Aktuelles - OptiMedis AG

Direkt zur Hauptnavigation Zum Inhalt wechseln

OptiMedium November 2014

Wissenschaft

Populationsorientiertes Versorgungsmanagement: Patienten priorisieren, gezielt intervenieren

Für ein erfolgreiches populationsorientiertes Gesundheits- und Versorgungsmanagement sind einer aktuellen Veröffentlichung nach mehrere Faktoren wichtig: Zum einen müssten die Versicherten abhängig von ihren Risiken und auf Grundlage verschiedenster Daten priorisiert werden. Zum anderen sollten die Interventionen auf mehreren Ebenen ansetzen. Eine Beschränkung etwa nur auf Hochrisikopatienten sei nicht sinnvoll. Dies sind Ergebnisse der Studie „How to prioritize Population Health Interventions“ der US-amerikanischen Gesundheitsberater „The Advisory Board Company“.

Damit Ressourcen effektiv eingesetzt werden könnten, müssten folgende Fragen im Rahmen der Priorisierung einer Population beantwortet werden: Welche Patienten sind gefährdet oder könnten es in der Zukunft sein? Warum sind sie gefährdet? Und welche Patienten würden am meisten von welcher Intervention profitieren? Klinische Daten allein seien hierfür aber nicht ausreichend, heißt es in der Studie. Um die Ursachen für ein Risiko besser zu verstehen und entsprechende Interventionen zu planen, müssten auch Daten zur Lebenssituation, also soziale, geografische, verhaltens- und aktivitätsbezogene Daten, einbezogen werden: Hat die Person soziale Kontakte, lebt sie allein, ist sie aktiv in Vereinen, macht sie Sport etc. Anhand dieser Daten kann der Studie nach dann für jeden Patienten eine Liste potentieller Interventionen erstellt werden, die nicht nur nach dem Risikolevel des Patienten gewichtet werden, sondern danach, welche Interventionen zur Situation des Patienten passen und den höchsten Benefit versprechen. Das Engagement des Patienten für seine eigene Gesundheit habe z.B. einen großen Einfluss darauf, ob eine Intervention Erfolg habe oder nicht.

Besonders wichtig ist aus Sicht der Advisory Board Company, Interventionen für die gesamte Population zu entwickeln – so wie wir es auch in der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal seit neun Jahren erfolgreich tun. Denn auch Patienten mit niedrigem oder moderatem Risiko würden später ggf. zu Hochkostenpatienten werden und hier müsse man frühzeitig eingreifen. Reine Hochkosteninterventionen führen laut der Studie nach fünf Jahren zu einem negativen Return on Investment (ROI) von fünf Prozent, das habe die Analyse eines Projekts mit 25.000 Medicare-Patienten ergeben. Es habe sich gezeigt, dass, um einen positiven ROI von drei Prozent zu erhalten, sowohl „high cost patients“ als auch „moderate risk patients“ gemanagt werden müssten. Denn die Initialkosten und die Kosten im Zeitverlauf wachsen bei der Berücksichtigung von „high cost patients“ genau so schnell wie bei einer gleichzeitigen Betrachtung von „high cost“ und „moderate risk patients“. Würden beide Patientengruppen herangezogen, verringere sich jedoch die Anzahl von „morderate risk patients“, die über einen längeren Zeitraum zu „high cost patients“ werden.

Das Paper der Advisory Board Company finden Sie als Download im Internet.