Liebe Leserinnen und Leser,
der Schlussspurt dieses Jahres hat viele von uns ordentlich gefordert. Das Übergangsjahr „zwischen den Legislaturen“ hat uns zugleich intensive und schöne Projektarbeiten beschert. „Sich auf den Weg machen“ und „selber Eigeninitiative zeigen“ wird zur Devise – statt auf Berlin zu warten. Eigentlich wissen wir ja, wohin die Reise geht: Die technologische Entwicklung wird die Bedeutung der digitalen und der ambulanten Versorgung stärken und weitere Konzentrationsprozesse auslösen. Die Beiträge der Versicherten und Arbeitgeber werden begrenzt werden müssen. In dieser Legislatur wird die Arbeit an einer erweiterten Form der Primärversorgung beginnen. Und zum Glück können wir weiter darauf bauen, dass Forschende in Start-ups und klassischen Unternehmen an einer besseren Bewältigung und Heilung von Krankheiten arbeiten.
Was wir konkret umgesetzt haben
Als Unternehmen an der Schnittstelle von ambulanter und stationärer Versorgung, mit einem Fokus auf bessere Outcomes und höhere Effizienz, freuen wir uns über diese Entwicklungen und blicken hoffnungsvoll auf die kommenden Jahre. Direkt vor Weihnachten wurde ein Silent Go-Live, als erweiterte Pilotierungsphase des ÖGD-Bürgerportals, umgesetzt. Erstmals können nun die Pilotgesundheitsämter, die Kommunikation mit Bürger:innen, Unternehmen und Einrichtungen digital und damit deutlich einfacher durchführen. Viel Arbeit von uns ist dort hineingeflossen, um den Öffentlichen Gesundheitsdienst digitaler und bürgernäher aufzustellen.
Was wir vorbereiten: Neue Lösungen für die Versorgung
Ein kleiner Spoiler aus einer Arbeit für eine der großen Stiftungen im Gesundheitsbereich: Schon im ersten Quartal werden wir etwas vorstellen, das viele überraschen dürfte – und der der Angstdebatte um die hausärztliche Versorgung den Boden entziehen könnte. Stichworte sind „Teampraxis“, „Arbeitsteilung“ und „Filialpraxen“. Mehr dazu in Kürze. Wie wir darüber hinaus die bislang vernachlässigte Prävention sowie die Verbindung von Public Health und Primärversorgung stärken können, haben wir in einem Artikel publiziert, den wir gern mit Ihnen diskutieren möchten.
Auch im Pflegebereich werden wir mit positiven Nachrichten aufwarten. Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an unsere großen Forschungsarbeiten zu den sog. „pflegesensitiven Krankenhausfällen“. Jetzt ist die Zeit gekommen, in der Kooperation mit Krankenkassen und Pflegeheimen darauf zu reagieren und „an der Wurzel“ überflüssige, aus Unsicherheit und Unkenntnis verursachte überflüssige Hospitalisationen zu vermeiden.
Drei internationale Post-Docs verstärken unsere Projekte. Mit dem neuen Jahr starten sie bei uns über ein sehr angesehenes EU-Förderprogramm. Und natürlich engagieren wir uns weiterhin für „Green Health“ und die Verringerung des CO₂-Foodprints im Gesundheitswesen.
Machen wir uns auf den Weg
Bundeskanzler Friedrich Merz hat am 17.9. im Bundestag den „Herbst der Reformen“ angekündigt. Auch wenn sich der Zeitpunkt nun etwas verschiebt, lasst uns gemeinsam an der Devise festhalten: „Sich auf den Weg machen“ und „selber Eigeninitiative zeigen“. Für die Patienten, für die Akteure im Gesundheitswesen und für die Stärkung unserer demokratischen Gesellschaft.
Wir wünschen Ihnen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Ihr Helmut Hildebrandt
Vorstand OptiMedis
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WISSENSWERTES
Wo Expertise auf Innovation trifft: Das neue Expert Board von OptiMedis
Komplexe Herausforderungen im Gesundheitswesen brauchen viele Perspektiven. Mit dem neuen Expert Board erweitert OptiMedis den Blick auf zentrale Themen der Gesundheitsversorgung – durch den Austausch mit erfahrenen Fachleuten aus Medizin, Ökonomie und Versorgungspraxis.
Die Mitglieder bringen ihre wissenschaftliche und praktische Expertise in ausgewählte Projekte ein und geben Impulse für die Weiterentwicklung unserer Ansätze. Sie bereichern damit bestehende Prozesse und fördern den Dialog über innovative und zugleich praxistaugliche Lösungen.
Das Expert Board versteht sich außerdem als Plattform für fachlichen Austausch und Vernetzung – zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis. Seine Mitglieder engagieren sich in Diskussionen, Vorträgen und Publikationen und tragen so dazu bei, neue Ideen in die Versorgung zu bringen.
