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OptiMedium Februar 2019

bvmd-Positionspapier: Gut vernetzt gegen Haus- und Landärztemangel

bvmd PositionspapierIm vergangenen Jahr besuchten engagierte Studierende ”Gesundes Kinzigtal” für eine Zukunftswerkstatt, u. a. um Strategien zur Begegnung des Haus- und Landärztemangels zu diskutieren. Foto: OptiMedisEinzelkämpfertum und hohe finanzielle Risiken waren gestern: Mediziner der Zukunft sollten vernetzt, interprofessionell und flexibel mit einem stärkeren Fokus auf Gesundheitsförderung arbeiten können – das schlägt die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e. V. (bvmd) in ihrem Positionspapier „Wie können wir Ärzt/innen motivieren, als Landärzt/in zu arbeiten? – Strategien zur Begegnung des Haus- und Landärztemangels“ vor.

In der Debatte um ärztliche Versorgungsengpässe in der Primärversorgung fordert die bvmd zunächst ein Umdenken: Lösungskonzepte wie Studienplatzerhöhungen oder eine sogenannte Landarztquote (erste Bewerbungsverfahren dazu starten aktuell), die das Problem bei den Medizinabsolventen adressieren, seien abzulehnen. Stattdessen plädiert der medizinische Nachwuchs dafür, das Thema im Kontext neuer, sektorenübergreifender Versorgungsstrukturen und einem Wandel der Arbeitskultur im Gesundheitswesen – u. a. hin zu mehr Interprofessionalität – zu betrachten.

Mehr Gesundheitsverantwortung: Integrierte Versorgungsansätze machen es möglich

Dass sich Allgemeinmediziner mehr auf Gesundheitsförderung und die Sicherstellung der Gesundheit in einer Region ausrichten bzw. mehr „Gesundheitsverantwortung“ übernehmen, ist eine der zentralen Ideen des bvmd-Positionspapiers. Diese Neuausrichtung müsse man dann über strukturelle Vergütungsmodelle honorieren und durch eine intensive Vernetzung der Gesundheitsakteure einer Region vorantreiben. Als gelungenes Beispiel für ein solches Vorgehen wird das baden-württembergische Gesundheitsnetzwerk „Gesundes Kinzigtal“ mit seinem dahinterstehenden IV-Modell genannt, das eine Gruppe von Vertretern des bvmd im vergangenen Jahr anlässlich einer Zukunftswerkstatt kennenlernen konnte.

Interprofessionelle Teams für mehr Sicherheit, Vertrauen und Flexibilität

So fordert die bvmd die Ausrichtung der (land-)ärztlichen Tätigkeit auf die Zusammenarbeit im Team, zum Beispiel über die Etablierung von Gesundheitsnetzwerken- oder zentren, unter anderem, um Berufsanfängern ein fachliches Sicherheitsnetz bieten zu können und grundsätzlich zu gewährleisten, dass die Verantwortung für die Versorgung der Patienten geteilt wird. „Zum Beispiel könnte in einem Gesundheitszentrum unter ärztlicher oder anderer Leitung ein interprofessionelles Team aus den Bereichen der ärztlichen (verschiedene Fachrichtungen) Versorgung, Pflege, Physiotherapie und anderen Gesundheitsberufen tätig sein“, heißt es im Positionspapier. Das gesteigerte Interesse an der Arbeit in einem interprofessionellen Team, in dem Mediziner künftig als „Gleiche unter Gleichen“ arbeiten, verdeutlichten die Vertreter der nachrückenden Medizinergeneration bereits während der Zukunftsklänge-Konferenz von OptiMedis und HAM-NET. Hier betonte Lisa Leikeim, bvmd-Bundeskoordinatorin für Gesundheitspolitik, dass der Dialog mit den verschiedenen Berufsgruppen schon im Studium stattfinden müsse. Dafür, so eine wichtige Schlussfolgerung des Positionspapieres, brauche es grundsätzlich eine Abkehr von der arztzentrierten, mono-professionellen Fachkräfteplanung hin zu einer Mitberücksichtigung aller beteiligten Gesundheitsberufe innerhalb eines nachhaltigen Gesamtkonzeptes.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bvmd.de.

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