in der Integrierten Versorgung ist und zu deren Geburtshelfern in Deutschland zählt“, betont Dr. Wambach.

Die Agentur will die Interessen der Ärztenetze und Gesundheitsverbünde in Deutschland vertreten. Ziel ist es, die gesundheitspolitischen Debatten mitzugestalten. Im Fokus steht derzeit das Versorgungstrukturgesetz, welches nach der parlamentarischen Sommerpause im Bundestag und -rat behandelt wird. Die Agentur fordert u. a., dass Ärztenetze als Leistungserbringer im SGB V anerkannt werden und Krankenkassen einen Anreiz erhalten, Verträge mit Netzen abzuschließen. Vom Status als Leistungserbringer verspricht sich Dr. Wambach, dass Arztnetze eigenständig mit den Kassen Verträge verhandeln oder Medizinische Versorgungszentren gründen könnten. Für ihre Anliegen im politischen Raum erhält die Agentur Unterstützung durch den NAV-Virchow-Bund, z. B. bei der Anhörung des BT-Gesundheitsausschusses zum Versorgungsstrukturgesetz im Oktober 2011.


CDU und FDP wollen das Versorgungsstrukturgesetz zugunsten von Praxisnetzen ändern

Lange haben wir uns gemeinsam mit vielen Mitstreitern dafür eingesetzt, Praxisnetze unter definierten Bedingungen in der Vergütung zu privilegieren. Jetzt hat die Regierungskoalition dieses aufgegriffen. Der § 87b Absatz 2 und der Absatz 4 sollen geändert werden, womit den Kassenärztlichen Vereinigungen ermöglicht wird, gesonderte Vergütungsregelungen für vernetzte Praxen auch als ein eigenes Honorarvolumen als Teil der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen vorzusehen. Bedingung: Dies soll der Verbesserung der ambulanten Versorgung dienen und das Praxisnetz muss dazu vorab von der Kassenärztlichen Vereinigung als besonders förderungswürdig nach dafür eigens noch zu schaffenden Richtlinien insbesondere zu Versorgungszielen anerkannt worden sein.“

In der Begründung wird dazu näher ausgeführt: „Auch mit Zusammenschlüssen von Vertragsärztinnen und -ärzten verschiedener Fachrichtungen (vernetzte Praxen bzw. Praxisnetze) zur interdisziplinären, kooperativen und medizinischen ambulanten Betreuung und Versorgung der Patientinnen und Patienten können die ambulanten Versorgungsstrukturen verbessert werden. Die Kassenärztlichen Vereinigungen erhalten bei der Verteilung der Gesamtvergütungen auch die Möglichkeit, im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) solche Kooperationen, insbesondere ausgerichtet an definierten Versorgungszielen (z.B. Erhöhung der Impf- oder Präventionsquote), finanziell zu fördern. Dies umfasst auch die Möglichkeit, dass die Kassenärztliche Vereinigung einem Praxisnetz ein eigenes Honorarbudget oder Honorarvolumen als Teil der Gesamtvergütungen zuweisen kann zwecks eigenständiger Verteilung an die an diesem Praxisnetz teilnehmenden Ärzte/Praxen (Netzpraxen), sofern das Praxisnetz nach Maßgabe der dazu von der Kassenärztlichen Vereinigung erlassenen Richtlinie anerkannt ist.

