OptiMedium Dezember 2015

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Integrierte Versorgung Gesundes Kinzigtal blickt in diesen Tagen auf zehn schöne und erfolgreiche Jahre zurück. Es war eine spannende Zeit mit vielen Herausforderungen, Widerständen, viel Zuspruch und immer wieder guten Ergebnissen, die zeigen, wie richtig wir mit unserem Modell liegen. Pünktlich zum Jubiläum ist auch die Gesundheitswelt von Gesundes Kinzigtal fertig geworden, ein großes Therapie-, Bewegungs- und Kurs-Zentrum, das auch die Geschäftsstelle beherbergt. Dort fand Ende November die offizielle Jubiläumsfeier statt.

Und auch in Hamburg geht es zum Ende des Jahres gut voran: Die Landeskonferenz Versorgung unterstützt unseren Plan, in den sozial benachteiligten Stadtteilen Billstedt und Horn eine sektorenübergreifende, gesundheitsfördernde und auf die Bewohner abgestimmte Versorgung umzusetzen, gemeinsam mit vielen regionalen Partnern. Hierzu gehört die AOK Rheinland/Hamburg, weitere Krankenkassen prüfen ihren Beitritt.

OptiMedis-ModellAll das hat uns inspiriert, unser Modell einer Regionalen Integrierten Versorgung in Bilder zu fassen und damit für Sie greifbarer zu machen. Das Ergebnis – eine ausführliche Infografik – sehen Sie rechts im Bild. Klicken Sie hier, wenn Sie es als jpg herunterladen möchten. Gern schicken wir Ihnen auch ein gedrucktes Exemplar zu. Über Ihr Feedback freuen wir uns.

Außerdem lesen Sie in dieser Ausgabe u.a.: Deutscher BGM-Förderpreis: Auszeichnung für Gesundes Kinzigtal, Rückblick auf ein Jahr Arzneimittelkonsil im Leinetal – wie geht es weiter?, Patientenbeteiligung: Was können wir aus dem Ausland lernen?

Und schon jetzt vormerken: Die 16th International Conference of Integrated Care findet im nächsten Jahr vom 23. bis 25. Mai in Barcelona statt. Sie hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der wichtigsten internationalen Veranstaltungen im Bereich Integrierte Versorgung entwickelt und bringt hochrangige Experten aus aller Welt zusammen. Wir würden uns freuen, Sie dort zu treffen!

Ich wünsche Ihnen im Namen des Aufsichtsrates und des Teams der OptiMedis AG ein frohes und unbeschwertes Fest und einen guten Start ins neue Jahr!

Helmut Hildebrandt Helmut Hildebrandt

Ihr Helmut Hildebrandt

 

Inhalt

Aus den Regionen 

Aus den Regionen

  
Zehn Jahre Gesundes Kinzigtal: Integrierte Versorgung feiert Jubiläum> mehr
Hamburger Landeskonferenz Versorgung unterstützt OptiMedis-Projekt> mehr
Gesundes Kinzigtal verbessert erneut Deckungsbeitrag> mehr
Deutscher BGM-Förderpreis: Auszeichnung für Gesundes Kinzigtal> mehr
Gesundes Kinzigtal: Health Needs Assessment bei multimorbiden Patienten> mehr
Praxisnetzförderung: Niedersächsisches Netz etabliert Arzneimittelkonsil> mehr
 
Internationales 

Internationales

  
Patientenbeteiligung im Gesundheitswesen: Was können wir aus dem Ausland lernen?> mehr
Digital Health Trends im US-Markt> mehr
World Congress on Integrated Care: „International movement for change“> mehr
 
Neues von OptiMedis 

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Faktoren für erfolgreiche Förderprojekte> mehr
  
 
Termine 

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Presseschau 

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Publikationen 

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Aus den Regionen

Zehn Jahre Gesundes Kinzigtal: Integrierte Versorgung feiert Jubiläum

Gesundes Kinzigtal hat Grund zum Feiern: Seit mittlerweile zehn Jahren läuft die Integrierte Versorgung in Südbaden erfolgreich und wird im In- und Ausland immer wieder als Leuchtturmprojekt dargestellt. Ende November fand die 10-Jahres-Feier mit über 200 Gästen in der neu bezogenen Gesundheitswelt Kinzigtal in Hausach statt – darunter Leistungs- und Kooperationspartner, Mitarbeiter und Freunde des Projektes. Petra Spitzmüller von der AOK Südlicher Oberrhein, Reinhold Knittel von der Landwirtschaftlichen Krankenkasse, Hausachs Bürgermeister Manfred Wöhrle und Veit Wambach, Vorstand der Agentur Deutscher Arztnetze hoben die beispielgebende Bedeutung des Versorgungsmodells hervor. Wambach betonte: „So etwas findet sich kein zweites Mal in Deutschland.“

Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, hob in seinem Grußwort die Attraktivität des Modells hervor: „Zunehmend mehr Versicherte beanspruchten die Integrierte Versorgung. Auch junge Medizinerinnen und Mediziner hielten das Konzept für attraktiv und traten dem Verbund bei.“

Jubiläum Gesundes KinizigtalAls besonderes Dankeschön erhielten Gesundes Kinzigtal-Geschäftsführer Helmut Hildebrandt und Martin Wetzel, Vorstand des Medizinischen Qualitätsnetzes – Ärzteinitiative Kinzigtal, den "AOK-Bambi" in Form eines Hirsches für ihr Lebenswerk. Überreicht wurde er von Petra Spitzmüller, stellvertretende Geschäftsführerin der AOK Südlicher Oberrhein (siehe Bild links).

