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Ein Jahr Gesundheitskiosk – mehr als 3.000 Beratungen

Im April erleidet Berat Öksül* einen Herzinfarkt. Nach der Krankenhausbehandlung überweist sein Kardiologe ihn an den Gesundheitskiosk in Hamburg Billstedt. Heute, knapp vier Monate später, geht es dem 44-Jährigen so gut wie lange nicht mehr. Er fährt wieder Fahrrad und kann sich wieder besser bewegen. In der vom Gesundheitskiosk angebotenen Herzsportgruppe lernt er andere Menschen kennen und kann so seiner Einsamkeit entkommen. „Ich habe wieder Spaß am Leben“, sagt der Busfahrer, der möglichst bald wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren möchte. Der Herzinfarkt hatte bei ihm auch psychische Krisen hergerufen.

Gesundheitskiosk 03Innerhalb eines Jahres ist der zentral am Marktplatz gelegene Gesundheitskiosk zu einer wichtigen Anlaufstelle für die Menschen in Billstetd und Horn geworden. Berat Öksül ist einer von vielen Menschen, die in Deutschlands erstem Gesundheitskiosk mit Standorten in den Hamburger Stadtteilen Billstedt und Horn die umfassenden kostenlosen und teils regelmäßigen Beratungsangebote genutzt haben. Insgesamt fanden hier seit der Eröffnung im September 2017 über 3.000 Beratungen statt, davon rund 1.500 Erstberatungen, 1.000 Folgetermine und 500 Kurzberatungen. Vorrangiges Ziel: die Eigenkompetenz von Patienten zu fördern. Damit werden die Ärzte entlastet und längerfristig die Behandlungskosten für die Krankenkassen gesenkt. Träger des Gesundheitskiosks und Anbieter vieler weiterer Interventionen ist die „Gesundheit für Billstedt/Horn UG“, die die Versorgung in den beiden Stadtteilen mit einem umfassenden populationsorientierten Versorgungsmodell verbessern will. Hauptgesellschafter ist das „Ärztenetz Billstedt/Horn“, in dem mittlerweile fast die Hälfte der 120 niedergelassenen Ärzte in den Stadtteilen zusammengeschlossen sind. Die drei großen Krankenkassen AOK Rheinland/Hamburg, BARMER und DAK-Gesundheit sind Partner des Projektes, mit ihnen sind rund 53.000 Versicherte der beiden Stadtteile in das Versorgungsmodell integriert.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten und dem Gesundheitskiosk bildet die Basis des Erfolges. Dazu trägt auch die digitale Vernetzung zwischen Patienten, Ärzten und Gesundheitskiosk bei. „Wir stellen schon jetzt eine deutliche Entlastung unserer Praxen fest“, sagt Kardiologe Jens Stadtmüller, Mitglied des Ärztlichen Beirates der „Gesundheit für Billstedt/Horn UG“. Er betreut die Herzsportgruppe im Gesundheitskiosk, dessen sieben fachlich durch das UKE geschulte Mitarbeiter neun Sprachen abdecken und damit der multikulturellen Bevölkerungsstruktur in Billstedt und Horn Rechnung tragen. Eine von ihnen ist Azize Pamukbasanoglu, die fließend Deutsch, Türkisch und Englisch spricht. „So können wir uns auf ländertypische und kulturelle Besonderheiten einstellen“, sagt die Beraterin, die selbst türkische Wurzeln hat.

Für die beteiligten drei großen Krankenkassen bedeuten die „Gesundheit für Billstedt/Horn UG“ und der „Gesundheitskiosk“ einen Aufbruch in ein neues Denken innerhalb unseres Gesundheitssystems. „Hier kommt es darauf an, durch gemeinsames Handeln die Patienten in ihrer jeweiligen Situation abzuholen und mit konkreten Hilfsangeboten zu unterstützen“, stellen die Vorstände der AOK Rheinland/Hamburg und DAK-Gesundheit in einer gemeinsamen Erklärung fest. „Wir sind entschlossen, uns für die Fortführung des Projektes über 2019 hinaus gemeinsam einzusetzen.“ Die Landesvertretung der BARMER sieht ebenso eine positive Entwicklung des Gesundheitskiosks. „Nicht nur für Hamburg ist das Projekt ein gutes Beispiel dafür, wie die medizinische Versorgung in Deutschland für Menschen verständlicher und für den Einzelnen wirkungsvoller gemacht werden kann.“

Der Gesundheitskiosk ist mit rund 100 Stadtteileinrichtungen eng vernetzt. Dazu gehören Alten- und Pflegeheime, Kliniken, Sportvereine, die Volkshochschule, ambulante fachspezifische Beratungsstellen, Patienteninitiativen sowie sozialpsychiatrische Einrichtungen. Die populationsorientierte Versorgungs- und Vernetzungsstruktur revolutioniert Aspekte des Gesundheitssystems, indem sie Patienten eine aktivere Rolle in der Versorgung ermöglicht und klassische Hierarchien abbaut.

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* Name geändert