Politik ist ja bekanntlich das Bohren dicker Bretter - so auch hier. Erstens: Das Gesetz soll zum 1.1.2012 wirksam werden, dann müssen die Richtlinien noch entwickelt und beschlossen werden, dann müssen die einzelnen KVen darüber befinden. Vor dem 1.1.2013 wird sich für die Praxisnetze also nichts geändert haben. Ob dann alle Landes-KVen mitziehen werden, das werden wir ja noch sehen. Bundesweit ist aber zu erwarten, dass die Idee der haus- und facharztübergreifenden Netze damit eine Stärkung erfährt und dass diese zumindest in den Regionen, wo die KV diesen positiv gegenüber steht, damit erstmals auch eine gewisse Basisfinanzierung erreichen, die die Netze unabhängiger macht von Dritten und das Thema Qualität und Outcome  zugunsten der Patienten stärker in den Mittelpunkt der Netzbemühungen stellt. Indirekt wird das auch bei den Krankenkassen wieder den Gedanken stärken, mit Netzen - so wie im Kinzigtal - indikationsübergreifende Vollversorgungsverträge abzuschließen.

Übrigens: Mit einem gewissen Stolz können wir vermelden, dass die Kolleginnen und Kollegen im Gesunden Kinzigtal an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig waren. Gab doch eine Veranstaltung am 6. Nov. 2010 mit Dr. Köhler (KBV) dazu den entscheidenden Anstoß.


Mehr Transparenz bei den Krankenkassen

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat im Sommer einen Referentenentwurf zu dem „Gesetz zur Änderung der Internationalen Gesundheitsvorschriften und zur Durchführung weiterer Gesetze (IGV-Durchführungsgesetz –IGV-DG)“ vorgelegt. In Artikel 5 wird eine Änderung des SGB IV zur Verbesserung der Transparenz über die Finanzlage der Krankenkassen vorgeschlagen. Die Regelung in § 77 Abs. 1b (neu) SGB IV besagt: „Die Krankenkassen haben einen aussagekräftigen Bericht über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die finanzielle Lage der Krankenkasse zu erstellen. Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen legt hierfür ein einheitliches Verfahren und einheitliche Vordrucke fest, die die wesentlichen Punkte der Rechnungslegung berücksichtigen. Der Bericht ist bis zum 1. Oktober des dem Berichtsjahr folgenden Jahres im elektronischen Bundesanzeiger und in anderer geeigneter Form zu veröffentlichen. Die Veröffentlichung nach § 305b des Fünften Buches Sozialgesetzbuches bleibt unberührt.“ Durch die Publikation ihrer Geschäftsergebnisse würden die Krankenkassen die notwendige Transparenz schaffen, damit sich die Versicherten bei der Wahl ihrer Krankenkasse umfassend über deren wirtschaftliche Lage informieren könnten, lautet die Begründung zu der geplanten Rechtsänderung.

OptiMedis ist überzeugt, dass die Regelung richtig und notwendig ist, aber nicht ausreichend! Um die finanzielle Lage und Zukunftsaussicht beurteilen zu können, muss auch dargestellt werden, in welchem Gesundheitszustand sich die versicherte Population befindet, d.h. welche Risiken sich in der Kasse befinden (vgl. City BKK). Dies erfordert zumindest eine Basisstatistik über die Mitglieder, ihre Morbidität und ihre relativen Kosten zu den Normkosten, aufgegliedert nach Altersgruppen. Außerdem muss gleichzeitig die Öffentlichkeit wissen, was die Krankenkasse in Versorgungsinnovationen investiert.

Bereits im Juni 2008 hatte Hildebrandt GesundheitsConsult in dem „White Paper: Anreize für Forschung und Entwicklung für Versorgungs- und Systeminnovationen im Gesundheitswesen“ gefordert: „Krankenkassen und Versicherungen sind gleichzeitig darauf zu verpflichten, innerhalb eines angemessenen Zeitraums Qualitäts- und Ergebnisberichte des Gesundheitszustandes ihrer Versicherten und seiner Entwicklung über die Zeit – in Erweiterung der BQS-Berichterstattung für Krankenhäuser – und einen Bericht über ihre Investitionen in die Forschung & Entwicklung für Versorgungsinnovationen zu veröffentlichen. Diese Berichte sollen den Versicherten und der Öffentlichkeit entsprechende Transparenz und Entscheidungshilfe geben und ermöglichen, diejenige Krankenkasse auszusuchen, die am ehesten durch gute selektiv- und kollektivvertragliche Versorgungssysteme die Gewähr für einen hohen eigenen Gesundheitsnutzen bieten. Jenseits des Vergleichs der Zusatzbeiträge (und damit der Kosten) werden damit Krankenkassen belohnt, die sich durch erfolgreiche Anstrengungen in Primär- wie Sekundärprävention von den anderen abheben. Der Gemeinsame Bundesausschuss könnte hierfür in enger Zusammenarbeit mit den Vertretern der Patienten und Versicherten und der Bundesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung ein entsprechendes Anforderungsmodell an derartige Berichte entwickeln.“