Im Anschluss an die Reden wurde die Gesundheitswelt, das neue Domizil der Gesundes Kinzigtal GmbH, vorgestellt. Auf den vier Etagen befinden sich neben der Geschäftsstelle die Gesundheitsakademie, in der Kurse und Veranstaltungen für die Versicherten und Fort- und Weiterbildungen für Berufstätige aus dem Gesundheitswesen stattfinden werden, und ein Therapie- und Bewegungszentrum, das ab 2016 präventive, kurative und rehabilitative Angebote für die gesamte Kinzigtaler Bevölkerung anbietet.

Die Vertragspartner wollen das Modell aber nicht nur weiterentwickeln, sondern in Baden-Württemberg ausweiten. Derzeit wird die Einrichtung weiterer Modellregionen nach dem Kinzigtal-Vorbild geprüft.

Lesen Sie zum Thema auch

Chronik: Zehn Jahre Gesundes Kinzigtal

Pressemitteilung: Gesundes Kinzigtal feiert Jubiläum

Grußworte

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württemberg

Katrin Altpeter, Sozialministerin Baden-Württemberg

Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg

Claudia Lex, Mitglied der Geschäftsführung in der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau


Hamburger Landeskonferenz Versorgung unterstützt OptiMedis-Projekt

In den Hamburger Stadtteilen Billstedt und Horn soll mit Unterstützung der Landeskonferenz Versorgung ein Modell zur besseren gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung realisiert werden. Das teilte die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg in einer Pressemitteilung mit. Zu den Kooperationspartnern gehören neben der OptiMedis AG das Ärztenetz Billstedt-Horn, die Stadtteilklinik Mümmelmannsberg, der NAV-Virchowbund, die Kassenärztliche Vereinigung und die AOK Rheinland/Hamburg. Weitere Kassen unterstützen das Vorhaben oder prüfen Ihren Beitritt.

Ziel des Projekts ist es, den Gesundheitsstatus der Bevölkerung durch eine höhere und effizientere Versorgungsqualität, innovatives Versorgungsmanagement, Gesundheitsförderung und Prävention sowie eine stärkere Vernetzung zu verbessern. Zur Umsetzung sollen Mittel aus dem Innovationsfonds auf Bundesebene beantragt werden. Darin stehen vier Jahre lang jeweils 300 Millionen Euro für neue Versorgungsformen und die Versorgungsforschung zur Verfügung. Aus Mitteln des Innovationsfonds können neue gesundheitliche Versorgungsmodelle gefördert werden, die über die bestehende Regelversorgung hinausgehen und eine sektorenübergreifende Versorgung zum Ziel haben. Das Projekt Billstedt-Horn erfüllt nach Ansicht der Mitglieder der Landeskonferenz diese Voraussetzungen, es wurde einstimmig unterstützt.

In den Stadtteilen Billstedt und Horn leben viele Menschen mit unterdurchschnittlichem Einkommen, der Anteil der Sozialhilfeempfänger und der Anteil von Migranten ist groß. Gleichzeitig ist der medizinische Versorgungsgrad niedriger als in anderen Stadtteilen: Bei schon geringer Arztdichte sind freie Stellen und Arztsitze kaum nachzubesetzen. In den beiden kinderreichen Stadtteilen treten Volkskrankheiten häufiger und früher auf, es gibt auffällig oft Entwicklungsstörungen bei Kindern. „Gerade in den sozial schwächeren Stadtteilen haben wir häufig schlechtere Gesundheitschancen und eine geringere Versorgung. Die geplante Vernetzung von Medizin sowie sozialen und städtischen Einrichtungen in Billstedt und Horn hilft dabei, die gesundheitliche Versorgung besser abzustimmen und durch zielgerichtete Prävention Krankheiten zu vermeiden“, so die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks.

Die OptiMedis AG hatte zuvor ein Entwicklungs- und Handlungskonzept zur gesundheitsfördernden Stadtteilentwicklung in den beiden Hamburger Stadtteilen Billstedt und Horn erarbeitet. Dieses wurde mit Mitteln des Förderprogramms Gesundheitswirtschaft der Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz gefördert.

Die Analyse des Konzepts finden Sie zum Download unter www.optimedis.de/publikationen. Bitte beachten Sie: Die Datei ist geschützt. Wenn Sie uns eine kurze Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schreiben, schicken wir Ihnen das Passwort gern zu. Bei Fragen zum Projekt Billstedt-Horn wenden Sie sich bitte an den Projektleiter Alexander Fischer, OptiMedis AG, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Gesundes Kinzigtal verbessert erneut Deckungsbeitrag

Gesundes Kinzigtal konnte auch im siebten Jahr hintereinander den Deckungsbeitrag verbessern. Dieser betrug im Jahr 2013 gut 5,5 Millionen Euro für die insgesamt 33.000 Versicherten der beiden Vertragspartnerkassen, AOK Baden-Württemberg und Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) in der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. Jeder Kinzigtaler Versicherte kostete somit im Durchschnitt 170 Euro weniger im Jahr als im Bundesdurchschnitt. Die Verbesserung des Deckungsbeitrags ergibt sich aus der Differenz zwischen den zu erwartenden Kosten (75,5 Millionen Euro) und den tatsächlichen Kosten der Versicherten im Kinzigtal. Bei der Berechnung des Betrages wird die gesamte Versichertenpopulation der beiden Krankenkassen zugrunde gelegt.