Fachliche Tiefe – noch gezielter nutzbar
Mit dem Expert Board stärkt OptiMedis seine fachliche Breite und Tiefe gezielt dort, wo Projekte es erfordern. Unsere Partner profitieren davon, dass zusätzlich zur internen Expertise auch der Blick externer Fachleute einfließt – evidenzbasiert, reflektiert und praxisnah. Das schafft neue Impulse, erhöht die methodische Qualität und unterstützt fundierte Entscheidungen.
Zu den Mitgliedern gehören u.a.:
Prof. Dr. Nikola Biller-Andorno, Professorin für Biomedizinische Ethik, Universität Zürich. Sie sagt: „Ich möchte dazu beitragen, dass innovative Versorgungsmodelle nicht nur wirksam, sondern auch fair, verantwortungsvoll und gesellschaftlich tragfähig gestaltet werden.“ Ihre Themenschwerpunkte sind Ethik in der Transformation, Digitalisierung, Governance und evidenzbasierte Entscheidungsprozesse.
Michael Weller, ehem. Abteilungsleiter im Bundesministerium für Gesundheit und vorher Politikchef des GKV Spitzenverbands sagt „Gute regionale Versorgungskonzepte müssen in die Fläche kommen. Dafür braucht es passende versorgungspolitische Rahmenbedingungen.“ Seine Themenschwerpunkte sind Regionale Versorgung, GKV, Krankenhausfinanzierung, Digitalisierung und Gesundheitsökonomie.
Vom „Man sollte“ zum „Wir machen“ – wie Netzwerke Engagement stärken können
Dr. Andreas Becker
Dr. Andreas Becker, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Neurologie im SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg, hat beim Parkinson-Netzwerkkongress in Osnabrück über die Kultur in Netzwerken, die Hürden und die Chancen gesprochen. Im Gespräch mit uns erläutert er die wichtigsten Punkte.
In deinem Vortrag ging es um ein Muster, das du in vielen Netzwerken beobachtest: Wenige tragen viel, viele schauen zu. Was ist das Problem daran?
Das Problem ist nicht, dass Menschen „man sollte mal…“ sagen. Diese Man-Sager sind sogar diagnostisch wertvoll. Sie zeigen uns: Hier stimmt etwas im System nicht. Gefährlich wird es erst, wenn Dopaministen – also die intrinsisch Motivierten – zum Dauer-Lastenträger werden. Das führt zu creeping strain, einer schleichenden Erschöpfung, die Netzwerke langfristig schwächt.
Du sprichst von drei Hebeln, die helfen sollen, das Engagement zu stabilisieren. Kannst du sie kurz erklären?
Gerne. Erstens Minimizing: Wir müssen Barrieren senken, damit Engagement leichter wird. Zweitens Managing: Wir müssen von „man sollte“ zu „wir machen“ kommen – also Verantwortung konkretisieren. Und drittens Mending: Netzwerke brauchen Rituale, die schützen statt erschöpfen. Das klingt klein, wirkt aber stark.
Was brauchen Netzwerke strukturell, um resilienter zu werden?
Redundanzen. Aufgaben dürfen nicht an einzelnen hängen. Wenn Rollen überlappen, wenn Backups existieren, wenn Verantwortung geteilt wird, dann schützt das die Motivierten – und macht das ganze System stabiler.
Und welche Rolle spielen klare Ziele?
Die entscheidende. Studien zeigen, dass kleine, konkret formulierte Ziele die Motivation stärker steigern als jede Moralpredigt. SMART-Ziele ermöglichen Selbstüberprüfung und verdrängen die ambigen, also unklaren „man sollte“-Signale. Klare Ziele schaffen Bewegung – und genau darum geht es.
Was trägt der Kongress, der jedes Jahr wächst, dazu bei?
Diese Zusammenstellung der Perspektiven ist in Deutschland einzigartig. Wenn Neurologinnen und Neurologen, Therapeutinnen und Therapeuten, PD-Nurses, Angehörige und Betroffene wirklich auf Augenhöhe diskutieren, dann entsteht etwas, das kein Lehrbuch liefert. Diese Holo-Sicht auf Parkinson – dieses Zusammendenken aller Stakeholder – schafft eine Energie, die ich so nur dort erlebe.
Lesen Sie weiter unten den Kongressbericht und erfahren Sie hier mehr über die Parkinsonnetzwerke in Deutschland.
VERANSTALTUNGEN
Parkinson-Netzwerkkongress 2025 – Feuer und Flamme für Netzwerke
Quelle: Andreas Becker, Foto: Anna Harms, Britta Horwege, Sonja Ferdinand, Britta Opel, Tobias Warnecke, Carsten Eggers, Eva Catala, Lena Jessen
Mit viel Energie, neuen Ideen und echtem Teamgeist hat der Parkinson-Netzwerkkongress 2025 gezeigt, wie gut Zusammenarbeit über Berufsgrenzen hinweg funktionieren kann.
Unter dem Motto „Feuer und Flamme für Parkinson-Netzwerke“ trafen sich am 21. und 22. November in Osnabrück mehr als 300 Menschen aus Medizin, Therapie, Pflege, Wissenschaft und Selbsthilfe – alle mit dem gleichen Ziel: die Versorgung von Menschen mit Parkinson weiter zu verbessern.
