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Aktuelles | OptiMedis AG

OptiMedium Juli 2016

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

rund acht Millionen Patienten in den USA haben Einsicht in ihre elektronische Patientenakte: Sie wissen genau Bescheid über ihre Diagnosen und ihre Medikation und können sämtliche Einträge ihres Arztes lesen. Das 2010 gestartete Open Notes-Projekt fördert die Patientenaktivierung und Therapietreue und stößt auf große Zustimmung der Patienten. Und auch von den Ärzten werden die Open Notes nach anfänglicher Skepsis geschätzt. Wir glauben, dass ein solches Projekt auch in Deutschland Erfolg haben kann. Gemeinsam mit der Universität Witten/Herdecke und weiteren Partnern haben wir ein solches Projekt unter dem Namen MyDoks bei dem Innovationsfonds eingereicht. Professor Tobias Esch von der Universität Witten/Herdecke hat das Open Notes-Projekt in den USA wissenschaftlich begleitet. Im Interview berichtet er über seine Erfahrungen aus den USA.

Ein weiteres Projekt, dass wir – als Teilhaber der regionalen Managementgesellschaft Gesundheit für Billstedt/Horn beim Innovationsfonds eingereicht haben, heißt INVEST Billstedt/Horn. Im Rahmen des Projektes wollen wir in den beiden sozial benachteiligten Hamburger Stadtteilen Billstedt und Horn ein neues patientenorientiertes und sektorenübergreifendes Versorgungsmodell aufbauen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Im Juni fand unser Parlamentarischer Abend in Berlin statt. Im Beisein von 200 Gästen diskutieren u. a. die Bundestagsabgeordneten Hilde Mattheis (SPD), Dr. Harald Terpe (Bündnis 90/Die Grünen) und Kordula Kovac (CDU) die Frage, wie Innovationen ins Gesundheitssystem kommen und welche Erkenntnisse aus dem Kinzigtal für eine Innovationsstrategie genutzt werden können. Mehr über den Parlamentarischen Abend und die dort präsentierten Ergebnisse lesen Sie ebenfalls in dieser Ausgabe.

Außerdem lesen Sie in dieser Ausgabe u. a. über die Partnerschaft von Techniker Krankenkasse und Gesundes Kinzigtal, über unsere Arbeit im Expertenbeirat "Health Data Collaborative" der WHO und welche Erfahrungen aus der Industrie sich auf Partnerschaften von Managementgesellschaften und Krankenkassen übertragen lassen.

Eine kurzweilige sommerliche Lektüre wünscht

Helmut Hildebrandt 

Ihr Helmut Hildebrandt

 

 

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Aus den Regionen

Gesundes Kinzigtal: Jahresbericht 2015

Jahresbericht Gesundes Kinzigtal 2015Seit mittlerweile zehn Jahren läuft die Integrierte Versorgung in Südbaden erfolgreich und wird im In- und Ausland immer wieder als Leuchtturmprojekt dargestellt. Der Jahresbericht zum Jubiläumsjahr blickt zurück auf die vergangenen Jahre, beschreibt, was Gesundes Kinzigtal ausmacht und wirft einen Blick in die Zukunft.

Den Jahresbericht gibt es als Download und in gedruckter Form. Auf Anfrage senden wir Ihnen gern ein Exemplar zu. Bitte wenden Sie sich an Britta Horwege (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).


Techniker Krankenkasse wird Partner von Gesundes Kinzigtal

Rund 5.500 Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) aus der Region Kinzigtal können seit Juni 2016 an ausgewählten Versorgungsprogrammen zur strukturierten Behandlung von Osteoporose, Rückenschmerzen, Hypertonie und Herzinsuffizienz teilnehmen. Auch das Programm „Gesundes Gewicht – jetzt gehe ich es an" steht TK-Versicherten, die ein Risiko für ein metabolisches Syndrom haben, offen. „Wir schätzen die Arbeit sehr, die im Kinzigtal in Sachen Prävention und ambulanter Versorgung gemacht wird. Die Gesundes Kinzigtal GmbH mit ihren kooperierenden Ärzten und Therapeuten zeigt großes Engagement und beeindruckende Erfolge", kommentiert Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, die Kooperation.

Die TK will ihren Versicherten die Möglichkeit geben, bestehende Angebote zur Krankheitsbewältigung von Gesundes Kinzigtal zu nutzen. Sie benötigen dafür lediglich eine Bestätigung ihres Arztes, dass die entsprechende Krankheit diagnostiziert ist und er eine Einschreibung in das Programm befürwortet. Die TK übernimmt nach Bewilligung 85 Prozent der Kurskosten. Die Anmeldung erfolgt dann direkt bei den Programmkoordinatoren der Gesundes Kinzigtal GmbH. Im Kinzigtal sind seit Bestehen eine Vielzahl von strukturierten Versorgungsprogrammen für verschiedene Krankheitsbilder und Patientengruppen etabliert worden, die auch präventive und gesundheitsaktivierende Elemente enthalten.


Mitgliederbefragung bestätigt positiven Trend

Jedes dritte Mitglied von Gesundes Kinzigtal gibt an, seit seiner Einschreibung in die Integrierte Versorgung gesünder zu leben. Dies ist ein Ergebnis der zweiten „Gesundes Kinzigtal-Mitgliederbefragung“ (GeKiM), die vom Lehrbereich Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Freiburg durchgeführt wurde. Die erste Mitgliederbefragung wurde 2014 veröffentlicht. Die Trendstudie erfasst die Zufriedenheit, die gesundheitsbezogene Lebensqualität sowie die Einschätzungen des Gesundheitsverhaltens oder des gesundheitsbezogenen Wissens der eingeschriebenen Versicherten (Mitglieder) von Gesundes Kinzigtal.

„Die Studie liefert uns Erkenntnisse für das Veränderungs- und Optimierungspotenzial sowohl für die Einzelpraxen als auch für das IV-System“, unterstreicht Dr. h. c. Helmut Hildebrandt, Vorstand der OptiMedis AG und Geschäftsführer der Gesundes Kinzigtal GmbH. Die Erkenntnisse werden u. a. dafür verwendet, das Qualitätsmanagement der Praxen zu verbessern, und fließen in die Jahresgespräche zwischen Geschäftsführung und Praxisteam ein.