Gesundes Kinzigtal erzielt diese positiven Effekte im Kinzigtal, weil die Versicherten zur Förderung und Erhaltung ihrer Gesundheit befähigt und aktiviert werden. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei, dass die Intervention an der Gesundheit der Bevölkerung ausgerichtet ist und auch Vereine, Kommunen und Betriebe eingebunden werden. So ermöglichen Instrumente wie Coaching und Case Management nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine qualitativ gute Versorgung. Im Kinzigtal geht die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit mit einer hohen Versorgungsqualität für die Versichertengemeinschaft einher. Dies belegt die aktuelle Evaluation des PMV-Forschungsinstituts der Universität zu Köln.

Gute Prozessqualität in der Arzneimitteltherapie

Die drei Vertragsparteien lassen die Integrierte Versorgung durch die Kölner Forscher auf Basis der GKV-Routinedaten regelmäßig evaluieren. Hierzu wird mittels Qualitätsindikatoren eine mögliche Über-, Unter- oder Fehlversorgung in der Kinzigtaler Population und vergleichend dazu in einer Kontrollgruppe aus Baden-Württemberg untersucht. Die Forscher kommen in ihrer aktuellen Evaluation zu dem Ergebnis, dass im Kinzigtal der Verordnungsumfang und die Verordnungsdauer von Arzneimitteln mit Abhängigkeitspotenzial wie Sedativa oder Arzneimitteln mit Resistenzentwicklung wie Antibiotika geringer sind als in der baden-württembergischen Kontrollgruppe. Dieser Rückgang der Überversorgung wird als positiv für die Versorgungsqualität bewertet, da die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Nebenwirkungen reduziert wird. Auf der anderen Seite nimmt die in den Leitlinien empfohlene Medikation von beispielsweise Thrombozytenaggregationshemmern oder Betablockern im Kinzigtal seit Interventionsbeginn kontinuierlich zu. Dies gilt den Forschern als Beleg für den Abbau einer Unterversorgung. Und auch ältere Menschen profitieren von der Arzneimitteltherapie im Kinzigtal. Sie sind durch die Neben- und Wechselwirkungen von Arzneimitteln besonders gefährdet, gerade dann, wenn sie mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen. Daher haben die Kölner Forscher auch die Verordnungsrate von potenziell inadäquaten Wirkstoffen für ältere Menschen untersucht. Hierbei schneidet das Kinzigtal ebenfalls besser ab als die Kontrollgruppe. Die externe Evaluation belegt die Qualität der Arzneimitteltherapie im Kinzigtal und verdeutlicht den Abbau der Über- und Unterversorgung bei ausgewählten Indikationen.


Deutscher BGM-Förderpreis: Auszeichnung für Gesundes Kinzigtal

BGM Förderpreis 2015 Preisträger JuryGesundes Kinzigtal ist für sein integriertes Betriebliches Gesundheitsmanagement (Netzwerk Gesunde Betriebe Kinzigtal) mit dem Deutschen BGM-Förderpreis ausgezeichnet worden. Die Integrierte Versorgung ist einer von insgesamt drei Preisträgern (siehe Foto rechts mit der Jury) und erhält 10.000 Euro für die Umsetzung ihrer Projekte. Die Preisverleihung fand Ende Oktober in Köln statt.

Der Förderpreis wurde erstmalig im Sommer 2015 vom Management Center of Competence in Kooperation mit der DAK-Gesundheit ausgeschrieben. Fast 200 Firmen hatten sich bundesweit an dem Wettbewerb für gesundes Arbeiten beteiligt. Der Förderpreis mit dem Schwerpunkt „Demografie und Gesundheit“ ging an Unternehmen beziehungsweise Organisationen, die sich mit kreativen Maßnahmen nachhaltig für das betriebliche Gesundheitsmanagement einsetzen. Die Preisträger hätten herausragende Konzepte oder Ideenskizzen für zukünftige Projekte eingereicht, die wegweisend im betrieblichen Gesundheitsmanagement sein könnten, heißt es auf der Webseite der DAK.

Weitere Informationen zum BGM-Förderpreis finden Sie hier.


Gesundes Kinzigtal: Health Needs Assessment bei multimorbiden Patienten

Vor dem Hintergrund steigender Kosten und limitierter Ressourcen ist eine bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung von zunehmender Bedeutung – vor allem, wenn es um chronisch kranke und multimorbide Patienten geht. In der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal wurde deshalb der Versorgungsbedarf von Personen über 65 Jahre, die an mindestens drei chronischen Erkrankungen leiden, mit Hilfe eines Health Needs Assessments (HNA) ermittelt. Ziel ist es, bestehende Versorgungsstrukturen darauf aufbauend zu optimieren.

