Primärversorgung
MVZ & PRIMÄRVERSORGUNG
MVZ & Primärversorgung: Kommunale Versorgung aktiv gestalten und managen
Wir begleiten Kommunen auf ihrem Weg zu einem kommunalen MVZ – und darüber hinaus zu Regionalen Versorgungszentren (RVZ) und Primärversorgungszentren (PVZ). Auf Basis unserer Erfahrung, unter anderem aus dem interkommunalen MVZ Vogelsberg gGmbH, unterstützen wir entlang aller Phasen – von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Dabei greifen wir auf erprobte Instrumente und bewährte Methoden zurück.
Neue Aufgaben für Kommunen
Seit 2015 können Kommunen (Landkreise, Städte, Gemeinden) Medizinische Versorgungszentren (MVZ) gründen. Gleichzeitig gewinnt die Sicherstellung der medizinischen Versorgung für Bürgermeister:innen und Landrät:innen zunehmend an Bedeutung. Denn in vielen Regionen gerät die hausärztliche Versorgung unter Druck: Nachfolger:innen fehlen, und Einzelpraxen im ländlichen Raum verlieren an Attraktivität.
Die ambulante Versorgung wird damit immer stärker zu einer Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge. Vor dem Hintergrund der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion entwickelt sich diese Perspektive weiter – hin zu Regionalen Versorgungszentren und Primärversorgungszentren, die zusätzliche Berufsgruppen systematisch in die Versorgung vor Ort einbinden.
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Gut vorbereitet zum kommunalen MVZ
Der Aufbau eines kommunalen MVZ – und erst recht die Weiterentwicklung zu RVZ oder PVZ – erfordert eine frühzeitige und strukturierte Vorbereitung. Entscheidend ist, tragfähige Lösungen gemeinsam mit allen relevanten Akteur:innen zu entwickeln: Ärzt:innen, Krankenhäusern, Kommunalpolitik und Kassenärztlicher Vereinigung. Ebenso sollte die Kommunalaufsicht frühzeitig in die Prüfung der Trägerschaft einbezogen werden.
Strategisch planen und früh beginnen
Die Gründung und Trägerschaft eines kommunalen Versorgungszentrums ist eine strategische Entscheidung und sollte entsprechend vorausschauend geplant werden. Kommunen sind gut beraten, sich frühzeitig mit diesem Thema auseinanderzusetzen – nicht erst, wenn der Ruhestand der letzten Hausärztin oder des letzten Hausarztes absehbar ist. Eine Vorlaufzeit von bis zu zwei Jahren sollte eingeplant werden.
das bieten wir ihnen
Vorbereitungs- und Entscheidungsphase
- Bedarfs- und Versorgungsanalyse
- Standortfindung und -auswahl
- Machbarkeitsstudie inklusive betriebswirtschaftlicher Analyse
- Gespräche mit Anspruchsgruppen wie Ärzt:innen, Krankenhäusern, Lokalpolitiker:innen und der Kassenärztlichen Vereinigung
- Begleitung bei der kommunalrechtlichen Prüfung durch die Aufsichtsbehörde
Planungsphase
- Ansprache und Auswahl möglicher MVZ-Ärzt:innen bzw. abgebender Praxisinhaber:innen
- Bewertung und Analyse von Praxen
- Betriebskonzept und -organisation (u. a. ärztlicher Leitung)
- Business- bzw. Geschäftsplan
- Mitwirken am kommunalen Entscheidungsprozess
Gründungsphase
- Mitwirken am Erstellen einer Satzung
- Auswahl oder Bestellung einer Geschäftsführer:in o. ä.
- Verhandlungsführung bei Praxisübernahme (Kaufvertrag)
- Vertragliche Regelungen zur Anstellung von Ärzt:innen und MFA, z. B. im Rahmen eines Betriebsübergangs nach § 613a BGB
- Personalgewinnung, z. B. Ärzt:innen, Weiterbildungsassistent:innen, Praxismanager:innen, Physician Assistants, Nichtärztliche Praxisassistent:innen
- Zulassungsverfahren zur Anstellung von Ärzt:innen sowie zur Genehmigung eines MVZ
- Akquise von Fördermitteln (Land, Stiftungen)
Geschäftsbesorgung
- Übernahme der Geschäftsführung, u. a. Personal- und Lohnwesen, Praxisorganisation inklusive ITK, Finanzen und Controlling, Praxis- und Patientenmanagement, Marketing
- Akquise von Fachkräften (Ärzt:innen, Weiterbildungsassistent:innen, Praxismanager:innen, Physician Assistants, Nichtärztliche Praxisassistent:innen und MFA)
- Praxis- bzw. Neubauplanung
- Ausdehnung auf ein Regionales Versorgungszentrum durch Untervermietung von Räumlichkeiten an Facharztpraxen, soziale Beratungsstellen, Vereine und Ehrenamt
Kooperationen, Selektivverträge & Co.