Steigender Trend bei gesundheitsbezogenen Kennzahlen

Infografik GeKiM 2016: Kennziffern zur Beurteilung der IVGK aus Sicht der MitgliederInfografik GeKiM 2016: Kennziffern zur Beurteilung der IVGK aus Sicht der Mitglieder„Wir sehen bei den gesundheitsbezogenen Kennzahlen in den meisten Fällen einen leichten und in einem Fall einen recht deutlichen und signifikanten Anstieg im Vergleich zur ersten Befragung“, betont Studienleiter Dr. Achim Siegel vom Universitätsklinikum Freiburg. 30,7 Prozent der Mitglieder sagten, sie würden jetzt gesünder leben als vor der Einschreibung. Ein Anstieg von – alters- und geschlechtsadjustiert – 5,2 Prozentpunkten gegenüber der ersten Befragung. Und 58,1 Prozent der Mitglieder teilten mit, über mehr Gesundheitswissen als vor der Einschreibung zu verfügen. Die Frage, ob sie sich gesundheitlich besser betreut fühlen, bejahten 41,5 Prozent der Mitglieder. „Die Aktivierung der Versicherten und die Stärkung ihrer Gesundheitskompetenz sind wichtige Erfolgsfaktoren für die Integrierte Versorgung im Kinzigtal “, betont Hildebrandt.

Weiterhin hohe Zufriedenheit mit der Integrierten Versorgung

„Die Zufriedenheit der Mitglieder mit der Integrierten Versorgung im Kinzigtal bleibt konstant auf hohem Niveau“, sagt Siegel. 91,8 Prozent gaben an, sie würden die Mitgliedschaft auch Freunden oder Verwandten bestimmt oder wahrscheinlich weiterempfehlen; 2014 waren dies 92,0 Prozent. Die Hauptgründe für die Weiterempfehlungsbereitschaft sind die gesundheitliche Betreuung im Kinzigtal und das erworbene Gesundheitswissen der Mitglieder und deren Zufriedenheit mit ihrem Arzt.

Erstmals Patientenaktivierung erhoben

Infografik GeKiM 2016: Aktivierungsgrad der befragten PatientenInfografik GeKiM 2016: Aktivierungsgrad der befragten PatientenIn der aktuellen GeKiM-Studie wurden die Mitglieder erstmals umfassend zur ihrer Einstellung zu dem Modell des aktiven Patienten befragt. „Aktivierte und gesundheitskompetente Patienten haben bessere Behandlungserfolge vor allem bei chronischen Erkrankungen und können sich ein besseres Maß an Gesundheit erhalten“, erläutert Martin Wetzel, Vorsitzender des Medizinischen Qualitätsnetzes Ärzteinitiative Kinzigtal e. V. und Allgemeinmediziner aus Hornberg. Auf der Basis des Befragungsinstruments PAM13-D wurden die Mitglieder in vier Kategorien eingeteilt, die den unterschiedlichen Aktivierungsgrad widerspiegeln. Knapp 50 Prozent aller befragten Mitglieder von Gesundes Kinzigtal haben den Status eines aktiven Patienten erreicht, gut 22 Prozent beginnen bereits, aktiv zu handeln, während 28 Prozent noch als wenig oder gar nicht aktiv gelten können. „Sehr interessant ist das unterschiedliche Maß an Aktivierung je nach Arztpraxis, diese schwankt bei den Praxen zwischen 73 bis 38 Prozent für die Patienten mit dem höchsten Aktivierungsgrad. Wir sehen deshalb noch ein großes Potenzial, weitere Patienten zu aktivieren“, sagt Helmut Hildebrandt.

Trendstudie zur regelmäßigen Befragung der Mitglieder

In der Trendstudie wird in regelmäßigen Abständen aus allen Mitgliedern von Gesundes Kinzigtal eine Zufallsstichprobe gezogen, die dann mithilfe eines standardisierten Fragebogens befragt wird. Die Befragung zur zweiten Studie fand zwischen Januar und Mai 2015 statt. Es wurden insgesamt 3.471 Fragebögen an Mitglieder von Gesundes Kinzigtal verschickt. Die Rücklaufquote fiel mit 24,9 Prozent etwas höher aus als in der ersten Studie. Die Befragungsteilnehmer waren zu 56 Prozent weiblich und zu 44 Prozent männlich. Ihr Durchschnittsalter betrug 57,9 Jahre. Gut 60 Prozent gaben an, einen Haupt- bzw. Volksschulabschluss zu haben, und die Mehrheit der Befragungsteilnehmer hat eine chronische Krankheit (54,9 Prozent).


Gesundes Kinzigtal: Höhere Lebenserwartung für IV-Mitglieder

Gezielte Interventionen, mehr Patientenorientierung und Vernetzung der Sektoren haben einen positiven Einfluss auf die Lebenserwartung, darauf deutet erneut eine Studie zur Integrierten Versorgung (IV) Gesundes Kinzigtal der OptiMedis AG hin. Die Frage war: Wie viele Lebensjahre haben die Versicherten gewonnen bzw. verloren im Verhältnis zu ihrer statistisch zu erwartenden Lebensdauer.

Untersucht wurden eine Interventionsgruppe (Mitglieder der IV Gesundes Kinzigtal) und eine Kontrollgruppe (nicht eingeschriebene Versicherte) über einen Zeitraum von fünf Jahren (2010 bis 2015). „Damit haben wir gegenüber älteren Studien einen längeren und damit aussagekräftigeren Zeitraum und zudem eine größere Untersuchungsgruppe“, betont Timo Schulte, Head of Health Data Analytics & IT. Das Ergebnis der Studie war signifikant: Im Vergleich zu ihrer individuellen Lebenserwartung lebten die Teilnehmer der Interventionsgruppe im Schnitt 1,2 Jahre länger als die Teilnehmer der Kontrollgruppe. Bei Frauen ist der Effekt besonders hoch. Sie wurden im Schnitt sogar 1,8 Jahre älter, Männer dagegen 0,6 Jahre. Frauen scheinen also von der Integrierte Versorgung wesentlich stärker zu profitieren, eventuell sind sie auch aufgeschlossener dafür.