Das HNA ist für den Einsatz in populationsorientierten IV-Systemen wie Gesundes Kinzigtal besonders geeignet, da es die Gesundheitsprobleme regionaler Bevölkerungsgruppen umfassend identifiziert, die Bedarfe systematisch analysiert und bewertet, mit welchen Ressourcen die Gesundheit der Bevölkerung effektiv verbessert werden kann. Es bezieht dabei verschiedenste Aspekte mit ein, wie zum Beispiel die klinische und patientenseitige Perspektive sowie die Kosteneffektivität.

Health Needs AssessmentGrundlage für die Durchführung des HNA in Gesundes Kinzigtal waren die „Five steps of health assessment“ des National Institute for Health and Clinical Excellence (siehe Abbildung: Die fünf Schritte des Health Needs Assessment. Quelle: Surmund (2015), Darstellung in Anlehnung an S. Cavanagh & K. Chadwick, 2005, S. 21). Als relevantes Gesundheitsproblem wurde bereits im Vorwege die steigende Prävalenz chronischer Erkrankungen festgelegt. Der Fokus lag auf der Population von AOK- und LKK-Versicherten mit Wohnort in der Versorgungsregion Kinzigtal, die mindestens 65 Jahre alt sind und an mindestens drei chronischen Erkrankungen gleichzeitig leiden.

Die Analyse der Population erfolgte mittels einer deskriptiven, quantitativen Analyse von GKV- Routinedaten der eingeschriebenen Versicherten. Von der untersuchten Kohorte wurden 73,6 Prozent mit im Durchschnitt 8,8 chronischen Erkrankungen als multimorbid klassifiziert. Die prävalentesten Erkrankungen stellten Hypertonie (78,2 Prozent), Störungen des Lipoproteinstoffwechsels (49,3 Prozent) und Rückenschmerzen (34,4 Prozent) dar. Über ein Viertel (28,0 Prozent) der multimorbiden Patienten waren von einer Kombination aus Hypertonie, Rückenschmerzen und Arthrose betroffen. Insgesamt waren diese drei Erkrankungen zusammen mit der Lipoproteinstoffwechselstörung an fast allen der zehn prävalentesten untersuchten Dreierkombinationen aus chronischen Erkrankungen beteiligt. Die hohen Prävalenzen dieser Krankheiten sowie deren übermäßiges Auftreten in den untersuchten Kombinationen lassen auf einen hohen Versorgungsbedarf schließen. Hohe Arztkontaktquoten sowie Kosten, insbesondere im stationären Bereich, unterstreichen dies zusätzlich.

Möglichkeiten zur besseren Versorgung Multimorbider

Es zeigte sich, dass die derzeitigen Versorgungsstrukturen den komplexen Bedürfnissen Multimorbider aufgrund von Fragmentierung sowie der akutmedizinischen, auf einzelne Krankheiten fokussierten Ausrichtung nicht gerecht werden können. Disease oder Care Management-Programme wie zum Beispiel das Chronic Care-Modell könnten bei entsprechender Modifizierung im Rahmen einer gestärkten Primärversorgung oder in Medizinischen Versorgungszentren Ansätze zur Verbesserung bieten.

In der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal werden bei der Versorgung älterer multimorbider Risikopatienten bereits einige Elemente des Guided Care-Modells (GCM), einer Weiterentwicklung des CCM, angewandt. Das Modell zielt auf die Verbesserung der Lebensqualität Multimorbider sowie deren Unterstützung bei der effektiven Nutzung ihrer Ressourcen. Es beinhaltet Elemente des Case-, Disease- und Selbstmanagements und bietet Pflegeunterstützung, jeweils in enger Zusammenarbeit mit dem betreuenden Hausarzt des Patienten. Gute Erfolge zeigen sich im Rahmen von Gesundes Kinzigtal bei der Erweiterung des CCM-Ansatzes zu dem sogenannten Integrated Chronic Care-Modell (ICCM). Dieses Konzept bezieht neben den im CCM beziehungsweise Bellagio-Modell geschilderten Elementen auf einer zusätzlichen Ebene die Familie und den Haushalt des Patienten sowie Gleichbetroffene (engl. peers) mit ein.

Auch Disease Management-Programme (DMP) und Case sowie Care Management bieten innerhalb der Integrierten Versorgung bei entsprechender Modifizierung eine weitere gute Möglichkeit, Patienten mit den hier priorisierten Multimorbiditätsmustern zu versorgen.

Eine ausführliche Arbeit zu diesem Thema finden Sie hier.

Die Literaturliste schicken wir Ihnen auf Anfrage gern zu, bitte wenden Sie sich an Britta Horwege, OptiMedis AG, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Arzneimittelkonsil Leinetal

Konsil Leinetalv.l. Mark Barjenburch (KVN), Matthias Lindenblatt (GeLe), Prof. Dr. Martin Wehling (Universität Heidelberg)Das Gesundheitsnetz Leinetal hat ein Arzneimittelkonsil zur verbesserten Medikamentenversorgung älterer Patienten etabliert. Das aus Haus- und Fachärzten bestehende Konsil besteht sein nunmehr einem Jahr. Aus diesem Anlass besuchte der Vorsitzende der KV Niedersachsen, Mark Barjenbruch, die letzte Konsilsitzung Anfang Dezember in Garbsen. Die KVN unterstützt das Projekt im Rahmen ihrer Praxisnetzförderung seit Ende 2014. Mark Barjenbruch zeigte sich vor den gut 25 Teilnehmern beeindruckt von der guten Resonanz auf das Konsil und der lebhaften fachlichen Diskussion. Mit den Fördermitteln hätten die Ärztinnen und Ärzte sinnvolle Strukturen im Leinetal aufgebaut, betonte er.