Mit der Etablierung als kommunales MVZ sollten von vornherein auch Kooperationen mit anderen medizinischen, pflegerischen, sozialen oder kommunalen Diensten angestrebt werden und die Weiterentwicklung des kommunalen MVZ in ein lokales Gesundheits- und Versorgungszentrum verfolgt werden. Ferner sind Möglichkeiten zur Teilnahme an Hausarzt- und anderen Selektivverträgen mit Krankenkassen zu prüfen.
Beratung von anderen MVZ und Arztpraxen
Viele Medizinische Versorgungszentren und größere Arztpraxen stehen heute vor neuen Herausforderungen: steigende Betriebskosten, Personalmangel, komplexe Abrechnungssysteme, wachsende regulatorische Anforderungen und gleichzeitig der Anspruch, eine medizinisch hochwertige und patientenorientierte Versorgung zu leisten. Wir begleiten bestehende Einrichtungen dabei, ihre Organisation, Prozesse und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gezielt weiterzuentwickeln – auf Basis langjähriger Erfahrung in der Steuerung integrierter Versorgungsstrukturen und im operativen MVZ-Management.
das bieten wir ihnen
Analyse & Transparenz
- Krankheitslast-, Versorgungs- und Leistungsanalyse
- Krankheitslast (Morbidität) des Einzugsbereichs
- Leistungsstruktur nach Fachgebieten, EBM/GOÄ, Fallzahlen, Wartezeiten
- Arzt- und Teamproduktivität
- Inanspruchnahme und Patientenströme
- Prozessanalyse
- Patientenwege (Anmeldung – Behandlung – Abrechnung)
- Terminmanagement und Auslastung
- Schnittstellen zwischen Ärzt:innen, MFA, Abrechnung, Verwaltung
- Wirtschaftlichkeits- und Abrechnungsanalyse
- Honorarentwicklung und Leistungsprofile
- EBM-Optimierung und Plausibilitätsprüfung
- Identifikation von Erlös- und Wirtschaftlichkeitsreserven
Optimierung & Neuausrichtung
- Prozess- und Organisationsoptimierung
- Optimierung von Terminlogiken, Sprechstundenmodellen und Patientensteuerung
- Reduktion von Leerlaufzeiten und Überlastung
- Klare Rollen, Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege
- Abrechnungs- und Erlösoptimierung
- Systematische Nutzung der EBM-Spielräume
- Optimierung delegierbarer Leistungen (PA, Weiterbildungsassistent:innen, MFA, NäPA, VERAH etc.)
- Strukturierte Vorbereitung auf Wirtschaftlichkeitsprüfungen
- Personalplanung & Personaleffizienz
- Kapazitätsmodelle für Ärzt:innen und alle anderen Berufsgruppen und Optimierung der Delegationsmöglichkeiten
- Soll-/Ist-Vergleiche von Arbeitszeiten, Leistungsmengen und Erlösen
- Unterstützung bei Stellenzuschnitten, Skill-Mix und Aufgabendelegation
- IT-Organisation und telemedizinische Organisation
- Ausstattung der Praxis mit Praxisverwaltungssystemen
- Nutzung von digitalen Assistenzsystemen für die Optimierung der Betriebsabläufe und der Steuerung der Patienten
- Optimierung telemedizinischer Angebote und Verknüpfungen
Wachstum & Angebotsentwicklung
-
Angebotserweiterungen
-
Neue Sprechstunden (z. B. Geriatrie, Prävention, chronische Erkrankungen)
-
Ambulante Spezialangebote
-
Delegierte Leistungen und Case-Management
-
-
Kooperationen & Verträge
-
Selektivverträge mit Krankenkassen
-
Kooperationen mit Pflege, Kommunen, sozialen Diensten
-
Integration in regionale Versorgungsnetzwerke
-
-
Strategische Weiterentwicklung
-
Entwicklung vom klassischen MVZ hin zum lokalen Gesundheits- und Versorgungszentrum
-
Telemedizinische Verknüpfung mit Fachärzten und Kliniken
-
Positionierung im regionalen Versorgungsmarkt
-
STIMMEN AUS DER REGION
GEMEINDE KRUMMHÖRN
Die Zusammenarbeit mit OptiMedis im Rahmen der Machbarkeitsstudie für ein Regionales Versorgungszentrum in der Gemeinde Krummhörn war für uns äußerst wertvoll. Das Projekt wurde mit hoher fachlicher Kompetenz, großer Erfahrung im Gesundheitswesen und einem äußerst strukturierten Vorgehen begleitet.
Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit des Teams, komplexe Fragestellungen der Gesundheitsversorgung verständlich aufzubereiten und gleichzeitig die regionalen Gegebenheiten sowie die Bedürfnisse der Menschen vor Ort – gerade auch im ländlich geprägten Raum – einzubeziehen. Durch fundierte Analysen, Gespräche mit regionalen Akteuren und eine moderierte Gesundheitswerkstatt konnte eine tragfähige Grundlage für die weiteren politischen und strategischen Entscheidungen geschaffen werden.