Die sechs größten Missverständnisse über Integrierte Versorgung

Wir berichteten bereits über die Gesundheitsreformen in den USA mit ihrem Konzept der „Accountable Care Organisations“. Diese sektorübergreifenden regionalen Gesundheitsnetze gehen ein Vertragsverhältnis mit den staatlichen Versicherungen Medicare und Medicaid ein, das „shared savings“ genannt wird und dem Einsparcontracting im Kinzigtal sehr ähnlich ist.

Die große Mehrheit der Gesundheitsexperten in den USA – traditionell eher auf der Seite der Demokraten stehend – setzt große Erwartungen in die bessere Koordination und Integration der Gesundheitsversorgung durch „Accountable Care Organisations“ und die dadurch erzielbaren besseren Ergebnisse und verminderten Kosten. Gerade aus den Reihen der stärksten Befürworter kommen aber auch kritische Stimmen und Warnhinweise, dass derartige Entwicklungen komplexe Anforderungen stellen, die nicht unterschätzt werden sollten. In einem Kommentar für das Journal of the American Medical Association (JAMA) warnen Sara Singer, von der Harvard University, und Stephen Shortell, Dean der School of Public Health an der University of California, Berkeley, vor den häufigen Missverständnissen und Fehlern, die Organisationen auf dem Weg zu einer ACO unterlaufen können.

Inspiriert durch die Aufstellung von Sara Singer und Stephen Shortell und angeregt durch die Fragen von Gesundheitspolitikern, welche Hindernisse sich der intensiveren Umsetzung von Integrierter Versorgung entgegen stellen, haben wir hier unsere eigene Liste  der sechs größten Missverständnisse und Fehler entwickelt, die Krankenkassen und Ärztenetzen bzw. Krankenhäusern bei der Einführung von Integrierter Versorgung mit einem „shared savings Ansatz“ unterlaufen können:

  1. Integrierte und effiziente Versorgung ist einfach – die „quick wins“ liegen auf der Straße.
  2. Die Ärzte steuern, die Patienten braucht man nur zur Einschreibung.
  3. Sobald die richtige technische Lösung für eine elektronische Vernetzung mit einer netzübergreifenden zentralen Patientenakte vorhanden ist, hat man es geschafft.
  4. Qualität und Effizienz lassen sich einfach nachweisen.
  5. Das Management ist klassische Betriebswirtschaft und erfordert keine besonderen Fähigkeiten.
  6. Investitionen sind – bis auf eine geringe Anschubfinanzierung - nicht erforderlich.

Falls wir Ihr Interesse geweckt haben, fordern Sie den gesamten Artikel an unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

   
Vision 2015: Diskutieren Sie mit uns über die Zukunft der regionalen Gesundheitsversorgung.

Vision 2015 In unserer Vision 2015 behandeln die Ärzte nach der Shared Decision Making-Methode, d. h., Arzt und Patient kommu- nizieren intensiv und entscheiden gemeinsam über die angemessene Behandlung. Im „Valentinstal“ – unserem Zukunftsszenario - wollen die Ärzte sogar noch ein Stück weiter gehen: Wenn der Patient nicht in seiner Entscheidungs- findung eingeschränkt ist, soll ihm die Entscheidung überlassen werden. Grundlage für dieses Modell ist die Salutogenese, die nicht die Defizite eines Patienten, sondern seine Stärken und positiven Ressourcen in den Vordergrund stellt.