Das Konsil unter Leitung des Pharmakologen Prof. Dr. Martin Wehling von der Universität Heidelberg behandelt je Sitzung ein Schwerpunktthema zur Polypharmakotherapie bei älteren Patienten. Diese haben häufig mehrere Diagnosen und werden unabhängig voneinander nach der jeweiligen Leitlinie therapiert, was häufig zu unerwünschten Arzneimittelunverträglichkeiten führt. Die Themen der bisherigen Konsile, die auf Vorschlag der Ärzte behandelt werden, waren unter anderem der Einsatz von Protonenpumpenhemmer und von psychotropen Substanzen sowie die Prävention von cerebrovaskulären Ereignissen – neue Antikoagulantien (NOAK).

Die Ärzte des Gesundheitsnetzes haben vor jeder Sitzung die Gelegenheit, Fallbeispiele zu dem jeweiligen Schwerpunktthema oder zu anderen Fragestellungen an Prof. Wehling zu senden. Dieser behandelt dann in seinem Eingangsvortrag zunächst ein Schwerpunktthema der Arzneimitteltherapie und stellt die aktuelle wissenschaftliche Daten- und Studienlage dar. Er beleuchtet dabei, für welche Indikationen eine Therapie geeignet ist oder welche Risiken diese birgt. Im Anschluss daran werden die konkreten Einzelfälle aus dem Praxisalltag vorgestellt und behandelt. Die Bewertung erfolgt anhand des von Prof. Wehling entwickelten FORTA-Konzepts (Fit for the Aged). Es handelt sich dabei um die erste Positiv-/Negativliste, die die Arzneimitteltherapie bei älteren Patienten nach den jeweiligen Erkrankungen ausrichtet und zu einer Priorisierung führt. FORTA klassifiziert Medikamente je Indikation nach ihrem nachgewiesenen Nutzen in vier Kategorien. In der höchsten Kategorie ist der Nutzen im Alter belegt, in der niedrigsten Kategorie sollte der Wirkstoff vermieden werden. Mithilfe dieses Ansatzes zur Rationalisierung der Pharmakotherapie kann die Qualität der Arzneimittelversorgung bei Älteren nachweislich verbessert werden. Eine soeben publizierte Validierungsstudie belegt, dass mithilfe der FORTA-Liste beispielsweise die unnötige Gabe von Protonenpumpenhemmern 2,4-mal häufiger als in der Vergleichsgruppe beendet wurde.i

Die Ärzte – und dabei insbesondere die Hausärzte – im Leinetal erhalten durch das Konsil praktische Handlungsanleitungen für Ihren Praxisalltag. Die Leinetaler Ärzte sehen den Mehrwert für sich und ihre Patienten darin, dass das Konsil ein Scharnier zwischen wissenschaftlicher Evidenz und ihrer Berufspraxis ist.

i Wehling et al. VALFORTA - a Randomized Trial to Validate the FORTA (“Fit fOR The Aged”) Classification. Age and Ageing 2015 in press


Internationales

Patientenbeteiligung im Gesundheitswesen: Was können wir aus dem Ausland lernen?

Das Thema Patientenbeteiligung im Gesundheitswesen nimmt international stark an Bedeutung zu und spielt auch in unseren Projekten eine große Rolle. Besonders bei der Patientenbeteiligung in der Forschung und bei der Verbesserung von Versorgungsabläufen gibt es in Deutschland Nachholbedarf. Im Ausland gibt es dagegen viele Beispiele, die den Nutzen sowie praktische Möglichkeiten der Patienteneinbindung beschreiben. Unterscheiden muss man dabei zwischen mehreren Ebenen der Beteiligung – die Interaktion Patient-Arzt (Mikroebene), Forschungsprozesse (Makroebene) sowie Versorgungsabläufe (Mesoebene).

Interaktion Patient-Arzt – die Mikroebene

Die Rolle von Patienten im Gesundheitssystem hat sich im letzten Jahrzehnt stark verändert. Patienten legen zunehmend die tradierten Rollenmuster ab und emanzipieren sich in Richtung eines autonomen Patienten. Dies wird einerseits flankiert durch die Einbindung in spezifische Entscheidungen zu therapeutischen Maßnahmen und andererseits durch allgemein verfügbare Informationen zu Gesundheit, Krankheit, Therapie und Qualität der Leistungserbringung. Viele Programme zur Einbindung und Stärkung des Patienten in Entscheidungsprozesse werden gegenwärtig implementiert und die Patientenbeteiligung wird – auch wenn in Deutschland noch Nachholbedarf besteht – auf dieser Ebene nicht mehr grundsätzlich in Frage gestellt.

Forschungsprozesse – die Makroebene

In den USA und auch in Großbritannien ist ein erweitertes Qualitätsverständnis, das neben den Dimensionen Sicherheit und klinische Effektivität auch die Dimension Patientenzentriertheit einschließt, institutionell – in Großbritannien sogar konstitutionell – verankert. Zum Beispiel ist die Einbindung von Patienten Voraussetzung in allen Forschungsphasen von durch das US Patient-Centred Outcomes Research Institut gesponserten Forschungsaufträgen. Auch in England erwartet das National Institute of Health Research, dass Patienten in Forschungsprojekte eingebunden sind; wo dies nicht der Fall ist, braucht es eine spezifische Begründung. Studien zeigen, dass solche Prozesse die Relevanz der Forschung verbessern und bei der logistischen Planung wichtige Beiträge leisten, etwa bei Strategien zur Verbesserung von Teilnahme und Rücklaufquoten.