Wir danken dem Team von OptiMedis für die professionelle Zusammenarbeit und die wertvollen Impulse für die zukünftige Sicherung und Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in der Gemeinde Krummhörn.
Hilke Looden
Bürgermeisterin der Gemeinde Krummhörn
Foto/Quelle: Hilke Looden
GEMEINDE MEINERSEN
Ursprünglich aus der Mitgliedsgemeinde Leiferde bekamen wir, gestartet durch die besorgten politischen Vertreter, getragen durch den Rat der Samtgemeinde Meinersen, den Auftrag, die ärztliche Versorgung zu untersuchen und ggf. Modelle zur Problembehebung zu entwickeln. Ein sehr interessanter Ansatz war dann, eine Machbarkeitsanalyse zur Errichtung eines kommunal geführten RVZ/MVZ durchzuführen.
Diese ergab noch keine akute Not – und zeigte auch mit Stand der Situation Ende 2025 keine Akteure auf. Die ärztliche Versorgung in den 4 Hauptorten der Samtgemeinde wird als ausreichend betrachtet. Die Zusammenarbeit mit OptiMedis hat uns dabei aber klare zukünftige Herausforderungen aufgezeigt. Die wichtigste kommunale Aufgabe, subsumiert unter dem Auftrag der Daseinsvorsorge, wird es werden, die Herausforderungen aus Pflege und ärztlicher Versorgung direkt vor Ort aktiv anzugehen und mitzugestalten.
Die bestehenden Strukturen bedienen historisch betrachtet nur ihre eigenen Handlungsfelder und Berufsbilder. Der Anspruch der Bürgerschaft, des einzelnen Kunden, Patienten oder Bedürftigen benötigt aber koordinierende Unterstützung.
Der Austausch, sehr gut mit der Machbarkeitsstudie begonnen, wird insbesondere mit den Allgemeinmedizinern vor Ort in den nächsten Jahren weitergehen. Da die Ärzteversorgung in der Samtgemeinde noch nicht kritisch ist, wird es erst in den kommenden Jahren zu größeren Interventionen – und auch Investitionen – seitens der Kommune kommen. Bis dahin wird es einen jährlichen Workshop mit den Teilnehmern aus der Machbarkeitsstudie geben, um die Entwicklungen und Nöte zu beobachten. Der Landkreis Gifhorn ist hier auch ein wichtiger Akteur, mit diesem wird in der Gesundheitsregion zukünftig intensiver mitgearbeitet.
Karin Single
Bürgermeisterin Meinersen
Foto/Quelle: Karin Single
BEST PRACTICE: DAS MVZ VOGELSBERG
Ein zentrales Referenzprojekt unserer Arbeit ist das interkommunale MVZ Vogelsberg gGmbH. Hier haben wir den gesamten Lebenszyklus eines kommunalen MVZ begleitet – von der ersten Idee über die Planung und Gründung bis hin zum erfolgreichen operativen Betrieb.
Wir waren maßgeblich beteiligt an:
- der Konzeptentwicklung und der kommunalpolitischen Entscheidungsgrundlage,
- der wirtschaftlichen und versorgungsbezogenen Planung,
- der Gründung und strukturellen Umsetzung des MVZ sowie
- der Besetzung und Bestellung der Geschäftsführung.
Seit Inbetriebnahme wird das MVZ Vogelsberg gGmbH durch die Gesellschafter begleitet. Wir sind dabei in der Geschäftsbesorgung und strategischen Steuerung erfolgreich tätig. Damit ist das MVZ Vogelsberg nicht nur ein Beratungsprojekt, sondern ein dauerhaft funktionierendes Referenzmodell für kommunale und regionale Gesundheitsversorgung.
Gerade diese Erfahrung – ein MVZ nicht nur zu planen, sondern über Jahre im realen Betrieb zu steuern, zu stabilisieren und weiterzuentwickeln – fließt direkt in die Beratung bestehender MVZ und größerer Arztpraxen ein.
Weiterführende Literatur
- Hildebrandt, Helmut; Sturm, Heidrun; Walther, Philipp; Zahorka, Manfred (2025): Wie Primärversorgung mit einem Präventionsanreiz wirklich Nutzen stiften kann. In: Welt der Gesundheitsversorgung, Ausgabe 6/2025, S. 261.
- Hildebrandt, H., Sturm, H., Werner, U. (2023). Welche Integrations- und Innovationsgrade sind in modernen ambulanten Versorgungslösungen angelegt? In: Knüppel, D., Neubauer, G., Stauch-Eckmann, S. (Hrsg.). Medizinische Versorgungszentren. Versorgungs- und Unternehmensform mit Zukunft, Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin, 2023. S. 21-38.
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