Die Ergebnisse untermauern die Ergebnisse der vorherigen Studien „Ergebnisqualität Gesundes Kinzigtal – quantifiziert durch Mortalitätskennzahlen“ (2014) und „Drei Dimensionen im internen Vergleich“ (2012), bei der ebenfalls Mortalitätskennzahlen, allerdings auf einer kleineren Studiengröße und mit kürzeren Zeitintervallen, untersucht wurden. Die Mortalität gilt als herausragender aggregierender Ergebnisparameter medizinischer Interventionen und eines realen patientenorientierten Nutzens, da sie relativ manipulationsresistent, verlässlich zu messen sowie einfach zu interpretieren ist.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie werden in Kürze veröffentlicht. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Timo Schulte unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Radbonus-App: Gesundes Kinzigtal belohnt das Radfahren

Screenshot der Radbonus AppScreenshot der Radbonus AppGesundes Kinzigtal hat eine exklusive Kooperation mit Radbonus geschlossen, einer bundesweiten Plattform, die Radfahrer für jeden gefahrenen Kilometer belohnt. Mitglieder von Gesundes Kinzigtal, die viele Kilometer fahren oder bestimmte Challenges absolvieren, profitieren ab jetzt von Vergünstigungen oder besonderen Angebote in vielen Online-Shops und zusätzlich bei Anbietern in der Region Kinzigtal. Der Gesundes Kinzigtal GmbH möchte damit ihren Mitgliedern einen Anreiz geben, sich mehr zu bewegen, und sie für das Radfahren begeistern.

Aufgezeichnet werden die Kilometer mittels der Radbonus-App, die kostenlos für iPhone und Android-Geräte erhältlich ist. Da lediglich eine Identifizierungsnummer zugewiesen wird, müssen auch keine persönlichen Daten eingegeben werden. Die gefahrenen Kilometer werden gesammelt und können gegen Prämien eingelöst werden.


Hamburger Projekt INVEST bewirbt sich für den Innovationsfonds

Das Projekt INVEST[1] Billstedt/Horn will die gesundheitlichen Chancen der Bevölkerung in zwei sozial benachteiligten Hamburger Stadtteilen verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, soll in den Stadtteilen Billstedt und Horn, in denen 108.000 Menschen leben, ein neues patientenorientiertes und sektorenübergreifendes Versorgungsmodell aufgebaut werden. Die Gesundheitsversorgung soll neu organisiert, der öffentliche Gesundheitsdienst integriert und der medizinische und soziale Sektor vernetzt werden.

Der Einsatz von modernen digitalen Kommunikationskanälen zwischen den Ärzten sowie zwischen dem Arzt und seinen Patienten soll beispielsweise die Arzneimitteltherapie unterstützen und Falschmedikationen oder Überdosierung vermeiden. Auch soll der Zugang zu besonderen Leistungen, wie etwa einer Gesundheitsberatung, künftig erleichtert werden.

Die OptiMedis AG hat im letzten Jahr die soziale und gesundheitliche Situation in den beiden Stadtteilen analysiert und auf dieser Grundlage ein Entwicklungs- und Handlungskonzept erstellt. Das Konzept wurde finanziell von der Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz gefördert und bildet die inhaltliche Grundlage für den Antrag beim Innovationsfonds. Die Analyse hat beispielsweise gezeigt, dass die Bevölkerung in den Stadtteilen Billstedt und Horn früher und häufiger an chronischen Krankheiten wie Diabetes, COPD oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkrankt und auch früher stirbt. „Die Bevölkerung in Billstedt und Horn hat aufgrund der sozioökonomischen Bedingungen schlechtere Lebens- und Gesundheitschancen als die übrige Hamburger Bevölkerung“, erläutert Alexander Fischer, Leiter des Projektes bei der OptiMedis AG. „So leben in diesen Stadtteilen im Hamburger Vergleich überdurchschnittlich viele Empfänger von Sozialleistungen, Migranten, Menschen mit niedrigen Schulabschlüssen und Alleinerziehende.“

Die regionale Managementgesellschaft Gesundheit für Billstedt/Horn UG (haftungsbeschränkt), deren weitere Gesellschafter das Ärztenetz Billstedt-Horn e. V., die SKH Stadtteilklinik Hamburg GmbH und der NAV Virchow-Bund e. V. sind, hat jetzt einen Antrag beim Innovationsfonds nach § 92a Abs. 1 SGB V für das INVEST-Projekt gestellt. Mit den Fördermitteln aus dem Innovationsfonds will man das neue sektorenübergreifende Versorgungsmodell für die ersten drei Jahre finanzieren und so die Grundlagen für neue Versorgungsstrukturen und -prozesse in den beiden Stadtteilen schaffen. Die Entscheidung durch den Innovationsfonds wird bis Ende des Jahres erwartet. „Die von uns gegründete regionale Managementgesellschaft ist bereits eine unabdingbare Strukturinnovation. Diese wird dazu beitragen, dass das sektorenübergreifende Versorgungsmodell in Billstedt und Horn zügig umgesetzt werden kann“, unterstreicht Dr. h.c. Helmut Hildebrandt, Vorstand der OptiMedis AG und Geschäftsführer der Gesundheit für Billstedt/Horn.

Der Antrag beim Innovationsausschuss wird von einem breiten Bündnis aus Krankenkassen, Wissenschaft, Politik, Leistungserbringern und Verbänden aus Hamburg unterstützt. Die Hamburger Landeskonferenz Versorgung – das Gemeinsame Landesgremium nach § 90a SGB V – hat dieses Projekt einstimmig für den Innovationsfonds empfohlen, wie die Pressestelle des Senats am 17.06.2016 mitteilte.