Zwischen Mikro- und Makroebene: Patienteneinbindung in Versorgungsabläufe – die Mesoebene

Neben der Patientenbeteiligung in der Forschung und bei eigenen therapeutischen Zielen gibt es Nachholbedarf in Bezug auf die Beteiligung an Projekten zur Verbesserung der Versorgung, obwohl auch hier gute Beispiele vorliegen. Wenn Patientenzentriertheit als wesentliche Qualitätsdimension akzeptiert wird, gibt es eigentlich keine Argumente dagegen, Patienten oder deren Vertreter bei der Identifikation oder Umsetzung von Strategien zur Verbesserung der Versorgungsqualität zu involvieren. Zum Bespiel können Patienten bei der Entwicklung von Qualitätskriterien, bei der Planung von Versorgungsprozessen, bei der Projektmitarbeit, bei der Interpretation von Ergebnissen und in Komitees mitwirken. Krankenhäuser die weltweit für ihre patientenzentrierte Versorgung bekannt sind, wie das Griffin Hospital oder das Boston´s Childrens Hospital, binden Patienten bereits aktiv in solche Prozesse ein. Die Beispiele reichen von der Identifikation von Präferenzen zur Diabetesversorgung über die Entwicklung komplexer Behandlungspfade, bei denen Patienten mit Komorbiditäten wichtige Hinweise zur Gestaltung und Anwendbarkeit geben, bis hin zur Mitarbeit von Eltern bei Projekten zur besseren Versorgung juveniler idiopathischer Arthritis.

Solche Einbindungsprozesse lassen sich auch in Arztpraxen oder kleinen Gesundheitszentren (Medical Homes) umsetzen, wie Prof Eugen Nelson vom Darthmouth Institute, weltweit bekannt für seine wesentlichen Impulse zur Versorgungs- und Qualitätsforschung, bei einem Besuch im Kinzigtal eindrucksvoll darstellte. So berichtete er bei einer Klausur der dortigen Ärzte und Medizinischen Fachangestellten von den Erfahrungen mit der Beteiligung ausgewählter Patienten in so genannten „Quality Improvement Teams“.  Entgegen der anfänglich von den Praxen geäußerten Sorge, dass die Pateinten das nicht mitmachen würden, hätte sich in der konkreten Umsetzung herausgestellt, dass die Patienten dies sogar als hohe Wertschätzung verstanden und ausgesprochen wichtige Anregungen eingebracht hätten.  

Unsere Einschätzung: Die vielen guten Beispiele zur Patientenbeteiligung in der internationalen Literatur werden hoffentlich auch in Deutschland vermehrt Nachahmer finden. Mit dem schnell wachsenden Zugang zu Gesundheitsinformationen und der wachsenden Anzahl an (chronisch kranken) Patienten, die bereit sind konstruktiv bei der Verbesserung der Versorgung mitzuarbeiten, bestehen auf jeden Fall gute Voraussetzungen.

Weiterführende Literatur

Groene O, Sunol R. Patient involvement in quality management: rationale and current status. Journal of Health Organization and Management 2015; 29 (5): 556-69.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Dr. Oliver Gröne, Head of Research & Development OptiMedis AG, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Digital Health Trends im US-Markt

Sebastian SujkaWas Technologie und Trends betrifft, hat das Silicon Valley in den vergangenen Jahrzehnten eine Vormachtstellung eingenommen. Beim RockHealth Summit 2015 in San Francisco trafen sich die Größen der Digital Health-Szene, um die Fortschritte der Industrie zu diskutieren. Drei Trends waren zu erkennen, das berichtet Sebastian Sujka (siehe Foto) von der xbird GmbH:

Die größten Einsparungen werden durch Systemänderungen erwartet

Der US-Gesundheitsmarkt ist eines der reguliertesten Systeme der Welt. Nach einhelliger Meinung der Digital Health-Industrie haben Unter- bzw. Überregulierung zu einem nicht funktionalen Gesundheitssystem geführt. 2013 wurden geschätzte 17,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts für die Gesundheitsversorgung ausgegeben. Der Kostenanstieg wurde für 2014 bis 2018 auf jährlich 4,9 Prozent projiziert. 

Mit dem Affordable Care Act („Obama Care“) wurden viele Erneuerungen angestoßen. Es wird erwartet, dass die größten Ersparnisse gar nicht durch neue Technologien erreicht werden, sondern durch smarte Systeme für Kostenberechnungen, durch Interoperabilität der elektronischen Gesundheitsakten und durch Einschnitte in die langen und teuren Administrationsketten. 