So sollen die Patienten befähigt werden, ihre Krankheit ein Stück weit selbst zu managen und Verantwortung dafür zu übernehmen. Sollen Arzt und Patient gemeinsam entscheiden? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit Salutogenese wirklich wirksam werden kann? Diskutieren Sie hier mit uns.
 

Dr. Richter-Reichhelm mit Klemperer-Medaille geehrt

Dr. Manfred Richter-ReichhelmDie Ärztekammer in Berlin hat den Aufsichtsratsvorsitzenden der OptiMedis AG, Dr. Manfred Richter-Reichhelm, mit der Georg-Klemperer-Medaille ausgezeichnet. Geehrt werde er für seine besonderen Verdienste um die medizinische Versorgung der Bevölkerung und die Belange der Ärzteschaft. Die Medaille wurde im Rahmen des diesjährigen Kammertages am 2. September verliehen. Dr. Richter- Reichhelm war u. a. im Vorstand der Berliner Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin. Von 2000 bis Ende 2004 war er 1. Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Während dieser Zeit hatte Dr. Richter-Reichhelm zahlreiche berufspolitische Erfolge vorzuweisen, u. a. die Zusammenführung der Ost- und West-Berliner Ärzte, die Beseitigung der Arzneimittel-Kollektivhaftung und die Einführung der KVB-Qualitätsberichte, die das Leistungsspektrum der niedergelassenen Ärzte transparent machen. Kammervizepräsident Dr. med. Elmar Wille würdigte darüber hinaus Richter-Reichhelms besondere Verdienste um die Aufarbeitung der Geschichte der jüdischen Kassenärzte während des NS-Regimes. Die Georg-Klemperer-Medaille wurde von der Ärztekammer Berlin in diesem Jahr zum fünften Mal vergeben. Namensgeber der Auszeichnung ist der Berliner Internist Professor Georg Klemperer (1865 - 1946).


Helmut Hildebrandt veräußert seine Anteile an HGC

Hildebrandt GesundheitsConsultIn der Presse war es vor wenigen Tagen bereits zu lesen: Helmut Hildebrandt hat seine Mehrheitsbeteiligung an der von ihm gegründeten Beratungsfirma Hildebrandt GesundheitsConsult GmbH in Übereinstimmung mit seinen Partnern und Geschäftsführern Dr. Bischoff-Everding und Dr. Scholz an die Düsseldorfer Vendus-Gruppe veräußert. 1990 als Ausgründung aus dem Universitätsklinikum Hamburg (Medizinsoziologie) und der Werkstatt Gesundheit e.V. gegründet, führte er die Beratungsfirma zuletzt mit rund 15 Mitarbeitern bis zu einem Umsatz von knapp 2 Mio Euro. Mit dem 20-jährigen Jubiläum im Jahre 2010 verabschiedete sich Hildebrandt aus der Geschäftsführung und behielt zunächst noch seine Anteile an der Gesellschaft, konzentrierte sich aber in seiner operativen Arbeit auf die OptiMedis AG. Seine Motive hierfür waren vielfältig. „Mit der OptiMedis AG gehe ich wieder an die Wurzel meines Engagements im Gesundheitsbereich zurück, sprich an die Produktion von Gesundheitsnutzen. Das war mein Thema in der Medizinsoziologie wie bei meinen Arbeiten für die Weltgesundheitsorganisation, und in der Beratung war das immer wieder das inhaltliche Fundament, auf dem wir die nachhaltigen Strategien für Krankenhäuser, Kassen, Politik wie Industrie aufgebaut haben“, so Hildebrandt.