Auf Seiten der Krankenkassen sind die AOK Rheinland/Hamburg und der Hamburger Landesverband der BARMER GEK Konsortialpartner des INVEST-Projektes; weitere Kassen wie die Techniker Krankenkasse und die DAK-Gesundheit beabsichtigen, sich dem Projekt anzuschließen, sofern das Projekt durch den Innovationsfonds gefördert wird. Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg, benennt die Motive seiner Krankenkasse: „Wir begleiten das Projekt seit zwei Jahren aktiv, indem wir Mitarbeiter und Daten bereitstellen. Von der Projektfinanzierung durch den Innovationsfonds versprechen wir uns, die Versorgungs- und Bedarfslücken für unsere Versicherten in den beiden Stadtteilen zu schließen.“

Die AOK Rheinland/Hamburg hat zudem im Juni einen Integrierten Versorgungsvertrag (IV) mit der regionalen Managementgesellschaft Gesundheit für Billstedt/Horn geschlossen. „Mit dem IV-Vertrag signalisieren wir, dass das neue sektorenübergreifende Versorgungsmodell aus unserer Sicht das Potenzial hat, dauerhaft in die Versorgung aufgenommen zu werden“, sagt Matthias Mohrmann. Dieser Vertrag bildet die rechtliche Grundlage, das vorliegende Konzept strukturell und finanziell umzusetzen. So werden hier die jeweiligen Aufgaben der Partner beschrieben und geregelt. „Der Vertrag tritt in Kraft, wenn eine Förderung durch den Innovationsfonds erfolgt“, erläutert er. Helmut Hildebrandt betont: „Wir wollen mit der AOK unser erprobtes IV-Modell weiterentwickeln und in einer Großstadt umsetzen.“

[1] INVEST steht für für INtegrierte gesundheitliche VollVErsorgung in deprivierten großSTädtischen Regionen


Aus Wissenschaft und Forschung

Open Notes: Mehr Patientenaktivierung dank Datentransparenz

Viele Patienten wünschen sich elektronischen Zugriff auf ihre medizinischen Daten, z. B. auf Befunde, Laborwerte, Medikationen oder Karteikarten-Einträge des Arztes. Sie wollen besser über ihren Gesundheitszustand informiert sein. Und auch aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht ist der Zugang zu den eigenen Daten sinnvoll, um die Eigenverantwortlichkeit und das Selbstmanagement – insbesondere bei chronisch kranken Patienten – zu stärken. In der Praxis ist dies in Deutschland allerdings noch nicht möglich. In den USA dagegen gibt es seit längerer Zeit das Projekt Open Notes. Es zeigt, wie sich ein elektronischer Zugang von Patienten auf ihre Daten umsetzen lässt und welche Ergebnisse dabei herauskommen.

Die OptiMedis AG und die Universität Witten/Herdecke haben gemeinsam mit weiteren Konsortial- und Kooperationspartnern wie IT- und Telematikunternehmen, Ärztenetzen, einer Kassenärztlichen Vereinigung, Patientenorganisationen und Industriepartnern einen Antrag an den Innovationsfonds gestellt, um die Ideen des Open Notes-Projektes auch in Deutschland umzusetzen – hier unter dem Titel MyDoks.

Professor Dr. med. Tobias Esch, Lehrstuhl Integrierte Gesundheitsversorgung und -förderung an der Universität Witten/Herdecke, hat das Open Notes-Projekt in den USA wissenschaftlich begleitet. Wir haben ihm einige Fragen gestellt.

Prof. Dr. med. Tobias EschProf. Dr. med. Tobias EschHerr Professor Esch, worum geht es im Kern bei Open Notes?

Open Notes ist ein Projekt, bei dem Ärzte ihren Patienten Zugriff auf die Dokumentation ihres Arztbesuchs (Karteikarten-Einträge = Notes) ermöglichen. Im Kern geht es um Transparenz und die Nutzung neuer digitaler Möglichkeiten eines persönlichen Austausches zur Ergänzung – und nicht als Alternative – zur physischen Arzt-Patienten-Kommunikation. Dazu werden in den USA sichere Internet-Portale, sogenannte Patient Portals, eingebunden, die, ähnlich wie beim Online-Banking, einen personifizierten Zugang zur Datenübermittlung ermöglichen. So ist es technisch leichter für Patienten, die eigenen Gesundheitsdaten einzusehen.

Solche Online-Portale verbreiten sich gerade schnell. Mehr als acht Millionen Patienten sind in den USA schon registriert. Dort haben sie auch individuellen Zugriff auf die von ihren Ärzten für sie elektronisch bereitgestellten persönlichen Dokumente. Das Ganze begann zunächst als eine Demonstrations- und Evaluationsstudie im Jahr 2010 an der Harvard Medical School und ist mittlerweile zu ist einer schnell wachsenden nationalen Bewegung geworden.

Welche Ergebnisse konnten Sie in den USA beobachten?

Die Mehrzahl der teilnehmenden Patienten unserer initialen Studie nutzte die Möglichkeit. Zwei Drittel der Patienten berichteten über potenziell klinisch relevante Vorteile. 99 Prozent der Patienten wollten die Praxis nach Ende der Studie fortsetzen, 85 Prozent gaben an, dass das Angebot für sie in Zukunft bei der Wahl ihres Arztes wichtig wäre.

Schaut man insbesondere auf die regelmäßigen Nutzer, das heißt, Patienten mit häufigen Arztbesuchen, die häufig die Einträge lesen, zeigt sich, dass sie insgesamt sehr positive Erfahrungen gemacht haben. Sie berichten über Verbesserungen beim Verstehen ihrer Gesundheitsinformationen, eine verbesserte Arzt-Patienten-Beziehung, bessere Qualität der Versorgung sowie bessere Fähigkeiten zur Selbstfürsorge. Insgesamt konnte festgestellt werden, dass sich die Patientenaktivierung deutlich verbessert hatte. Auch zeigten sich ein höheres Vertrauen zum Arzt, ein verbessertes Medikamenten-Management (Adhärenz) und ein stärkeres Gefühl der Kontrolle.

Vielleicht am auffälligsten aber war das Ergebnis, dass sich kein Arzt nach Ablauf des Studienzeitraums dafür entschied, die Open Notes-Praxis wieder zu beenden.

Welche Faktoren sind Ihrer Meinung nach für die Übertragbarkeit des Konzeptes auf Deutschland relevant?

Das Gewähren von Einblick in die eigenen Gesundheitsinformationen kann unter anderem das Engagement und das Selbstmanagement verstärken. Auch bei uns in Deutschland sind die Patienten daran interessiert, mehr zu erfahren und aktiver eingebunden zu werden – warum dann nicht schon bei der Erstellung bzw. Bereitstellung ihrer medizinischen Aufzeichnungen? Da sich die Transparenz im Umgang mit medizinischen Dokumenten gegenwärtig überall ausbreitet, ist es wichtig, ein besseres Verständnis für Vor- und Nachteile zu gewinnen – für Patienten und Ärzte gleichermaßen –, sowie Zielgruppen zu charakterisieren, die möglicherweise unterschiedliche Formen der Übermittlung erfordern. So müssen wir noch genauer untersuchen, was diese Praxis beispielsweise im Bereich der psychischen Gesundheit bedeutet. Aber grundsätzlich gilt: Die Patienten, hüben wie drüben, suchen sich Gesundheitsinformationen ohnehin irgendwoher – warum Ihnen dann nicht gleich die Originale zeigen, d.h. ihre eigenen Informationen, von ihrem behandelnden Arzt für den individuellen Fall verfasst?