Den Nutzer zu verstehen ist wichtiger als die Technologie

Die meisten US-Start-ups führen den technologischen Fortschritt als größten Vorteil auf. Die Technologie ist aber in den meisten Fällen der neuen Start-up-Riesen tatsächlich nicht entscheidend. Nimmt man die jüngsten Beispiele wie Uber, Airbnb oder Fitbit unter die Lupe, dann sieht man, dass die Milliardenbewertungen nicht durch die eingesetzte Technologie zustande kommen. Die Technologien sind nämlich bei näherer Betrachtung alles andere als revolutionär. Was diese Firmen allerdings gemeistert haben ist, das Nutzerverhalten genau zu verstehen. Das gleiche Prinzip gilt für alle erfolgreichen Digital Health-Start-ups. Hierbei sind die wichtigsten Bausteine die Benutzerfreundlichkeit sowie eine Balance aus Kurzzeit- und Langzeit-Anreizen für den User. Diese Anreize sind kontra-intuitiverweise nicht immer die selben. Bestes Beispiel: Die erfolgreichsten US-Start-ups, die sich dem Thema Diabetes widmen, gewinnen den Nutzer ausschließlich über den Anreiz Gewichtsverlust. 

Telemedizin soll mehr Menschen effektiver behandeln

Viele neue Geschäftsmodelle drehen sich um Telemedizin. Zum einen sorgt die Telemedizin dafür, dass Arzt und Patient oder Ärzte untereinander kommunizieren können – zum Beispiel über Smartphone –, auch wenn sie sich an unterschiedlichen Orten befinden. Zum anderen ermöglicht Telemedizin dem Arzt, mit einer größeren Anzahl an Patienten in Kontakt zu treten und somit mehr Menschen effektiver zu helfen. Hierbei spielt es eine Rolle, dass Symptome oder Krankheiten systematisch und zumindest teilweise maschinell erkannt werden, sodass mehr Menschen behandelt werden können. Und die Einbindung von Telemedizin hat einen weiteren Vorteil: Der Arzt spart Zeit. Standarduntersuchungen können automatisiert durchgeführt werden und der Arzt hat damit für schwierige Fälle mehr Zeit zur Verfügung.  

Fazit

Die Bewegung im Markt ist zu begrüßen. Viele Methoden in den Bereichen Prävention und Früherkennung sind technologisch völlig überholt, aber neue Lösungen stehen teilweise schon bereit. Deutschland muss sich also in Sachen Technologieentwicklung nicht vor dem Silicon Valley verstecken. Die Amerikaner sind und bleiben allerdings die Könige der „go-to-market“-Strategien.

Zum Autor: Sebastian Sujka ist Kooperationspartner der OptiMedis AG und auf die Bereiche Big Data, Business Intelligence und Analyse mobiler Daten spezialisiert. Nach erfolgreichem Aufbau und Verkauf zweier Start-ups gründete er Anfang 2015 mit xbird sein drittes Unternehmen in Bereich Digital Health, das sich auf Früherkennung und Prävention von Krankheiten durch Analyse mobiler Daten aus Smartphones spezialisiert hat.


World Congress on Integrated Care: „International movement for change“

"Integrated care is an international movement for change.“ Mit diesen Worten eröffnete Dr. Nick Goodwin, CEO der International Foundation for Integrated Care, den dritten „World Congress on Integrated Care“ Ende November in Mexico City. 350 Teilnehmer aus mehr als 30 Ländern – rund sechzig Prozent aus Süd- und Mittelamerika – nahmen daran teil.

Die Qualitäts- und Kostenprobleme aus der Versäulung und Sektorisierung der Versorgung mit ihren je spezifischen Honorierungen ohne Beachtung des produzierten „health benefit“ bzw. „health value“ für die jeweiligen Sozialsysteme waren zentraler Bestandteil der Konferenz. Dabei zeigte sich eine internationale Tendenz zu einer Trendwende: Nicht nur in Europa und Nordamerika, sondern auch in den latein- und südamerikanischen Ländern, in Asien und im arabischen Raum wird intensiv an Modellen zu einer Verbindung der Versorgungssektoren und zu einer Honorierung unter Berücksichtigung des entstehenden gesellschaftlichen und patientenbezogenen Nutzens gearbeitet.

Als besonderes Highlight empfanden die Teilnehmer eine Session mit Beteiligung von Patienten-Repräsentanten. Interessant war hier die Definition von Integrierter und Koordinierter Versorgung, die von „National Voices“ aus England im Kontext einer Kampagne und Zusammenführung von Meinungen von Patienten entwickelt worden war: “I can plan my care with people who work together to understand me and my carer(s), allow me control, and bring together services to achieve the outcomes important to me.”

Drum Session Tagung MexicoEine sehr spannende, praktische Erfahrung der Konferenzteilnehmer: Ein Gesundheitswissenschaftler aus Singapur arbeitet sehr erfolgreich mit „Drumming Sessions“ oder „Drum Circles“, um den teilweise dementen Bewohnern von Pflegeheimen wieder Lebensmut und positive Gefühle zu vermitteln und ihnen eine Gruppenerfahrung zu ermöglichen. Statt einem wissenschaftlichen Vortrag lud er die Teilnehmer des Kongresses ein, es selber mit verschiedensten Percussion-Instrumenten auszuprobieren. Quer über die Nationen, Geschlechter und Altersgruppen war das eine beeindruckende Erfahrung (siehe Foto).  In einer Flüchtlingshilfeeinrichtung im Kinzigtal wurde vor wenigen Tagen ebenfalls ein „Drum Circle“ arrangiert. „Eine wunderbare Gruppenerfahrung mit einer ganz besonderen Energie“, berichteten die Teilnehmer, zu denen ehrenamtliche Betreuer, Vertreter des Landkreises und die Flüchtlinge gehörten.