Die Ausdehnung der Arbeiten für OptiMedis und Kinzigtal und gleichzeitig der Bedarf für die Vergrößerung von HGC führten nun zur Trennung von HGC und dem Verkauf der Anteile an die Vendus-Gruppe aus Düsseldorf. „Kennengelernt hatten wir uns in der Vorbereitung von gemeinsamen Projekten, und dabei hatten wir zum einen eine große inhaltliche Übereinstimmung wie aber auch eine sehr komplementäre Ergänzung der Beratungskompetenzen und Kundengruppen festgestellt“ so Hildebrandt. Die Vendus-Gruppe wird die eigene Beratungsgesellschaft Quadricon auf die HGC verschmelzen, und unter dem Namen HGC GesundheitsConsult agieren. Die Geschäftsführer Dr. Bischoff-Everding und Dr. Scholz werden das Unternehmen auch in Zukunft führen. Insgesamt geht damit eine Vergrößerung des Umsatzvolumens und der Marktdurchdringung einher.

Ein doppelter positiver Effekt entsteht damit für OptiMedis: Im Rahmen der Veräußerung der HGC-Anteile ist ein enger persönlicher und beruflicher Kontakt zur Vendus-Gruppe und deren Vorständen entstanden. Die Vendus-Gruppe zählt zu den führenden Kommunikationsdienstleistern im deutschen Gesundheitsmarkt. Sie bietet neben dem neu entwickelten Beratungsgeschäft Leistungen in den Bereichen Marketing, Kommunikation, Vertrieb und Versorgungsmanagement an. Die Firma Sanvartis beispielsweise ist eine von sechs Vendus-Töchtern. Mit ihren 120 Mitarbeitern ist das Unternehmen spezialisiert auf die medizinische Kommunikation mit Versicherten. Die Angebotspalette reicht vom Gesundheitstelefon über Coaching-Programme bis hin zu medizinischen Informations- und Bestell-Services und Vertriebsunterstützung. Auf dieses professionelle Netzwerk, wie aber auch weiterhin auf die HGC-Kollegen, kann OptiMedis zukünftig schnell zugreifen.

Der Verkaufserlös der Anteile wird von Hildebrandt in die Ausdehnung und Weiterentwicklung von OptiMedis investiert sowie in die in Gründung befindliche Health Efficiency Investmentgesellschaft, mit der innovative Lösungen unterstützt und marktreif gemacht werden sollen. „Angesichts der demografischen Entwicklung kommen wir doch gar nicht umhin, die Effizienz der Arbeit im Gesundheitswesen von Jahr zu Jahr zu steigern, wenn wir nicht die privaten Zuzahlungen immer mehr forcieren und eine steigende soziale Schieflage in Kauf nehmen wollen,“ betont Hildebrandt. Erhöhte Effizienz aber wiederum erfordert eine Reorganisation der Versorgungskette, der Prozeduren sowie der Vergütungen im Gesundheitswesen – und dies, so die feste Überzeugung von Hildebrandt, kommt nicht von allein sondern erfordert engagierte Kompetenz gekoppelt mit kräftigen Investitionen.