In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung – praktisch jeder hat ja heute eine E-Mail-Adresse und nutzt das Internet – ist es technisch kein Problem, auch die Patienten mit an den Tisch derer zu holen, die Gesundheitsinformationen über ihn haben und einsehen können.

Natürlich müssen auch bei uns Fragen zur Datensicherheit und mögliche Sorgen über einen "gläsernen Patienten" oder einen "gläsernen Arzt" ernst genommen werden. Auch die Frage nach zusätzlicher Arbeitsbelastung aufseiten der Ärzte. Aber unsere bisherigen Ergebnisse machen uns zuversichtlich: Die Belastung der Ärzte hat nicht zugenommen, wohl aber die Effizienz bzw. Zielgerichtetheit der Arztbesuche und das Verständnis aufseiten der Patienten. Und das könnte sich auch bei uns zeigen – man muss es eben erst einmal ausprobieren und wissenschaftlich evaluieren.

Kommentar
Dr. Oliver Gröne, Head of Research & Development, und verantwortlich bei OptiMedis für die Umsetzung von MyDoks

Die Ergebnisse der Open Notes Bewegung in den USA sind beeindruckend, sowohl was die positiven Effekte auf die Arzt-Patienten-Beziehung und klinische Ergebnisindikatoren angeht als auch die schnelle Ausweitung des Zugangs zu Open Notes von 50.000 Patienten im Jahr 2010 auf acht Millionen in 2015.

Ähnliche Projekte bestehen auch in vielen anderen Ländern: In Österreich beispielsweise ist der Zugang des Patienten zur elektronischen Patientenakte bereits umgesetzt, in England ist das Ziel, bis 2018 allen Patienten Zugriff auf die elektronische Akte der Hausarztpraxen zu geben und in einigen Staaten Australiens wird automatisch für jeden Patienten ein Zugang zum Patientenportal erstellt.

Einer Umsetzung in Deutschland steht nichts entgegen: Drei Viertel aller Patienten wünschen sich einen Zugang zu ihrer Akte, die Rechtsgrundlage zur Einsichtnahme ist bereits im § 630g Abs. 1 S. 1 BGB verankert, ein sicherer und datenschutzrechtkonformer Zugang zur Akte kann sichergestellt werden und die Software- und Industrieanbieter halten Lösungen für Patientenportale parat.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Partnern bedanken, die unseren Antrag für das MyDoks-Projekt für den Innovationsfonds unterstützt haben.

Literaturhinweise

Esch T, Mejilla R, Anselmo M et al. Engaging patients through OpenNotes: an evaluation using mixed methods. BMJ Open 2016; 6 (1): e010034.  doi: 10.1136/bmjopen-2015-010034

Wright E, Darer J, Tang X et al. Sharing Physician Notes Through an Electronic Portal is Associated With Improved Medication Adherence: Quasi-Experimental Study. J Med Internet Res 2015; 17 (10): e226


Aus Politik und Verbänden

Interview: Top-Down-Lösungen funktionieren weder in der Großindustrie noch im Gesundheitswesen

Systemimmanente Blockaden lassen nachhaltige Verbesserungen scheitern, Monopolstrukturen verhindern Marktmechanismen, institutionalisierte Interessengegensätze blockieren Innovationen – diese Probleme kennt das auf Operations-Management spezialisierte Unternehmen 3con aus der Chemieindustrie. Die Parallelen zum Gesundheitswesen liegen auf der Hand. Wir haben bei Dr. Gebhard Grimm und Dr. Ingo Ammermann, Partner bei 3con, nachgefragt, wie sie in ihrem Feld Erfolge in Optimierung und Effizienzsteigerung erzielt haben, und welche Ansätze aufs Gesundheitswesen übertragen werden könnten.

Herr Dr. Grimm, Herr Dr. Ammermann, was macht 3con und welche Ergebnisse wurden erzielt?

Dr. Gebhard GrimmDr. Gebhard GrimmGrimm: 3con ist eine auf Produktions- und Versorgungsthemen in der Chemie- und Prozessindustrie spezialisierte Managementberatung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt seit über zehn Jahren auf Leistungsbeziehungen zwischen Produktion und unterstützenden Services wie Instandhaltung oder Infrastrukturleistungen. Viele dieser Services sind auf den ersten Blick marktgängig, unterliegen de facto jedoch monopolartigen Beziehungen. Klassische marktorientierte Ansätze und Mechanismen zur Optimierung und Kostenregulierung zeigen daher oftmals keine nachhaltige Wirkung, sondern führen im Gegenteil eher zu einer Verhärtung oder gar Blockade der Leistungsbeziehung und ausbleibenden Effizienzsteigerungen.

Dr. Ingo AmmermannDr. Ingo AmmermannAmmermann: In unseren Beratungsprojekten unterstützen wir die Kunden- oder die Leistungserbringungsseite an diesen komplizierten, oft spannungsgeladenen Schnittstellen dabei, nachhaltige Verbesserungseffekte zu erreichen. Das schließt meist Kostenvorteile ein, aber auch deutliche Steigerungen des Produktionsoutputs oder die Festigung einer partnerschaftlichen Leistungsbeziehung.

Welche Erfolgsfaktoren haben Sie identifiziert?

Grimm: Wichtig ist eine klare Aufstellung der jeweiligen Akteure mit einer klaren Rolle, aus der heraus dann auf Augenhöhe das konstruktive Zusammenspiel gestaltet werden kann. Das klingt vielleicht banal, aber da steckt viel Verständnisarbeit drin: Schaffe ich es, dass der Kunde und Kostenträger sich darauf konzentriert, seinen Bedarf zu verstehen und so zu formulieren, dass ein spezialisierter Dienstleister optimieren kann und auch die entsprechenden Spielräume dafür bekommt? Oder zerbricht sich der Kostenträger weiterhin den Kopf seines Dienstleisters und nimmt ihm mit operativem Mikromanagement und Controlling die Freiräume zur Optimierung der Versorgungsabläufe? Nimmt der Dienstleister diese neuen Freiräume dann auch an und handelt ganzheitlich für das Gesamtsystem und insbesondere zum Vorteil des Kunden?