Professor Guus Schrijvers, Chairman des Kongresses, kommentiert in einem Blog die Bedeutung der Ergebnisse des Kongresses für die globale Entwicklung in Richtung Integrated Care. Um den Kommentar zu lesen, klicken Sie bitte hier.

Die Präsentationen des Kongresses stehen hier zum Download bereit.


Neues von OptiMedis

Faktoren für erfolgreiche Förderprojekte

Innovationsfonds CoIm November trafen sich in Köln knapp 40 Praktiker und Experten aus dem Gesundheitswesen bei unserer Veranstaltung „Innovationsfonds & Co. – mit Fördermitteln Versorgungsprojekte erfolgreich realisieren!“, um neue Förderwege für innovative Versorgungsprojekte zu erörtern (siehe Foto). Nach einer Einführung in verschiedene Förderprogramme auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene stellten die Vertreter von drei Arztnetzen (Gesundes Kinzigtal, Solimed, Gesundheitsnetz Frankfurt/Main) in Arbeitsgruppen dar, wie sie Fördermittel erfolgreich beantragt haben und worauf dabei zu achten ist. In den jeweiligen Arbeitsgruppen wurden Heraus- und Anforderungen an erfolgreiche Förderprojekte intensiv diskutiert und herausgearbeitet.

Die Teilnehmer erarbeiteten abschließend Regeln für erfolgreiche Förderprojekte, die entlang der Phasen eines Projektes strukturiert werden können: Anbahnung, Förderantrag, Umsetzung und Transfer. Über alle Förderprogramme hinweg konnten Gemeinsamkeiten identifiziert werden, die einen erfolgreichen Förderprojektverlauf gewährleisten. Eine Auswahl finden Sie hier:

Anbahnung

Förderantrag

Umsetzung

Transfer

Mithilfe dieser Regeln und eines strukturierten Vorgehens erhöhen Sie ihre Erfolgsaussichten in Förderprojekten. Ebenso helfen ihnen professionelle Partner bei der erfolgreichen Antragstellung bis hin zum Transfer in den Markt oder in die Versorgung. Bei Interesse oder Fragen an Projektunterstützung wenden Sie sich bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Termine

Der Vorstand und die Mitarbeiter der OptiMedis AG und der Gesundes Kinzigtal GmbH nehmen wieder als Redner an Kongressen teil. Sie hören und treffen uns:

Vernetzte Gesundheit, 12.-13. Januar, Kiel

BMC-Kongress 2016: Innovation, 19.-20. Januar 2016, Berlin

ICIC16 – 16th International Conference on Integrated Care, 23.-25. Mai 2016, Barcelona


Presseschau

Hier finden Sie aktuelle Veröffentlichungen der OptiMedis AG und ihrer Partner genauso wie Berichte aus der Fach- und Publikumspresse.

Hamburg legt Modellprojekt gegen Ärztemangel auf
NDR 90,3, 25.11.2015

In ärmeren Vierteln stößt Arztversorgung an Grenzen
Die Welt, 25.11.2015

Das Potential von Patientendaten wird unterschätzt
FAZ, 25.10.2015

Programm Starkes Herz: Case Management hilft Patienten mit Herzinsuffizienz
transferplus, Oktober 2015

Willkommen im gesunden Kinzigtal
change, 3/2015

Qualitätsnetz Kinzigtal als erstes Praxisnetz nach Stufe II anerkannt
Deutsches Ärzteblatt, 31.08.2015

Kinzigtal nach Stufe II anerkannt
Ärzte Zeitung, 26.08..2015

Medizinische Versorgung Kinzigtal: Gesundheitsprogramm spart Geld
SWR, 17.08.2015

Germany's approach to integrated care is delivering a trio of achievements
Blog, NHS Confederation, 13.07.2015


Publikationen

In den vergangenen Monaten wurde wieder eine Vielzahl von Artikeln von und über uns veröffentlicht:

Hildebrandt, H. (2015). Aufbruch in eine erweiterte Wettbewerbsordnung: Krankenkassen im Wettbewerb um Gesundheitsergebnisse. Gesundheits- und Sozialpolitik, 3-4/2015, S. 40-45. Baden-Baden: NOMOS Verlagsgesellschaft. Link

Hildebrandt, H., Zimmer, P. & Stunder, W. (2015). Psychotherapeutisches Akutprogramm: Kurze Wartezeiten verhindern Krankenhauseinweisungen. Welt der Krankenversicherung, 9/2015, 213-216.

Hildebrandt, H., Werner, U., Schmitt, G., Schmieder, B. & Wetzel, M. (2015). Betriebliches Gesundheitsmanagement für KMU – am Beispiel Gesunde Betriebe Kinzigtal. Welt der Krankenversicherung, 5/2015, 114-116.

McClellan, M., Kent, J., Beales, S., Macdonnell, M., Thoumi, A., Shuttleworth, B. & Cohen, S. (2015). Focusing Accountability on the Outcomes that Matter. Report of the Accountable Care Working Group. Link

EU Joint Action on Chronic Diseases and Healthy Ageing across the Life Cycle (JA-CHRODIS) (2015). Good practices in health promotion & primary prevention of chronic diseases (2015). Internet (Zugriff am 11. November 2015): Link