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OptiMedium Dezember 2015

Digital Health Trends im US-Markt

Sebastian SujkaWas Technologie und Trends betrifft, hat das Silicon Valley in den vergangenen Jahrzehnten eine Vormachtstellung eingenommen. Beim RockHealth Summit 2015 in San Francisco trafen sich die Größen der Digital Health-Szene, um die Fortschritte der Industrie zu diskutieren. Drei Trends waren zu erkennen, das berichtet Sebastian Sujka (siehe Foto) von der xbird GmbH:

Die größten Einsparungen werden durch Systemänderungen erwartet

Der US-Gesundheitsmarkt ist eines der reguliertesten Systeme der Welt. Nach einhelliger Meinung der Digital Health-Industrie haben Unter- bzw. Überregulierung zu einem nicht funktionalen Gesundheitssystem geführt. 2013 wurden geschätzte 17,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts für die Gesundheitsversorgung ausgegeben. Der Kostenanstieg wurde für 2014 bis 2018 auf jährlich 4,9 Prozent projiziert. 

Mit dem Affordable Care Act („Obama Care“) wurden viele Erneuerungen angestoßen. Es wird erwartet, dass die größten Ersparnisse gar nicht durch neue Technologien erreicht werden, sondern durch smarte Systeme für Kostenberechnungen, durch Interoperabilität der elektronischen Gesundheitsakten und durch Einschnitte in die langen und teuren Administrationsketten. 

Den Nutzer zu verstehen ist wichtiger als die Technologie

Die meisten US-Start-ups führen den technologischen Fortschritt als größten Vorteil auf. Die Technologie ist aber in den meisten Fällen der neuen Start-up-Riesen tatsächlich nicht entscheidend. Nimmt man die jüngsten Beispiele wie Uber, Airbnb oder Fitbit unter die Lupe, dann sieht man, dass die Milliardenbewertungen nicht durch die eingesetzte Technologie zustande kommen. Die Technologien sind nämlich bei näherer Betrachtung alles andere als revolutionär. Was diese Firmen allerdings gemeistert haben ist, das Nutzerverhalten genau zu verstehen. Das gleiche Prinzip gilt für alle erfolgreichen Digital Health-Start-ups. Hierbei sind die wichtigsten Bausteine die Benutzerfreundlichkeit sowie eine Balance aus Kurzzeit- und Langzeit-Anreizen für den User. Diese Anreize sind kontra-intuitiverweise nicht immer die selben. Bestes Beispiel: Die erfolgreichsten US-Start-ups, die sich dem Thema Diabetes widmen, gewinnen den Nutzer ausschließlich über den Anreiz Gewichtsverlust. 

Telemedizin soll mehr Menschen effektiver behandeln

Viele neue Geschäftsmodelle drehen sich um Telemedizin. Zum einen sorgt die Telemedizin dafür, dass Arzt und Patient oder Ärzte untereinander kommunizieren können – zum Beispiel über Smartphone –, auch wenn sie sich an unterschiedlichen Orten befinden. Zum anderen ermöglicht Telemedizin dem Arzt, mit einer größeren Anzahl an Patienten in Kontakt zu treten und somit mehr Menschen effektiver zu helfen. Hierbei spielt es eine Rolle, dass Symptome oder Krankheiten systematisch und zumindest teilweise maschinell erkannt werden, sodass mehr Menschen behandelt werden können. Und die Einbindung von Telemedizin hat einen weiteren Vorteil: Der Arzt spart Zeit. Standarduntersuchungen können automatisiert durchgeführt werden und der Arzt hat damit für schwierige Fälle mehr Zeit zur Verfügung.  

Fazit

Die Bewegung im Markt ist zu begrüßen. Viele Methoden in den Bereichen Prävention und Früherkennung sind technologisch völlig überholt, aber neue Lösungen stehen teilweise schon bereit. Deutschland muss sich also in Sachen Technologieentwicklung nicht vor dem Silicon Valley verstecken. Die Amerikaner sind und bleiben allerdings die Könige der „go-to-market“-Strategien.

Zum Autor: Sebastian Sujka ist Kooperationspartner der OptiMedis AG und auf die Bereiche Big Data, Business Intelligence und Analyse mobiler Daten spezialisiert. Nach erfolgreichem Aufbau und Verkauf zweier Start-ups gründete er Anfang 2015 mit xbird sein drittes Unternehmen in Bereich Digital Health, das sich auf Früherkennung und Prävention von Krankheiten durch Analyse mobiler Daten aus Smartphones spezialisiert hat.