Neuer Öffentlichkeitsarbeiter

Ulf WernerSeit dem 1. Juli verstärkt Ulf Werner (41) die Abteilung für Unternehmenskommunikation und Pressearbeit. Britta Horwege wird sich bis Mitte kommenden Jahres in Elternzeit befinden. Ulf Werner ist Diplom-Sozialwissenschaftler und verfügt über langjährige Erfahrungen in der Kommunikationsbranche, zuletzt war er bei einer Hamburger PR- und Werbeagentur als PR Senior-Berater tätig. Dort hat er Organisationen aus dem Gesundheitswesen und der Sozialwirtschaft beraten, u. a. ein Tochterunternehmen von Johnson & Johnson, das Zentrum für Gefäßmedizin in Hamburg, die diakonische Stiftung St. Johannisstift in Paderborn, zu der ein 200 Betten zählendes Krankenhaus und diverse Pflegeeinrichtungen gehören, sowie diverse Träger in der Behindertenhilfe. Vor seinem Wechsel in die Kommunikationsbranche hat Ulf Werner in der Kommunal- und Landespolitik in NRW gearbeitet. Ulf Werner verantwortet bei OptiMedis die kommunikativen Strategien und Maßnahmen gegenüber Krankenkassen, Politik, regionalen Managementgesellschaften, (Netz)Ärzten und Patienten. Seine Aufgaben sind die Gestaltung und Weiterentwicklung der internen und externen Unternehmenskommunikation, die Planung und Umsetzung der Öffentlichkeits- und Pressearbeit, die Planung und Realisierung von Events und Messeauftritten sowie die Online-Kommunikation. Ulf Werner ist zweifacher Familienvater und lebt mit seiner Familie in Hamburg.


Kennzahlensysteme: ein neuer Ansatz auch für das deutsche Gesundheitswesen?

Performance MeasurementPerformance Measurement – also die Leistungsmessung über Kennzahlen – gewinnt international zunehmend an Bedeutung, auch im deutschen Gesundheitswesen. Sowohl im stationären (GBA/AQUA Krankenhausqualitätsreports, QSR) und vertragsärztlichen Sektor (AQUIK, QISA) als auch sektorenübergreifend (SQG) werden qualitätsorientierte Kennzahlensysteme entwickelt. Damit einher geht eine umfangreiche Diskussion zu Themen wie Pay for Performance, also der erfolgsabhängigen Vergütung abhängig von Zielen bzw. Kennzahlen, Outcome vs. Prozesskennzahlen, Risikoadjustierung, Kennzahlenaggregation etc. In dem Dschungel an Ansätzen und Konzepten kann man mittlerweile leicht den Überblick verlieren.

Der Sammelband „Performance Measurement for health system improvement…“ setzt genau hier an. Die Herausgeber um den britischen Gesundheitswissenschaftler Peter C. Smith fassen die Möglichkeiten, Herausforderungen und Begrenzungen von Performance Measurement-Ansätzen im Gesundheitswesen zusammen. Dabei werden die Prinzipien, inhaltlichen Ausprägungen, analytische Methoden und Anwendungsszenarien von Performance Measurement sowie Implikationen für Steuerungsansätze im Gesundheitswesen beleuchtet. Hervorgegangen ist das Buch aus den Ergebnissen der WHO-Ministerkonferenz ‘Health Systems, Health and Wealth’, die 2008 in Estlands Hauptstadt Tallin stattfand. In der dort verabschiedeten Tallinn-Charter hatten sich die Mitgliedsstaaten zu einer stärkeren Förderung von Transparenz und Verantwortung verständigt.

Neue Aspekte und Erkenntnisse zum Thema Performance Measurement liefert das Buch allerdings nicht. Dessen Wert liegt darin, dass es die bestehende internationale Diskussion sehr gut zusammenfasst und den aktuellen Stand der Forschung darstellt. Dabei weist es in Part II auf einen wichtigen Punkt hin, der in der Diskussion zu Indikatorensystemen im deutschen Gesundheitswesen noch nicht so stark ausgeprägt ist: Performance im Gesundheitswesen bezieht sich nicht nur auf Qualität. Effizienz, Produktivität und Gleichheit beim Zugang zur Versorgung sind ebenso relevante Dimensionen. Eine multidimensionalere Ausrichtung würde auch der Diskussion im deutschen Gesundheitswesen gut tun. Oft konzentrieren sich hiesige Ansätze entweder nur auf Qualität oder nur Kosten.

Peter C. Smith u. a. (Hrsg.): Performance measurement for health system improvement: experiences, challenges, and prospects, Health Economics, Policy and Management (Cambridge, New York: Cambridge University Press, 2009); ISBN: 9780521116763.