Ammermann: Wenn diese Rollenklarheit geschaffen ist, können die beiden Akteure aus ihrer souveränen Position heraus gemeinsam die Optimierung angehen. Echte Effekte sind in komplexen Systemen oft nur realisierbar, wenn beide am gleichen Strang ziehen. Und zwar mit einer mittel- bis langfristigen Perspektive beider Seiten in einem partnerschaftlichen Verhältnis. Das Vertrauen in die gemeinsame Verbesserung muss schrittweise wachsen.

Welche Parallelen gibt es bei Veränderungsprozessen in Industrie und Gesundheitsversorgung?

Grimm: Als wir Transferansätze unserer Erfahrungen aus der Industrie in das Gesundheitswesen diskutierten, waren wir verblüfft, wie viele Parallelen sich zeigten. Von einzelnen Rollen und Handlungsmustern wie Bedarfssteuerung und Versorgungsmanagement bis zum Gesamtkonzept einer Integrierten Versorgung.

Ammermann: Beide Systeme sind so kompliziert bzw. so komplex, dass sie sich in der Umsetzung einfachen Top-Down-Lösungen entziehen. Die fachliche Tiefe und die Anzahl der Stakeholder erzwingt eine intensive Einbindung der handelnden Akteure vor Ort. Dies gilt für monopolartige, personalintensive Serviceleistungen in der Chemieindustrie ebenso wie für die ambulante Gesundheitsversorgung. Zentral erstellte Konzepte oder Leitlinien bleiben unwirksam, wenn man nicht den zugegebenermaßen mühsamen Weg mit den Akteuren geht.

Welche Lösung zur Versorgungsoptimierung schlagen Sie vor?

Grimm: Unsere Erfahrungen liefern Impulse in zweierlei Richtungen: Zum einen können wir die notwendigen Rollen zur Steuerung und Optimierung komplizierter Versorgungsleistungen sehr genau beschreiben, das heißt, wie können und müssen sich Kostenträger und Leistungserbringer jeweils aufstellen, um gemeinsam nachhaltige Verbesserungen in der Steuerung, aber auch in der Koordination und Erbringung von Versorgungsleistungen zu erreichen. In Stichworten bedeutet das: aktive Steuerung des Bedarfs durch die Kasse, und zwar nicht auf der Ebene einzelner Patienten, sondern im Sinne von Versichertenkollektiven und ganzheitlichen Zielen. Und auf der Leistungserbringerseite Zusammenschluss zu einem starken regionalen Netz, in dem Leistungen ganzheitlich gedacht und koordiniert werden.

Ammermann: Zum anderen haben wir jahrelange Erfahrung damit, gewünschte Veränderungen in Multi-Stakeholder-Systemen vom Konzept in die Realisierung zu bringen, das heißt, mit den Akteuren ein Format zu erarbeiten, in dem gemeinsam Verbesserungsmöglichkeiten gefunden und auch tatsächlich einheitlich umgesetzt werden. Schritt für Schritt entstehen gemeinsam getragene Verbesserungen, werden Kosten- und Qualitätseffekte erlebbar und wächst das Vertrauen auf beiden Seiten für den nächsten Schritt. Konkret werden die von der Kasse formulierten Bedarfe aufgenommen, gemeinsam in der Behandlungspraxis Lösungen erarbeitet und dann im regionalen Versorgungsnetz umgesetzt.


Internationales

Auszeichnung: Gesundes Kinzigtal Mitglied in europäischer Forschungsplattform

Logo European Innovation Partnership on Active and Healthy AgeingSeit Mitte Juli ist Gesundes Kinzigtal aktives und erst zweites deutsches Mitglied der Forschungsplattform EIPonAHA, der European Innovation Partnership on Active and Healthy Ageing. Ziel dieses von der Europäischen Kommission eingerichteten Netzwerks ist die Weiterentwicklung von Modellen der Gesundheitsversorgung – vor allem im Hinblick auf eine aktive, aber älter werdende Population. Für die Aufnahme als sogenannte reference site in EIPonAHA wurden unter anderem die Mitwirkung von Gesundes Kinzigtal an Forschungsvorhaben, die politische Gremienarbeit, Aktivitäten im Bereich Integrierte Versorgung und die wissenschaftliche Evaluation der eigenen Projekte bewertet.

Die Gesundes Kinzigtal GmbH ist schon lange über die Grenzen hinaus aktiv. So steht sie durch Forschungsprojekte mit Partnern aus 16 europäischen Nationen in engem Kontakt. Dazu gehört das Projekt BeyondSilos, das sich speziell um die Möglichkeit des Verbleibs in den eigenen vier Wänden trotz Alters und eventuellen Pflegebedarfs kümmert. Es beinhaltet den Einsatz einer vernetzten Pflegeakte in Gesundes Kinzigtal zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Ärzten und Pflege.

Zu den Mitgliedern der Plattform EIPonAHA zählen unter anderen das sächsische Verbraucherschutzministerium, die Universität von Coimbra in Portugal, das tschechische Universitätskrankenhaus Olomouc sowie die regionale Gesundheitsbehörde der Ille de France in Paris mit seinen angeschlossenen Krankenhäusern.

Weitere Informationen finden Sie hier!


WHO beruft Dr. Oliver Gröne in Expertenbeirat

Dr. Oliver GröneDr. Oliver GröneDie Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Expertenbeirat Health Data Collaborative gegründet. Zu den neu berufenen Mitgliedern gehört Dr. Oliver Gröne, Head of Research & Development bei der OptiMedis AG. Ziel des Projektes ist, gemeinsam mit verschiedenen Ländern die Analyse von Gesundheitsdaten zu verbessern und eine nachhaltige Entwicklung im Gesundheitswesen voranzutreiben.