Durch das Programm führte an beiden Tagen Britta Opel, Dipl.-Pflegewirtin, systemischer Coach und Angehörige eines Parkinson-Patienten, die den Austausch wie schon in den vergangenen Jahren souverän und mit viel Herzlichkeit begleitete.
Netzwerke als wichtiger Baustein moderner Versorgung
Gleich zu Beginn machte Prof. Dr. Daniela Berg, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, in einem Video-Grußwort deutlich, warum Netzwerke so wichtig sind. Gerade in der sektorenübergreifenden Versorgung gebe es weiterhin große Lücken – und genau hier könne ein offener, multiprofessioneller Austausch viel bewegen. Ihr Fazit: Nur wenn wir voneinander lernen und Hürden gemeinsam angehen, wird die Versorgung langfristig besser.
Dynamisches Wachstum: Neue Netzwerke, klare Standards
Eine besonders gute Nachricht vom Kongress: Die Parkinsonnetzwerke wachsen schnell. Prof. Tobias Warnecke und Prof. Carsten Eggers aus dem Vorstand von Parkinson Netzwerke Deutschland stellten mehrere neue Netzwerke vor – darunter Ostholstein, Südniedersachsen, Rhein-Main+, Südostbayern, PaNTher und PARKLINK, das erste telemedizinische Netzwerk.
Außerdem präsentierten sie die Registrierungskriterien, ein erweitertes Netzwerk-Framework und die geplante TÜV-Zertifizierung. Das Ziel ist klar: mehr Orientierung, höhere Sichtbarkeit und langfristig bessere Voraussetzungen für die Finanzierung durch Krankenkassen.
Prof. Werner Poewe: „Nicht aufhalten – aber verlangsamen“
Ein wissenschaftlicher Höhepunkt war die Keynote von Prof. Werner Poewe aus Innsbruck. Der weltweit bekannte Neurowissenschaftler blickte zurück auf die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte – und nach vorne auf das, was die Versorgung in Zukunft prägen wird.
Auch wenn das Fortschreiten der Erkrankung nicht komplett aufgehalten werden könne, gebe es starke Hinweise darauf, dass eine gute multiprofessionelle Versorgung den Verlauf verlangsamen kann…
ANGEBOTE
AUS IDEEN WIRD VERSORGUNG: OPTIMEDIS UNTERSTÜTZT NEUE PROJEKTE IM INNOVATIONSFONDS
Wer Versorgung neu denkt, braucht Partner, die Erfahrung, Struktur und Herzblut mitbringen. OptiMedis begleitet seit vielen Jahren innovative Versorgungsprojekte – von der ersten Idee bis zur Umsetzung in die Praxis. Ob Konzeptentwicklung, Konsortialaufbau, Antragstellung oder Evaluation: Wir unterstützen Projektteams dabei, ihre Vorhaben zielgerichtet und förderfähig aufzustellen.
Wichtig für alle, die aktuell planen
Die neuen Förderbekanntmachungen für innovative Versorgungsformen werden voraussichtlich am 23. Januar 2026 veröffentlicht (mehr Details). Damit rückt die nächste Runde des Innovationsfonds näher – und mit ihr die Chance, Versorgung regional und sektorenübergreifend wirksam weiterzuentwickeln.
Unser Angebot für Ihr Projekt
- Versorgungsideen konkretisieren: Wir bringen Struktur in erste Skizzen, prüfen Machbarkeit und Zielgruppenrelevanz und entwickeln gemeinsam ein tragfähiges Konzept.
- Konsortien strategisch aufbauen: Wir vernetzen Projektteams mit passenden Partnern aus Forschung, Versorgung, Selbstverwaltung und Zivilgesellschaft – passgenau zugeschnitten auf das Projektziel.
- Antragstexte entwickeln: Von der Grundstruktur bis zum vollständigen Antrag übernehmen wir die redaktionelle Ausarbeitung, Abstimmung und Feinschärfung Ihrer Unterlagen.
- Evaluation von Anfang an mitdenken: Wir entwickeln Studiendesigns, Indikatoren und begleiten auf Wunsch die wissenschaftliche Auswertung und Berichterstellung.
- Prozesse managen und Ressourcen bündeln: Wir unterstützen bei Zeitplänen, Verantwortlichkeiten und Steuerungsstrukturen – sowohl in der Antragsphase als auch im Projektverlauf.
- Kommunikation und Ergebnisverwertung: Wir sorgen für eine klare Ansprache von Stakeholdern, professionelle Öffentlichkeitsarbeit und die Aufbereitung von Ergebnissen für Wissenschaft und Praxis.
Wir haben zahlreiche Anträge gemeinsam mit Partnern eingereicht oder unterstützt, so zum Beispiel das Projekt INVEST Billstedt/Horn – Hamburg Billstedt/Horn als Prototyp für eine Integrierte gesundheitliche Vollversorgung in deprivierten großstädtischen Regionen.
Wer ein Innovationsfonds-Vorhaben plant oder sich beraten lassen möchte, kann sich jederzeit an uns wenden: innovationsfonds@optimedis.de
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