Sie können das Buch auch als kostenloses E-Paper hier herunterladen.


The end of Healthcare … as we know it?

Dies fragen Norbert Hültenschmidt und seine KollegInnen von der Unternehmensberatung Bain & Company in ihrer Ende August publizierten Studie. Ihre These: Das Gesundheitswesen wird sich bis zum Ende dieser Dekade stärker verändern als in den vorangegangenen 50 Jahren. Grund hierfür: Sparzwänge würden als Katalysatoren wirken und zu tiefgreifenden Konsequenzen in den Gesundheitssystemen der Industrienationen führen. Die Autoren skizzieren einen Gesundheitsmarkt im Jahr 2020, der durch vier Prozesse geprägt werde: (1) Der engagierte Patient, (2) Datenrevolution, (3) Integrierte Versorgung und (4) gesundheitsökonomische Innovation.

  1. Die Patienten müssten einen immer größeren Teil der Behandlungskosten privat bezahlen. Sie würden daher engagierter, würden sich stärker informieren und wünschten mehr Entscheidungsrechte.
  2. Die elektronische Vernetzung mache die Patientendaten global verfügbar, etwa in Form einer elektronischen Patientenakte. Der Kosten-Nutzennachweis anhand von Real-Life-Patientendaten werde für Hersteller von Medizinprodukten zum Erfolgsmaßstab.
  3. Eine höhere Effizienz durch integrierte Behandlung: Eine stärkere Vernetzung zwischen Praxen, Kliniken und Versicherern werde die Behandlungswege optimieren. Die Honorierung der Leistungserbringer werde sich am Behandlungserfolg bemessen sowie den Einsparerfolgen.
  4. Kosten- und Nutzenabwägungen führten bei Pharma- und Medizintechnikherstellern zur gesundheitsökonomischen Innovation. Gut-Genug-Produkte würden zum Standard in Pharmazie und Medizintechnik werden. Spitzenprodukte würden auf spezielle Patientengruppen zugeschnitten. Insgesamt werde ein Trend zur personalisierten Medizin zu beobachten sein.

Vieles von dem, was Bain & Company für das Gesundheitswesen von morgen skizzieren, ist im Kinzigtal bereits Realität. Beispiele:

Nach der Lektüre stellen wir also fest: The future of healthcare is the kind of healthcare … as we know it in Kinzigtal!

Sie können die komplette Studie hier herunterladen.


Veranstaltungskalender

In den kommenden Wochen nehmen die der Vorstand und Mitarbeiter der OptiMedis AG und Gesundes Kinzigtal wieder aktiv an Kongressen teil, sei es als Vortragende oder Teilnehmer. Sie treffen uns:

19./20. September: 3. Kongress zur Qualitätssicherung und -messung mit Routinedaten, Potsdam

21.-23. September: Jahrestagung der DGSMP und DGMS, Bremen

24. September: Der Grüne Tag der Gesundheitsberufe, Berlin

28. September: Regionale Variationen im Gesundheitswesen, Berlin

30. September: Bürgerorientierte Versorgung, Berlin

7. Oktober: Gesundheitsökonomische Gespräche, Ludwigshafen

12. Oktober: MSD Forum Gesundheitspartner, München

13. Oktober: 10. Europäischer Gesundheitskongress, München

20./21. Oktober: 8. DGIV Bundeskongress, Berlin

8. November: BMC Fachtagung, Ulm

17. November: Medica, Düsseldorf


Presseschau

Erfahren Sie, wie die Fach- und Publikumspresse in den letzten Wochen über die OptiMedis AG und ihre Projekte berichtet hat.

Die Artikel können Sie hier lesen.


Redaktion

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OptiMedis AG

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Ulf Werner

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Redaktionelle Mitarbeit an dieser Ausgabe: Helmut Hildebrandt, Alexander Pimperl
Bilder & Grafiken: Jacob Wilder (KVSH), eigene Quellen