VERSORUNGS-
SIMULATOR
Der Versorgungssimulator unterstützt dabei, regionale Versorgungssituationen kleinräumig zu analysieren und zukünftige Entwicklungen datenbasiert zu bewerten. Die Plattform kombiniert interaktive Kartenansichten, versorgungsrelevante Kennzahlen und Simulationsfunktionen. So können Versorgungslücken frühzeitig erkannt und Auswirkungen unterschiedlicher Maßnahmen transparent bewertet werden.
Hausärztliche Versorgung sichern
Regionale Versorgung unter wachsendem Druck
Viele Regionen in Deutschland stehen vor einer zunehmenden hausärztlichen Unterversorgung. Bereits heute sind rund 5.000 Hausarztsitze unbesetzt. Gleichzeitig wird sich die Situation in den kommenden Jahren weiter verschärfen: Das Barmer Institut für Gesundheitsforschung (bifg) prognostiziert bis 2030 weitere 3.200 fehlende Hausarztstellen.
Ursachen sind insbesondere der demografische Wandel, eine steigende Zahl chronischer Erkrankungen sowie veränderte Arbeitszeitpräferenzen im ärztlichen Bereich. Dadurch steigt der Versorgungsbedarf, während die verfügbare ärztliche Arbeitszeit sinkt.
Viele Kommunen, Mittelbereiche, Landesregierungen und Kassenärztliche Vereinigungen stehen damit vor der Herausforderung, Versorgungskapazitäten gezielt weiterzuentwickeln und Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig fehlen häufig belastbare Datengrundlagen, um kleinräumig bewerten zu können, wo besonderer Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen tatsächlich wirksam sind.
Unsere im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführte Delegationsanalyse zeigt, dass durch den Einsatz qualifizierter Praxisassistenzkräfte erhebliche zusätzliche Versorgungskapazitäten geschaffen werden können. Hausärztliche Praxen können dadurch ihre Versorgungskapazität deutlich steigern und ärztliche Arbeitszeit gezielt entlasten. Entscheidend ist jedoch, sichtbar zu machen, wo diese Potenziale bestehen und wie sich unterschiedliche Maßnahmen konkret auf die Versorgungssituation auswirken.
Unser Produkt
Mit dem Versorgungssimulator stellen wir eine browserbasierte Anwendung zur Verfügung, mit der Versorgungssituationen kleinräumig analysiert, zukünftige Entwicklungen abgebildet und konkrete Handlungsoptionen datenbasiert bewertet werden können.
Die Plattform verbindet interaktive Kartenansichten, versorgungsrelevante Kennzahlen und Simulationsfunktionen in einer einheitlichen Arbeitsumgebung und unterstützt so Fachbereiche, Planungsverantwortliche und Entscheidungsträger bei der Bewertung regionaler Versorgungssituationen.
Die Anwendung kombiniert kleinräumige Versorgungsdaten, Bevölkerungsstrukturen, Erreichbarkeitsanalysen sowie Prognosen zur hausärztlichen Versorgung bis 2040. Ergänzend lassen sich Auswirkungen des Einsatzes qualifizierter Praxisassistenzkräfte auf die Versorgungskapazitäten vor Ort bewerten.
Grundlage der Berechnungen sind kleinräumige Bevölkerungs- und Standortdaten sowie versorgungsrelevante Kennzahlen. Die Datenbasis wird regelmäßig aktualisiert und umfasst unter anderem aktuelle Arztstandorte sowie kleinräumige Bevölkerungsdaten auf Basis des Mikrozensus.
Mit dem Versorgungssimulator lassen sich
- aktuelle und zukünftige Versorgungssituationen in interaktiven Kartenansichten kleinräumig darstellen
- regionale Versorgungslücken identifizieren
- Auswirkungen demografischer Entwicklungen simulieren
- Potenziale durch Delegation und qualifizierte Praxisassistenz bewerten
- Szenarien für 2025, 2030, 2035 und 2040 vergleichen
- Ausbaupfade datenbasiert ableiten
- Veränderungen an einzelnen Praxisstandorten simulieren
- Analyse- und Szenariostände dokumentieren und exportieren
Dadurch werden konkrete Handlungsoptionen sichtbar – etwa für Praxisstandorte, regionale Ausbaupfade oder prioritäre Fördermaßnahmen.
Beispiel: Region Sulingen
- Aktueller Versorgungsgrad: 65 %
- Prognose 2030: 52 %
- Simulation mit 15 Praxisassistenzen: Steigerung des Versorgungsgrads auf 111 % – abhängig vom weiteren Ausbau sind zusätzliche Verbesserungen möglich
Dadurch lassen sich regionale Handlungsbedarfe, potenzielle Ausbaupfade und Auswirkungen konkreter Maßnahmen transparent bewerten. Entscheidungen zur Versorgungsplanung können so nachvollziehbarer und datenbasiert unterstützt werden.
EIN BLICK INS PRODUKT
- Delegationsszenarien: Simulation der Auswirkungen zusätzlicher Praxisassistenzkräfte (PA) auf bestehende Praxisstandorte und regionale Versorgungskapazitäten.
- Ausgangslage vs. Szenario: Vergleich von Versorgungsgrad und verfügbarer hausärztlicher Versorgungszeit zwischen aktuellem Zustand und simulierten Maßnahmen.
- Priorisierung von Handlungsräumen: Identifikation der Teilräume, in denen zusätzliche Kapazitäten die größten Versorgungseffekte erzielen können.
- Unterstützung regionaler Steuerung: Evidenzbasierte Grundlage für Förderentscheidungen, Planungsprozesse, regionale Abstimmungen und die Evaluation von Maßnahmen.
Deutschlandweite Übersicht der hausärztlichen Versorgung

Analyse nach Regionen der Kassenärztlichen Vereinigungen

Gezielte Suche nach Regionen, Gemeinden und Praxisstandorten

Aktuelle Versorgungssituation am Beispiel Sulingen
Zusätzlich werden die Gemeinden mit ihrem jeweiligen Versorgungsgrad dargestellt. Die Berechnung basiert auf den Standorten und Kapazitäten der Arztpraxen (schwarze Punkte) sowie kleinräumigen Bevölkerungsdaten aus dem Mikrozensus. Berücksichtigt werden dabei die Praxisstandorte, die für die Einwohner innerhalb von 20 Minuten Fahrzeit erreichbar sind.
Die Balkendarstellung am linken Rand zeigt den Anteil der Bevölkerung nach jeweiligem Versorgungsgrad.

Ergänzend stehen Informationen zu Einwohnerzahl, Anteil am Mittelbereich und berechnetem Versorgungsgrad zur Verfügung.

Prognostizierte Versorgungssituation 2040 für Sulingen
Simulationsszenario 2040: Versorgungsgrad von 110 % durch den Einsatz von 19,5 Delegationskräften in Sulingen
Das Histogramm am linken Rand zeigt die Veränderung der Versorgungssituation innerhalb der Bevölkerung im Vergleich zur Ausgangslage.

Vergleich von Ausgangslage, Szenario und Veränderung

Details und Bericht exportieren
Details zum Szenario

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Für wen der Versorgungssimulator relevant ist
Datenbasis und Betrieb
Die Versorgungssituation wird regelmäßig aktualisiert und für Analyse- und Simulationszwecke aufbereitet. Ergänzend stehen digitale Schulungsinhalte sowie technische und anwendungsbezogene Supportleistungen zur Verfügung.
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