Die Planung, Umsetzung und Evaluation gesundheitsbezogener Ziele für eine nachhaltige Entwicklung setzt präzise und aktuelle Daten voraus, über die viele Länder noch nicht verfügen. Zudem sind gesundheitsbezogene Daten häufig institutionell fragmentiert – es gibt Vitaldaten, Gesundheitsvorsorgedaten, Daten der öffentlichen Gesundheit, umweltbezogene Gesundheitsdaten etc. Dies erschwert die Entscheidung, durch welche Prozesse und Interventionen die Gesundheit der Bevölkerung am effektivsten verbessert werden kann. Der Expertenbeirat will sich dieser Probleme annehmen und durch den Zusammenschluss eine bessere Abstimmung unter den wichtigsten globalen Partnern erreichen. Oliver Gröne wird sein Expertenwissen in der Fachgruppe Measurement of quality of care group einbringen, die sich konkret mit Fragen der Bewertung der Versorgungsqualität durch Routinedaten beschäftigt.

Beteiligt sind neben der WHO die Weltbank Gruppe, die Vereinten Nationen, UNICEF, Fachorganisationen und Stiftungen, z. B. CDC, Bill and Melinda Gates Foundation, Global Fund, sowie Regierungen verschiedener Länder. Aus Deutschland sind das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit einbezogen.

Weitere Informationen über den Expertenbeirat finden Sie hier.


A Movement for Change: Experten aus aller Welt bei der International Conference on Integrated Care

16. International Conference on Integrated Care (ICIC)16. International Conference on Integrated Care (ICIC)Weit über tausend Wissenschaftler, Praktiker, Manager und Interessierte kamen im Mai zur 16. International Conference on Integrated Care (ICIC) nach Barcelona. Dreizehn Jahre zuvor fand eine der ersten Konferenzen ebenfalls in Barcelona statt – damals mit nur hundert Teilnehmern –, organisiert u. a. von Nick Goodwin, Vorsitzender der International Foundation for Integrated Care, und Dr. Oliver Gröne, heute Head of Research & Development bei der OptiMedis AG. Seit damals hat sich die International Conference on Integrated Care zu einer globalen Bewegung entwickelt. Dr. Margaret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagte in ihrem Grußwort, die ICIC spiele eine große Rolle bei der Bewegung hin zu einem reformierten Gesundheitswesen.

Die Aufbruchstimmung und die Motivation, die Idee der Integrierten Versorgung unter Einbeziehung des sozialen Umfelds voranzutreiben, um die gesundheitliche Versorgung der Menschen und die Outcomes zu verbessern, war deutlich zu spüren. Es geht längst nicht mehr um die Frage, warum Integrierte Versorgung eine gute Alternative zur herkömmlichen Versorgung ist, sondern darum, wie sie vorangetrieben und mit welchen Mitteln sie umgesetzt werden kann. Und dazu gab es viele Beispiele. Projekte zur Integrierten Versorgung, zum Versorgungsmanagement und zur IT aus den verschiedensten Ländern wurden vorgestellt und auch OptiMedis und Gesundes Kinzigtal waren mit Beiträgen, u. a. zu den Ergebnissen der Gesundes Kinzigtal Mitgliederbefragung, zum Arzneimittelmanagement und zu den US-amerikanischen Accountable Care Organizations, vertreten.

Erstmals in diesem Jahr wurde die Konferenz live übertragen. Die Videos der Vorträge, Präsentationen und Fotos finden Sie hier!

Neugründung Special Interest Group Population Health Management

Während der Konferenz wurde die Special Interest Group Population Health Management gegründet. Ziel der Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. Oliver Gröne ist, innovative Ansätze des Population Health Managements zu identifizieren und zu analysieren. Es sollen Instrumente des Population Health Managements entwickelt werden und Forschungs- und Implementierungsprojekte angestoßen werden. Zukünftig sollen auch Weiterbildungsangebote entwickelt werden. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Oliver Gröne unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Veranstalter der Konferenz war die International Foundation for Integrated Care (IFIC) gemeinsam mit PIAISS von der katalanischen Regierung, der Clinic Barcelona (HCB), dem Forum ITESSS und der Tic Salut Foundation.

Die IFIC ist ein Not-for-profit-network, das Praktiker, Wissenschaftler, Politiker und Regierungsbeamte unterschiedlichster Gesundheitssysteme und quer über die Grenzen der Disziplinen zusammenbringen will, um die Gesundheitsversorgung und die Öffentliche Gesundheit wieder besser zu vernetzen und den medizinischen Fortschritt zu fördern. Die OptiMedis AG ist durch Dr. h.c. Hildebrandt in der IFIC vertreten, er ist Mitglied des Executive Board. Weitere Infos über die Ziele der IFIC und die Möglichkeit zur Mitgliedschaft finden Sie hier.

Tipp: Die 17. International Conference on Integrated Care findet vom 8. bis 10. Mai 2017 in Dublin, Irland statt.


Neues von OptiMedis

Parlamentarischer Abend: Gesundes Kinzigtal Vorbild für die Versorgung von morgen

Bärbl Mielich, Staatssekretärin Ministerium für Soziales und Integration Baden-WürttembergBärbl Mielich, Staatssekretärin Ministerium für Soziales und Integration Baden-WürttembergBärbl Mielich, Staatssekretärin Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg, Gesundheitspolitiker und Gesundheitsexperten sind sich einig: Die Sektorengrenzen im Gesundheitswesen müssen durchlässiger und die Patientenorientierung gestärkt werden. Nur dann wird man den veränderten Versorgungsanforderungen einer älter werdenden Gesellschaft gerecht werden. Regionale Strukturen werden dabei immer wichtiger. Innovative Versorgungsformen wie Gesundes Kinzigtal können hierfür wichtige Innovationsimpulse geben. Dies ist ein Ergebnis des am 6. Juni veranstalteten Parlamentarischen Abends von Gesundes Kinzigtal GmbH, MQNK e.V. und OptiMedis AG in Berlin.

Mielich machte in ihrem Grußwort vor den 200 Gästen deutlich: „Das Sozial- und Integrationsministerium steht hinter dem Modell Gesundes Kinzigtal. Wir sehen darin für ganz Baden-Württemberg ein Vorbild für eine regionale Übernahme von Versorgungsverantwortung. Mit seinem Konzept einer gesundheitlichen Versorgung, die ganzheitlich, sektorenübergreifend, interprofessionell und innovativ ist, hat Gesundes Kinzigtal einen neuen Weg beschritten, der auf eine umfassende Versorgung setzt und gleichzeitig die Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten stärkt. Für uns ein erfolgreiches Zukunftsmodell." Weitere Redner des Abends waren unter anderem die Bundestagsabgeordneten Hilde Mattheis (SPD), Dr. Harald Terpe (Bündnis 90/Die Grünen) und Kordula Kovac (CDU), deren Wahlkreis im Kinzigtal liegt, Vertreter der beiden Vertragspartnerkassen, AOK Baden-Württemberg und Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), sowie der Gesundheitsexperte Prof. Dr. Gerd Glaeske.

