Großes Potenzial für die Delegation ärztlicher Aufgaben
72 % der befragten Ärzt:innen sehen großes oder sehr großes Potenzial in der Delegation von Aufgaben an Physician Assistants (PAs). Das zeigte eine Befragung, die Daria Humfeld, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Physician Assistants e. V., im Rahmen des Forums vorstellte.
Wie dieses Potenzial konkret für die ambulante Versorgung genutzt werden kann, stand im Mittelpunkt des 1. PA-Praxisforums, das wir gemeinsam mit der Hochschule Fresenius in Hamburg veranstaltet haben.
Die Beiträge und Diskussionen machten deutlich: PAs können ärztliche Teams bei delegierbaren Aufgaben ergänzen und dazu beitragen, ärztliche Kapazitäten für andere Tätigkeiten freizuhalten. Praxisbeispiele zeigten, wie sich durch die Übernahme geeigneter Aufgaben zeitliche Ressourcen gewinnen und Arbeitsabläufe neu gestalten lassen.

Klare Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Delegation
Gleichzeitig wurde deutlich, dass ein erfolgreicher Einsatz von Physician Assistants verlässliche Strukturen voraussetzt. Dazu gehören insbesondere klare Qualifikationsprofile und definierte Delegationsprozesse. Die Weiterentwicklung des PA-Einsatzes ist damit nicht nur eine Frage einzelner Praxen, sondern auch der entsprechenden Rahmenbedingungen.
In Breakout-Sessions vertieften die Teilnehmenden diese Themen und diskutierten konkrete Anforderungen an Qualifikation und Delegation. Eine anschließende Podiumsdiskussion brachte die unterschiedlichen Perspektiven aus Praxis, Selbstverwaltung, Wissenschaft und PA-Berufsvertretung zusammen.
Multiprofessionelle Versorgung gemeinsam weiterentwickeln
Im Mittelpunkt des Austauschs stand dabei immer wieder eine übergeordnete Frage: Wie können multiprofessionelle Teams so weiterentwickelt werden, dass vorhandene Kompetenzen im Gesundheitswesen bestmöglich genutzt werden?
Das 1. PA-Praxisforum bot Raum, bestehende Erfahrungen zusammenzubringen, Herausforderungen offen zu diskutieren und Perspektiven für den weiteren Einsatz von Physician Assistants in der ambulanten Versorgung zu entwickeln.
Wir bedanken uns bei allen Referent:innen, Diskutant:innen und Teilnehmer:innen für den offenen und praxisnahen Austausch. Ein besonderer Dank gilt Prof. Philipp Walther und dem Team der Hochschule Fresenius für die gemeinsame Organisation des Forums.
Eine zentrale Frage nehmen wir aus Hamburg mit: Wie schaffen wir die Rahmenbedingungen, damit Physician Assistants ihr Potenzial in der ambulanten Versorgung sinnvoll einbringen können?