Diskussionsrunde beim Parlamentarischen AbendDiskussionsrunde beim Parlamentarischen AbendDr. Harald Terpe, Obmann im Gesundheitsausschuss für seine Partei, erachtet populationsorientierte Modelle wie im Kinzigtal als sinnvoll. Er plädierte dafür, „Gesundes Kinzigtal evaluiert in die Fläche zu bringen“. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Hilde Mattheis, forderte von den Akteuren ein höheres Tempo bei der Übertragung von Versorgungsmodellen wie im Kinzigtal auf andere Regionen. Sie sieht in dem Innovationsfonds einen wichtigen Hebel, innovative Versorgungsformen zu etablieren.

Nutzen und Effizienz wiederholt nachgewiesen

Anhang von mehreren Evaluationen zur Gesundes Kinzigtal wurde dargelegt, dass innovative Versorgungsstrukturen und Prozesse zu besseren Ergebnissen und höherer Effizienz führen. Mehr über die vorgestellten Ergebnisse zur Mortalität lesen Sie hier, Details zur Mitgliederbefragung hier. Aber auch das hohe Engagement der Leistungserbringer und die Treue der eingeschriebenen Patienten tragen ebenso zum Erfolg bei. „Wir haben gelernt, auch Therapeuten und Pflegende, die Patienten und deren Familien in die Behandlungen einzubeziehen“, sagte Martin Wetzel, Vorsitzender des Ärztenetzes MQNK.

Entwicklungslabor für Innovationen und Vorbild für andere Regionen

Dr. h. c. Helmut Hildebrandt, Vorstand der OptiMedis AG und Geschäftsführer der Gesundes Kinzigtal GmbH, beschrieb das Kinzigtal als Entwicklungslabor für innovative Versorgungselemente und für die Neuausrichtung der wirtschaftlichen Anreize zugunsten eines vermehrten Patientennutzens. „Die nunmehr über zehnjährige Intervention im Kinzigtal trägt zu einer medizinisch und wirtschaftlich besseren Versorgung der Versicherten bei. Wir wollen unser Versorgungsmodell auch mithilfe des Innovationsfonds auf weitere ländliche und städtische Regionen übertragen.“ Ihr Vorstandsvorsitzender, Dr. Christopher Hermann, betonte im Vorfeld der Veranstaltung: „Wir sind davon überzeugt, dass unsere Erfahrungen aus der hausarztzentrierten Versorgung bestens mit der im Kinzigtal gelebten Versorgungspraxis harmonieren. Gesundes Kinzigtal hat sich als innovatives Modell für die Versorgung bewährt. Daher planen wir die Ausschreibung eines Versorgungsansatzes nach dem Kinzigtaler Vorbild auch in anderen baden-württembergischen Regionen.“ Auch SVLFG ist an einem Ausrollen des Modells interessiert: „Für unsere Versicherten sind angesichts ihrer Arbeitsbedingungen die maßgeschneiderten Angebote besonders wertvoll. Es ist wünschenswert, diese Vorteile auch in andere Regionen anzubieten“, sagte Reinhold Knittel, Vorsitzender der Geschäftsführung der SVLFG.

Videos der Vorträge

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Vorträge zum Download

Prof. Dr. Gerd Glaeske, SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, Universität Bremen, Mitglied des Aufsichtsrats der OptiMedis AG

Dr. Oliver Gröne, Head of Research & Development, OptiMedis AG

Dr. h.c. Helmut Hildebrandt, Vorstand OptiMedis AG, Geschäftsführer Gesundes Kinzigtal GmbH

Prof. Dr. Wilhelm Niebling, Leiter Lehrbereich Allgemeinmedizin, Albert Ludwigs Universität Freiburg i. Br.

Timo Schulte, Head of Health Data Analytics & IT, OptiMedis AG

Der Abend in Bildern

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Fotos: Axel Lauer


Helmut Hildebrandt erhält Ehrendoktorwürde der Universität Witten/Herdecke

Verleihung der Ehrendoktorwürde an Helmut HildebrandtVerleihung der Ehrendoktorwürde an Helmut HildebrandtDie Universität Witten/Herdecke (UW/H) hat Helmut Hildebrandt am 20. April 2016 bei einer feierlichen Veranstaltung mit 40 Gästen die Ehrendoktorwürde verliehen (siehe Bild links). Damit würdigt sie die Verdienste des Gesundheitsexperten und -unternehmers im Bereich der Integrierten Versorgung.

„In der festen Überzeugung, dass eine integrierte, kooperative Gesundheitsversorgung sich lohnt, hat Helmut Hildebrandt vor mehr als zehn Jahren mit dem Aufbau eines Modellprojektes zur integrierten Gesundheitsförderung und Gesundheitsversorgung in einem regionalen Setting begonnen“, begründete Prof. Dr. Stefan Wirth, Dekan der Fakultät für Gesundheit der UW/H, in einer Pressemitteilung die hohe und selten vergebene Ehrung. „Als ‚Gesundes Kinzigtal‘ ist dieses innovative Versorgungskonzept inzwischen über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt: Evaluationen belegen die Effekte verschiedener im Kinzigtal erprobter Programmbausteine und zeigen, dass die in das Programm eingeschriebenen Versicherten von einer verringerten Sterblichkeit profitieren und zu geringeren Kosten behandelt werden als vergleichbare, nicht in das Programm eingeschriebene Bürger.“ Dass das Projekt von den Ärzten vor Ort und vielen weiteren Kooperationspartnern im südbadischen Kinzigtal getragen wird, sei der visionären Überzeugungskraft und dem unternehmerischen Mut Helmut Hildebrandts zu verdanken, der als Integrator, Treiber und Kommunikator gewirkt und dabei immer auch die Übertragbarkeit der erprobten Lösungen auf andere Regionen im Auge gehabt habe. Sein ausgeprägter Gestaltungswille und Einsatz für die Gesundheit großer Bevölkerungsgruppen verdienten es, ausgezeichnet zu werden.

Die Laudationen als Video

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Der Abend in Bildern

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Foto: Jürgen Appelhans


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